Vulkaneifel: Schlagabtausch zwischen Thiel und Bender

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DAUN. Am 2. Dezember wird in der Vulkaneifel ein neuer Landrat gewählt. Beide Kandidaten stellten sich in einem von den Journalisten Lars Ross und Stephan Sartoris moderierten Duell Fragen zur persönlichen Motivation und zu politischen Schwerpunkten. Der Dauner Polizeichef Heinz-Peter Thiel nutzte seinen Heimvorteil mit Detailkenntnissen der Region, Frank Bender profilierte sich mit Kritik an der Landesregierung.

Auf den ersten Blick ähneln sich die Kandidaten: schlank und groß, um Sachlichkeit bemüht und relativ gelassen. Beide sind mit Beamtenstatus gesegnet und erfahrene Verwaltungsleute mit Führungsverantwortung. Die Qual der Wahl, die Wählerinnen und Wähler bislang eventuell hatten, könnte nach dem Kandidatenduell im Dauner Forum allerdings gelindert worden sein. Spürbar mehr Zuspruch vom Publikum erhielt ein souverän und teils auch humorvoll agierender Polizeichef – möglicherweise eine Folge davon, dass angesichts des nach wie vor angespannten politischen Klimas im Kreis der von SPD, Grünen und FWG unterstützte Kandidat mehr Anhänger mobilisieren konnte.

Doch auch Frank Bender, derzeit Kreisdirektor in Siegen-Wittgenstein, erntete Applaus von Befürwortern seiner eigenen christdemokratischen Partei; darüber hinaus hat er Rückhalt seitens der vom Unternehmer Peter Lepper gegründeten Bürgerunion Vulkaneifel (BUV) und in einem regionalen Anzeigenblatt, welches sich mit seiner Berichterstattung klar gegen den noch amtierenden parteilosen Landrat Heinz Onnertz positionierte.

Dass die Rahmenbedingungen, die zu Onnertz’ Rücktritt führten, keineswegs vergessen sind, machten Fragen und Redebeiträge aus dem Publikum deutlich. Wie kann das oft als vergiftet bezeichnete politische Klima in der Vulkaneifel wieder verbessert werden? An dieser Frage schieden sich deutlich die Geister der beiden Kandidaten. Sie nahm im Vergleich zu den anderen drängenden Themen wie Verkehrsinfrastruktur, Haushaltslage oder Energiewende noch immer viel Platz ein. Während Bender seiner Überzeugung Ausdruck gab, dass es größere Konflikte gar nicht mehr gebe und allein seine sachorientierte Art für Ausgleich sorgen werde, skizzierte Thiel Instrumente wie einen Ältestenrat, um künftig partei- und gremienübergreifend für mehr Verständnis zu sorgen.

Thiel präsentierte sich als lebensnaher Macher, der sich als Impulsgeber mit Sensibilität für die sozialen Dimensionen der Vulkaneifel versteht, ohne dabei die juristischen und verwaltungstechnischen Seiten des angestrebten Amtes zu vernachlässigen. Bender warb für sich mit seinem einschlägigen Erfahrungsschatz: „Landrat muss man lernen, dazu wird man nicht nur gewählt, und ich habe den Meisterbrief!“ Er wisse, wie man Kommunalpolitik macht, und er wolle das Amt würdig ausfüllen. Thiel hingegen gab sich überzeugt, auch ohne die Erfahrung einer kommunalpolitischen Karriere ein kompetenter Landrat sein zu können: „Ich habe meine Leistung immer hundertprozentig dort eingebracht, wo ich arbeite. Jetzt bin ich Polizist. Als Landrat werde ich genauso voll engagiert sein.“

Unterschiedlich sahen beide auch die Bedeutung einer Verbindung zur Landesregierung. Während der unter anderem von den Sozialdemokraten unterstützte Kandidat auf ein gutes Verhältnis zu den Ministerien in Mainz verwies, insbesondere zum Infrastrukturministerium seines derzeitigen Dienstherrn Roger Lewentz sowie zur künftigen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, und positive Effekte für den Landkreis und seinen Erhalt in Aussicht stellte, gab Bender an, keine „Verbündete in Mainz“ zu brauchen. Vielmehr kritisierte er sowohl die Kommunalreform als auch den Kommunalen Entschuldungsfonds des Landes.

Doch auch übereinstimmende Meinungen gab es bei den Kandidaten, etwa beim Landschaftsverbrauch durch den Rohstoffabbau von Lava sowie durch erneuerbare Energien. „Es darf nicht sein, dass die Rendite bei Spekulanten und Betreibergesellschaften liegt und die Lasten bei der Bevölkerung der Eifel“, brachte es Thiel auf einen Punkt, dem Bender zustimmte. Per Raumordnungsverfahren könne der Landkreis noch vieles positiv gestalten, zudem brauche es Transparenz, Bürgerbeteiligung und viele Gespräche zur Sensibilisierung.

Prominenten Besuch erhält Heinz-Peter Thiel am Samstag, 1. Dezember, ab elf Uhr: Dann kommt Ministerpräsident Kurt Beck nach einem Abstecher über den Dauner Weihnachtsmarkt zu Thiels Infostand am Forum. Frank Bender hat am 1. Dezember ab zehn Uhr seinen Informationsstand an der Dauner Post. (ako)

1 KOMMENTAR

  1. Das Klima im Vulkaneifelkreis ist vergiftet, das machte die Veranstaltung erneut überdeutlich. Maßgeblich daran beteiligt ein Eifeler Anzeigenblatt, dem der von BUV und CDU unterstützte Kandidat Frank Bender (mit kaum zu übertreffender Einseitigkeit) die ausführliche Wahlkampfberichterstattung übertragen hat. Ob die Wähler ihm trotzdem zutrauen, dass er sich dem Einfluss der Hintermänner einer fragwürdigen Kampagne in Zukunft entziehen kann oder ob sie ihre Stimme lieber dem von diesen Querelen unbelasteten Kandidaten geben – bald wissen wir mehr. Wünschenswert bleibt, dass nach dem Wahltag endlich Ruhe in der Region einkehren wird.

  2. Schade, dass in Wahlkampfzeiten offenbar nicht mehr sachlich berichtet werden kann… Ich war anscheinend auf einer anderen Veranstaltung als der Verfasser dieses Artikels…

  3. Klingt irgendwie so, als sei Frau Koch am Dienstag auf einer anderen Veranstaltung zugegen gewesen…Ich jedenfalls war bei der TV-Duell im Forum in Daun. Ich habe dort zwei Kandidaten sehen dürfen, die unter anderen Umständen sich bestimmt gut verstehen würden. Im Gegensatz zur Autorin war ich jedoch besonders von der humorvollen und bodenständigen Art von Frank Bender angetan, der von der Gegenseite im Straßenwahlkampf gerne als gesichtsloser Aktenstempler diffamiert wird – ein unreifer und stilloser Ansatz. Bender war schlagfertig und spontan, dabei waren (wohlwollende) Lacher auf seiner Seite! Als jemand, der sonst nicht die politischen Akteure vor Ort kennt, kann ich nicht einschätzen, welcher Kandidat nun mehr Anhänger mobilisieren konnte – es war mir auch egal. In den ersten paar Reihen hatten sich offenbar die „Jubelperser“ von Herrn Thiel breit gemacht. Weiter hinten saßen v.a. Bürgerinnnen und Bürger wie ich, die sich einfach mal ein Bild der beiden Kandidaten machen wollten. Und hier war die Stimmung doch etwas anders, als von der Autorin beschrieben: Spürbar weniger Zuspruch für Thiel, dessen Antworten zuweilen auswendig erlernt wirkten und der insgesamt wesentlich angespannter und dröger als Bender wirkte. Dagegen postive Überraschung wie Bestätigung für den Kandidaten Bender, CDU hin oder her.
    Schade, dass der alten Grabenkampf durch diesen sehr subjektiven Artikel kurz vor der Wahl (auch so eine Stilfrage…)nochmal angeheizt werden soll. So wird das nix mit einer harmonischeren Zukunft – aber daran scheint die Autorin ja generell kein Interess zu haben, nicht wahr?

  4. Tja Hr Meyer, schön das sie sich so vehement für Hr Bender einsetzen. Meiner Ansicht nach weiß Hr Bender garnicht worauf er sich einläßt oder Schneiders und Co haben ihm wirklich nicht alles erzählt von den Querelen die sie in Verbindung mit Lepper/BUV/Eifelzeitung eingefädelt haben.Alles was wir brauchen ist ein gradliniger unabhängiger Landrat……und keine Parteien gesteuerte Marionette, schlimmstenfalls eine BUVgesteuerte Marionette!!

    Deshalb gebe ich meine Stimme HP Thiel!!!!!

  5. Humor bei Bender? Das einzige Mal, daß er mich zum lachen brachte, war bestimmt unfreiwillig. Ganz am Anfang als er zu den privaten Motiven seiner Kandidatur sagte, er will mit seiner Schwiegermutter alt werden.

  6. @ „A. Meyer“

    Im Vulkaneifelkreis lassen sich die Leute kein X für ein U vormachen. Das sollten SIE, im Hinblick auf Wahrheit und Recht, doch am Besten wissen!

    Am Sonntag wird’s sich mal wieder zeigen, was der CDU / BUV- Sippe ihre intriganten Hetzkampagnen nützen!

    Die tolle Provinzpostille hat ja auch schon wieder mehrfach versucht, dem Volk HP Thiel vor der Wahl madig zu machen; und dazu noch mit irgendwelchen saublöden Floskeln, von Wegen: „Warum mit dem Security- Chef fliegen, wenn sie den Kapitän haben können.“ Im übertragenen Sinne soll das dem Leser doch sagen: „Wieso jemand auswählen, der’s eigentlich gar nicht kann?“

    Zudem durfte der Gerolsteiner Facebook Blogger „Step Han“ (Lorse) sich mal wieder in derselben Schmalz- Zeitung die Hornhaut von den Griffeln schreiben- als verdeckter Schreiber vom CSI- Bürger Union Vulkaneifel.

    Der Gerolsteiner BUV- Quotenimmigrant, Dönerbudenbetreiber / Autohändler / Pizzabudenbetreiber / Wasweißichnochallesbetreiber schreibt im Lieblingshetzblatt: „Bender find isch gudd, deshalp wähl isch’en“. Toll für ihn! Mehr oder weniger klare Worte. Wen interessiert’s?! Hauptsache mal wieder einen Fürsprecher, der sich in einem, nach eigenen Angaben zufolge 70.000’fach aufgelegten, kostenlosen Anzeigenblättchen auskotzen darf supportet, um Thiel möglichst schlecht aussehen zu lassen.

    Die Unterstützung von Lepper’s und Schneider’s Claqueuren, hätte Bender sich mal besser gespart und ein Bisschen Nachhilfe in Sachen Eifel- Geografie genommen. Wäre sinnvoller gewesen!

    PS: Alles, was hier geschrieben wird, gillt als Meinungsäußerung!

  7. Ach Herr Mayer, schade, dass Sie nicht wirklich da waren. Sie liegen ja völlig richtig, es waren „Jubelperser“ vor Ort. Allerdings an anderer Stelle. Mehr so in der Mitte und auf dem Foto teilweise sogar zu erkennen. B. Müller bringt es auf den Punkt, die Vulkaneifeler lassen sich trotz allwöchentlicher und sich ständig wiederholender Intrigen kein X für ein U vormachen. Mal abgesehen davon ist die Unterstützung für den gelernten Landrat mit Meisterbrief – hoffentlich hat er ihn eingerahmt – anscheinend nicht gerade doll. Nach der Veranstaltung konnte man sehr gut beobachten, wie der arme Herr Bender ziemlich allein gelassen wurde, und das nicht zum ersten Mal.
    Statt ständig Öl ins Feuer zu gießen und irgendwelche Geschichten zu erfinden, sollte so manch einer mal in sich gehen und überlegen. Warum fand sich kein Kandidat aus der Region? Alle, die abgewunken haben, hatten doch sehr gute Gründe für ihre Entscheidung. Da muss der „Einheimische“ von der Ahr aus Siegen nun einen Heimatwahlkampf in der Vulkaneifel führen. Vorteil: Er wußte nicht, worauf er sich einlässt – das wußten die anderen schon.

  8. Das war der „Ausflug“ vom Kreisdirektor Frank
    Bender von der Sieg in den Vulkan Eifel Kreis.
    Das er im“Sejerland“ bleibt(en muß) wird nicht
    alle freuen….Nodda.

    Glückwunsch an Herrn Thiel..und bei den Mehrheiten im Kreistag eine ruhige Hand.

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