TBB Trier: Begrenzte Unmöglichkeiten – Sieg und Protest

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TRIER/WÜRZBURG. 20 Offensivrebounds für den Gegner, 27 Ballverluste, 3140 lautstarke Zuschauer in der ausverkauften s.Oliver Arena – eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, die Punkte aus Würzburg zu entführen. Die TBB Trier schien das beim 69:62-Erfolg herzlich wenig zu interessieren. Das Team steckte niemals auf, blieb ruhig und machte das Unmögliche möglich. Andreas Seiferth war mit 14 Punkten erfolgreichster Punktesammler für Trier, das durch den Erfolg auf den fünften Tabellenplatz vorrückte. Würzburg legte gegen die Wertung des Spiels Protest ein. Von Christoph Witt

Das Spiel begann mit circa zwanzigminütiger Verzögerung. Es kam im Vorfeld der Partie zu einem Missverständnis beider Teams. Trier hatte die weißen Heimtrikots eingepackt, Würzburg hatte ebenfalls die Heimtrikots dabei. „Zu ähnlich“, wertete der technische Kommissar. Es ging zurück in die nicht in der Halle befindliche Geschäftsstelle, um die roten Auswärtstrikots der Würzburger zu besorgen. Dann konnte es endlich losgehen – in der heißen Atmosphäre in der s.Oliver Arena.

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Trier ging mit der gewohnten ersten Fünf in die Partie. Defensiv stand die TBB wie immer gut, ging schnell mit 6:0 in Führung. Vor allem das Rebounding der Moselstädter war sehr konsequent – gegen die starken Offensivrebounder der s.Oliver Baskets ein wichtiger Schlüssel. Allerdings sammelte Brian Harper schnell zwei Fouls gegen die aggressiv den Korb attackierenden Franken, die fortan etwas besser ins Spiel kamen. Nach dem 10:4 durch Andreas Seiferth riss der Neu-Würzburger Jimmy McKinney das Heft des Handelns an sich, verwandelte zwei Dreipunktwürfe zum 12:10 aus Trierer Sicht.

Wenig später brachte Dwayne Anderson das Heimteam sogar mit zum 14:12 in Führung. Die ohnehin laute Halle verwandelte sich in ein Tollhaus. Henrik Rödl hatte genug gesehen – eine Auszeit sollte das Team in die richtige Spur bringen und das Publikum beruhigen. Mit Erfolg. Vier Punkte von Jermaine Bucknor und die ersten beiden Punkte von Vitalis Chikoko sorgten für eine 18:17-Führung nach dem ersten Viertel.

Auch der Start in den zweiten Spielabschnitt glückte dem jungen Centertalent. Chikoko verwandelte einen Korbleger und wurde gefoult – der fällige Bonusfreiwurf saß. Barry Stewart trifft den schwierigen Dreier gegen Henneberger – 24:17 für die wieder einmal beherzt aufspielenden Mannen von Henrik Rödl. Stewart hatte jetzt Blut geleckt, ließ einen weiteren Dreier folgen. Lamont McIntosh antwortete ebenfalls per Treffer von der 6,75-Meter entfernten Linie: 29:22.

Trier schaffte es trotz vieler Chancen nicht, sich noch weiter abzusetzen. Zu allem Überdruss kassierte Brian Harper das dritte Foul. Anderson, Topscorer in Reihen der Mainstädter, wurde nun noch häufiger gesucht. Beim 31:27 war das Spiel wieder offen. Wenig später glich McIntosh sogar zum 31:31 aus. Trier war völlig von der Rolle, die Auszeiten für die erste Halbzeit hatte Henrik Rödl bereits in Anspruch genommen. Jermaine Bucknor riss das Heft des Handelns an sich – der schwierige Dreipunktwurf fand sein Ziel.  34:31. Wenig später stellte Jarrett Howell per Freiwurf die knappe 35:31-Halbzeitführung her.

Halbzeit zwei startete zäh. John Little war es, der nach 2,5 Minuten den ersten Punkt per Freiwurf erzielte. Der bis dato völlig indisponiert spielende Alex King brachte Würzburg sogar auf 35:34 heran. Trier tat sich gegen die unglaublich hart verteidigenden Gäste schwer – ein schwieriger Wurf von Brian Harper brachte die ersten Trierer Punkte ein. Selbst das half dem Trierer Team nicht, die Kontrolle über das Spiel zurückzugewinnen. Jarrett Howell spielte unglücklich, verlor zweimal binnen kürzester Zeit den Ball. Jacobson bedankte sich und glich zum 37:37 aus.

Das Spiel stand auf der Kippe, und Brian Harper bekam sein viertes Foul. Wieder war es ein schwieriger Wurf aus Dreipunktland, der Trier die Führung zurückbrachte. Vier Punkte von Joshiko Saibou und ein weiterer Korb vom starken Jermaine Bucknor bedeuteten eine 46:40-Führung nach dem dritten Viertel. Das Spiel wurde von zwei defensiv konsequent und hart verteidigenden Teams bestimmt.

Bastian Doreth eröffnete das vierte Viertel mit einem Dreier – Harper setzte sich zudem voll ein und machte das 52:41. Seiferth traute sich auf der Euphoriewelle schwimmend sogar einen Mitteldistanzwurf zu und erzielte die 56:43-Führung. Plötzlich schien der Auswärtssieg greifbar nahe. McKinney verwandelte den schweren Dreier zum 58:48 bei noch drei zu spielenden Minuten. Doch Trier blieb cool. Seiferth machte ein ganz starkes Spiel – nur die Freiwürfe bereiteten ihm wieder Probleme. Beim 62:55 hatte die TBB bei noch knapp einer Minute alle Trümpfe in der Hand – Rödl gab bei einer Auszeit letzte Instruktionen, um den sensationellen Sieg nach Hause zu bringen. Würzburg foulte und fand in der Offensive nicht mehr den Rhythmus – beim 65:55 und noch 53 Sekunden schien das Spiel gelaufen zu sein.

Die s.Oliver Baskets aber hatten jetzt aber die Lufthoheit und sicherten sich Offensivrebound nach Offensivrebound. Anderson machte die Punkte, und die Franken überraschten Trier, als sie auf den Steal gingen statt zu foulen. Little bedankte sich und verkürzte auf 65:59. Wenig später traf Linhart nur einen seiner zwei Freiwürfe und King den schweren Dreier  – 62:66. Trier machte es noch einmal spannend. Doch Stewart blieb cool, und Howell sicherte sich den Rebound – der 69:62-Auswärtssieg war perfekt. „Wir haben die Intensität auf den Platz gebracht, die nötig war. Es ist sehr schwer, hier zu gewinnen, und der Sieg ist auch ein Stück weit den Fans zu verdanken, die hier Heimspielatmosphäre verbreitet haben“, sagte Bucknor nach dem Spiel und lobte damit die zahlreich mitgereisten Fans. Der Kanadier wurde von den Fans zum „Spieler des Tages“ gewählt.

Für Henrik Rödl etwas ganz Besonderes. „Das Tolle an dieser Mannschaft ist, dass diese Mannschaft einen unglaublichen Willen hat, alles richtig zu machen und auf Fehler reagiert“, gab er im Interview mit Chris Schmidt bei basketball-stream.de bekannt. Trotzdem wolle man von Spiel zu Spiel schauen, und der Coach hofft gegen Oldenburg „auf ein volles Haus“.  Gegen Dru Joyce und Co hängen die Trauben wieder hoch – genau die richtigen Zutaten für ein mitreißendes Basketballspiel in der Arena.

Trier stößt durch den Erfolg wieder auf den fünften Tabellenplatz vor – zumindest vorerst. Die Würzburger machten im Livestream jedoch klar, dass sie Protest gegen die Spielwertung eingelegt hätten. Das Trikotmissverständnis könnte also ein Nachspiel für die TBB Trier haben. Zumindest der Kollege von der Mainpost findet das Vorgehen unsportlich. „Trier hat sportlich gewonnen. Und hier geht’s um den Sport. Wenn eine Mannschaft die falschen Trikots eingepackt hat, dann darf das auf die Wertung des Spiels keinen Einfluss haben. Ich finde den Protest unsportlich“, sagte der Journalist Wolfgang Jung. Thomas Päch räumte den Fehler ein, sagte aber zugleich, man müsse jetzt abwarten, was die Liga entscheide. (cw)

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1 KOMMENTAR

  1. Lieber ist mir wenn die Eintracht gewinnt, zb. gegen den VFB Oldenburg………ich muss nur lachen über diesen Sport. Da kann man ja auch Rollibasketball schauen. Echt nee, das geht ja gar nicht.

  2. Der Vergleich zum Rolli-Basketball ist insofern nicht ganz weit hergeholt, als sowohl die TBB als auch die Dolphins in der ERSTEN Liga spielen. Ein Vergleich mit der Eintracht gestaltet sich da schon ungleich schwieriger… Aber: nicht aufgeben!

  3. @ „Egal“: ziemlich erbärmlich, sich seinem Frust und Neid hier über einen solchen Kommentar Luft machen zu müssen.
    Aber ich kann’s irgendwo auch verstehen. Die einen sind erfolgreich, haben ein vernünftiges Management, eine große Anhängerschaft (3.900 Fans sogar gegen Giessen), die enthusiastisch aber immer fair ist und keine Polizeieinsätze erfordert. Die anderen sind die eher peinlichen Vertreter der Stadt Trier: die Eintracht mit seinen idiotischen und gewaltbereiten „Fans“…
    Ich würde eigentlich gerne auf Ihrem Niveau auf diesen Kommentar antworten, komme aber leider nicht so tief runter.
    Viel Spaß in Liga 4!

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