Trier Spitze bei Firmenpleiten

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TRIER. Wie bereits in den Vorjahren hat „Creditreform“ Trier im Rahmen der bundesweiten Insolvenzuntersuchung 2012 die Insolvenzentwicklung in der Region Trier (ehemaliger Regierungsbezirk Trier) beobachtet und mit den Vorjahreszahlen verglichen. Berücksichtigt wurden dabei die eröffneten Insolvenzverfahren sowie die Ablehnungen mangels Masse.

Die Zahlen für die Region Trier für das Jahr 2012 sind auf Basis der bisherigen Istwerte und der Erfahrungswerte vorläufig hochgerechnet. Die Detailanalyse des Insolvenzgeschehens in der Region Trier erfolgt Anfang Februar 2013. Nach den bisherigen Ergebnissen rechnet Creditreform Trier in diesem Jahr in der Region Trier mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um gut fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit ist demgegenüber ein Rückgang der Firmenpleiten um 2,1 Prozent zu verzeichnen. Wie schon bei der Untersuchung der Halbjahresergebnisse, führt Creditreform Trier dies auf eine gestiegene Anzahl der Pleiten von Kleinstunternehmen zurück. Hier hinkt die Region dem Bundestrend hinterher – bundesweit ist ein Rückgang der Insolvenzen von Kleinunternehmen zu verzeichnen.

Allerdings hat die Region auch einige größere Insolvenzverfahren zu vermelden. So wurde in diesem Jahr über das Vermögen der Eifelwerk Bordnetzsystem GmbH in Malbergweich (Kreis Vulkaneifel) das Insolvenzverfahren eröffnet. Das betroffene Umsatzvolumen liegt bei über 14 Millionen Euro – rund 150 Mitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz. Die Insolvenz der Tornado GmbH Handelsgesellschaft in Trier betraf ein Umsatzvolumen von 27 Millioen Euro und 85 Arbeitsplätze (wegen der Insolvenz der gesamten Firmengruppe wird das Verfahren vor dem Amtsgericht Hechingen geführt). 60 Mitarbeiter und ein Umsatzvolumen von 12,8 Millionen Euro waren von der Insolvenz der Tombers Hartholz GmbH in Mehren (Vulkaneifelkreis) tangiert. Das größte Umsatzvolumen mit rund 125 Millionen Euro und über 260 betroffene Arbeitsplätze waren zu verzeichnen bei der Insolvenz des TSW Trierer Stahlwerks, dessen Insolvenzverfahren auf Grund der Konzernzugehörigkeit zur Pampus-Gruppe vor dem Amtsgericht Dortmund geführt wird.

Sowohl bundesweit als auch regional haben die Summe der Insolvenzschäden und die Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze deutlich zugenommen.

Die meisten Firmenpleiten der Region mit 47 Insolvenzen sind in diesem Jahr erneut im Bereich der kreisfreien Stadt Trier zu prognostizieren (Vorjahr: 35), gefolgt vom Kreis Bernkastel-Wittlich und Kreis Trier-Saarburg, wo der Prognose nach jeweils mit 36 Insolvenzen zu rechnen ist. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Vulkaneifelkreis (Daun) sind in diesem Jahr die Insolvenzen gegenüber 2011 angestiegen. Die beiden übrigen Kreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich haben einen Rückgang zu verzeichnen.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist bundesweit in diesem Jahr um 1,7 Prozent zurückgegangen. Insgesamt sind in 2012 101.500 Privatinsolvenzen zu vermelden (2011: 103.250 Fälle). In der Region rechnet Creditreform Trier für 2012 mit mindestens 490 Verbraucherinsolvenzen (2011: 513 Fälle), was ebenfalls einen Rückgang (- 4,49 Prozent) bedeuten würde. Nach Landkreisen betrachtet entfallen dabei erneut die meisten Privatpleiten auf die kreisfreie Stadt Trier, den Kreis Bernkastel-Wittlich und auf den Kreis Trier-Saarburg. In Trier und Trier-Saarburg, wie auch im Kreis Bitburg-Prüm, ist in 2012 insgesamt jedoch mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu rechnen. Die wenigsten Verbraucherinsolvenzen sind im Kreis Vulkaneifel zu vermelden; allerdings wird in diesem Kreis, wie auch im Kreis Bernkastel-Wittlich, im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung zu erwarten sein.

Berücksichtigt sind im Bereich der Privatinsolvenzverfahren jedoch nur die tatsächlich veröffentlichten Verfahren, also keine außergerichtlichen Schuldenregulierungsverfahren zur Insolvenz oder nachträglich gerichtlich bestätigte Regulierungsverfahren, die nicht der Veröffentlichung unterliegen. (red)

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