Bischof stellt Gretchenfrage

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TRIER. Traditionell rückt die Universität Trier beim „Dies academicus“ den wissenschaftlichen Nachwuchs ins Scheinwerferlicht. Der Freundeskreis „Trierer Universität“ verlieh am Mittwoch zwölf jungen Wissenschaftlern für ihre herausragenden Dissertationen Förderpreise, zudem wurde der DAAD-Preis für ausländische Studierende vergeben. Im Festvortrag stellte der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann die Gretchenfrage „Nun sag, wie hältst du’s mit der Religion“, und gab Denkanstöße zum Verhältnis von Glaube und Freiheit.

Der „Dies academicus“ soll überdies dazu beitragen, die Identifikation mit der Universität zu stärken. Das betonten Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel wie auch Helmut Schröer, Vorsitzender des Freundeskreises Trierer Universität, übereinstimmend. Jäckel ließ in seinen Begrüßungsworten Höhepunkte des vergangenen akademischen Jahres, darunter eine Vielzahl von Jubiläen und den City Campus in der Trierer Innenstadt, Revue passieren. Der Präsident kündigte an, dass die Universität im kommenden Jahr erstmals Lehrpreise in jedem Fachbereich vergeben will. Außerdem wird künftig ein Projekt, das die Kooperation von Universität und Stadt Trier fokussiert, besonders gefördert.

„Kein Mensch kommt an der Frage vorbei, wie er es mit der Religion hält. Sie ist sogar von neuer Aktualität“, betonte Bischof Ackermann in seinem Festvortrag. In vier Thesen reflektierte er das Verhältnis von Glaube und Freiheit. „Glaube ist die Quelle des Mutes, Freiheit immer mehr zu realisieren“, fasste der Festredner seine Reflexionen zusammen, bevor die erfolgreichsten Dissertationen des Jahres ausgezeichnet wurden. Seit der Premiere vor 32 Jahren erhielten 287 junge Wissenschaftler diese besondere Anerkennung, verbunden mit einem Preisgeld in einer Gesamthöhe von nunmehr über 450.000 Euro, informierte Helmut Schröer.

Mit 1.000 Euro dotiert ist der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für ausländische Studierende an deutschen Hochschulen, den in diesem Jahr Esra Topuz erhielt. Die türkische Psychologie-Masterstudentin ist nicht nur an der Universität, sondern auch in sozialen Einrichtungen sehr aktiv. „Sie besticht nicht nur durch hervorragende Leistungen, sondern auch durch ihr gesellschaftliches Engagement und ist eine wertvolle Bereicherung für die Universität“, würdigte Vizepräsident Prof. Dr. Joachim Hill als Laudator die Preisträgerin.

Der Nachwuchs setzte beim Dies academicus nicht nur wissenschaftlich, sondern auch musikalisch Akzente. Nachdem der überwiegend mit Studierenden besetzte Universitätschor des Collegium musicum unter Leitung von Mariano Chiacchiarini mit zwei Liedern die musikalische „Ouvertüre“ des Festtages bestritten hatte, brillierte im traditionellen Abschlusskonzert der junge französische Violinist Lyonel Schmit als Solist. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Victor Puhl spielte das Philharmonische Orchester der Stadt Trier Ralph Vaughan Williams „The Lark Ascending“, „Introduction und Rondo capriccioso, op. 28“ von Camille Saint-Saëns und Franz Schuberts „5. Sinfonie in B-Dur“.

Die Förderpreise 2012 des Freundeskreises Trierer Universität gingen an:

Dr. Tanja Gabriele Baudson (Fachbereich I/Psychologie)

Dr. Florian Strelzyk (Fachbereich I/Psychobiologie)

Dr. Timo Becker (Fachbereich II/Phonetik)

Dr. Christina Gerstenmayer (Fachbereich III/Neuere Geschichte)

Dr. Jenny Pleinen (Fachbereich III/Geschichte)

Dr. Christian Scholl (Fachbereich III/Mittelalterliche Geschichte)

Dr. Nils Langenberg (Fachbereich IV/Mathematik)

Dr. Thorsten Neuschel (Fachbereich IV/Mathematik)

Dr. Sarah Röck (Fachbereich V/Rechtswissenschaft)

Dr. Constantin Willems (Fachbereich V/Rechtswissenschaft)

Dr. Wolfgang Fister (Fachbereich VI/Physische Geographie)

Dr. Marion Stellmes (Fachbereich VI/Umweltfernerkundung und Geoinformatik)

Gewinnerin des DAAD-Preises für ausländische Studierende: Esra Topuz, Masterstudentin Psychologie, aus der Türkei. (red)

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