Gastgewerbe: Gedämpfte Erwartungen für Wintermonate

0

TRIER. Das Gastgewerbe in der Region Trier ist mit seiner Geschäftslage nach der Sommersaison durchaus zufrieden. Allerdings blicken Hoteliers und Gastronomen zurückhaltend auf die beginnende Wintersaison. Dies geht aus der aktuellen Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer Trier hervor, bei der rund 130 Betriebe über ihre aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die kommenden Monate berichten.

Auch wenn die Euphorie des vergangenen Jahres nicht mehr ganz so ausgeprägt ist und die Statistik zumindest bis September leicht rückläufige Gästezahlen vermeldet, berichten zwei Drittel der Hoteliers von einer guten Geschäftslage. Lediglich fünf Prozent der befragten Betriebe bezeichnen ihre Lage als schlecht. „Nach einem wetterbedingt verhaltenen Start zu Beginn der Saison hat der Herbst für ein gutes Ergebnis gesorgt“, sagt der Vorsitzende des IHK-Tourismusausschusses, Dieter Kettermann vom Hotel Bären in Bernkastel-Kues.

Im landesweiten Vergleich ist die Region Trier gut positioniert. Während sich hier immerhin 45 Prozent über steigende Umsätze freuen können, sind es über das Land gesehen rund zehn Prozent weniger. Besonders deutlich sind die Umsätze im Rheintal gesunken, das im Vorjahr stark von der Bundesgartenschau in Koblenz profitiert hatte.

Für das Winterhalbjahr 2012/2013 äußern sich die Betriebe in ihren Erwartungen zurückhaltend. Die Mehrheit geht davon aus, dass das Geschäft gleich bleibend verläuft, jeder Fünfte hofft, dass sich die Situation verbessert. Allerdings rechnen auch 15 Prozent mit schlechteren Geschäften.

„Der Trend geht zu kurzfristigen Buchungen“, sagt Kettermann weiter. „Daher wird es immer schwieriger, eine gute Prognose aufzustellen.“ Sicher sind sich viele Betriebe, dass die Preise in den kommenden Monaten weiter steigen werden. Bei den Beherbergungsbetrieben gibt jeder Vierte an, dass er die Übernachtungspreise erhöhen werde, in der Gastronomie ist es jeder dritte Betrieb. „Dies ist vor allem den hohen Energiekosten und den steigenden Lebensmittelpreisen geschuldet, die für unsere Unternehmen verstärkt zur Belastung werden“, betont Kettermann.

Nicht betroffen von den zurückhaltenden Erwartungen sind die Beschäftigungsplanungen. Fast ausnahmslos möchten die Betriebe ihr Personal über den Winter halten, jeder zehnte Betrieb plant sogar Mehreinstellungen. (red)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.