Ein Hauch von Melancholie – Berndorf stellt „Eifel-Bullen“ vor

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DAUN. Das neue Buch des Eifelkrimi-„Gurus“ Jacques Berndorf ist direkt nach Erscheinen in die Spitze der Bestsellerlisten gerückt. Volles Haus gab es zur Premierenlesung im Dauner Forum, rund 300 Fans hörten Auszüge aus dem neuen Roman „Eifel-Bullen“. Von Angelika Koch

Siggi Baumeister ist zurück, wie immer mit einer Mischung aus Ironie und Melancholie. Wie der Titel bereits nahe legt, geht es im soeben an den Buchhandel ausgelieferten Krimi um Polizisten – und natürlich um das Landleben, inklusive vierbeiniger Bullen. Doch denen geht es im Vergleich zu beiden Beamten, die regelrecht hingerichtet am Waldrand aufgefunden werden, deutlich besser.

Eine gewisse Tristesse prägt die Eingangsszene – und Autor Jacques Berndorf brachte die mit seiner ruhigen, hörbuchtrainierten Bass-Stimme überzeugend rüber. Schnell folgt ein zweiter Mord, nicht weniger kontrastreich zur sonst so stillen Waldlandschaft der Vulkaneifel: Ein Biker wird mit Schrotladungen von seinem Motorrad gefegt und regelrecht zerfetzt. „Ich zeige im Grunde eine Versammlung merkwürdiger Figuren, bei denen die übliche Logik der Kriminalistik versagt“, schilderte Berndorf ein Grundmotiv auch dieses 22. Krimis der Eifelreihe. Andere Konstanten gibt es ebenfalls: Pfeifen, Katzen, Rodenstock, Emma…

Wie die Fragen aus dem Publikum zeigten, sind diese bewährten Zutaten ein unverzichtbares Muss, ein Fehlen würde dem Autor nicht verziehen. „Ich bekomme meine Inspirationen aus den Nachrichten und aus dem realen Alltag“, erzählte der meistgelesene deutschsprachige Krimiautor. „Baumeister ist mein alter ego – ich hatte beispielsweise früher genauso viel Angst vor Frauen wie er. Und verprügelt wurde ich bei journalistischen Recherchen auch hin und wieder.“ Sein jetziges Leben als Schriftsteller von Fiction dürfte also deutlich entspannter sein als die frühere Karriere. Berndorf engagiert sich dabei für den Erhalt der Eifelvulkane und gegen gigantische Windkraftanlagen im Wald. Ansonsten lebt der 76-Jährige mit Ehefrau und dem 17-jährigen Kater Satchmo friedlich in einem Eifeldorf.

Für Adrenalinstöße sorgt der Autor hingegen bei seinem Verleger und Schriftstellerkollegen Ralf Kramp vom KBV-Verlag. „Es ist jedes Mal logistischer Irrsinn, wenn pünktlich zum Erscheinungstag alles zugleich ausgeliefert wird“, schilderte der die turbulenten Nebenwirkungen des „Himmelsgeschenks“ für den kleinen Verlag. Denn Gerechtigkeit muss sein: Jede Buchhandlung landauf landab braucht am selben Tag den neuen Berndorf’schen Lesestoff.

Auf dessen schönsten Mord müssen Krimifans allerdings noch warten. Wie der Autor verriet, hat er den noch nicht in die Tastatur gebracht: ein kleines gemeines eheliches Dramulett, bei dem am Ende er tot und sie glücklich verwitwet ist, ohne jegliche Spur der bösen Tat. Da hätte selbst Siggi Baumeister keine Chance, den Mord aufzudecken. (ako)

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