„Starkes ökumenisches Zeichen“ gesetzt

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TRIER. Es sei ein „starkes ökumenisches Zeichen“, dass in Trier bereits seit 1961 evangelische und katholische Christen immer am Buß- und Bettag gemeinsam Gottesdienst feiern. Das hat Dr. Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, am Mittwoch in Trier betont. Der Präses feierte gemeinsam mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann sowie rund 1.000 Gläubigen einen ökumenischen Gottesdienst in der Konstantin-Basilika. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Verleih uns Frieden gnädiglich“.

Präses Schneider betonte, dass es heute wieder besonders wichtig sei, ein „gemeinsames Zeugnis des Glaubens“ zu geben. Er erinnerte an die Heilig-Rock-Wallfahrt im Frühjahr dieses Jahres, die eine „Christuswallfahrt“ gewesen sei und die die evangelische Kirche mitgestaltet habe. „Wir haben aufeinander gehört und uns gegenseitig im Glauben vergewissert. Das war ein ganz starkes Zeugnis für den Frieden“, sagte der Präses.

Das Motto des Gottesdienstes „Verleih und Frieden gnädiglich“ stammt aus einem Lied Martin Luthers. Es steht im Zusammenhang mit der Lutherdekade. Diese hat im Jahr 2008 begonnen und zielt auf das Jubiläum des 500. Jahrestags des Thesenanschlags von Martin Luther im Jahr 2017 hin.

In der Lutherdekade wird das Themenspektrum der Reformation in Themenjahren aufgenommen und entfaltet. 2012 geht es um das Thema Reformation und Musik. Hierbei gedenken im Rahmen einer ökumenischen Initiative Kirchenmusiker der evangelischen und der katholischen Kirche der Bedeutung Martin Luthers für die Musik seiner Zeit und blicken auf die Auswirkungen auf die Kirchenmusik bis heute.

Auf die Kirchenmusik im Kontext der Reformation ging auch Bischof Ackermann in seiner Predigt ein. Er sagte, dass auch die katholische Kirchenmusik ohne die Musik, die aus der Reformation entstanden sei, ärmer sei. „Die wunderbare Musik ist ein wirkliches Geschenk der Reformation“, sagte der Bischof. Er betonte, dass die Menschen zu allen Zeiten die Botschaft des Glaubens durch die Musik besser verstanden hätten. Dabei sei es heute wichtig, dass nicht immer nur die alten Lieder gesungen würden, sondern dass auch neue, moderne geistliche Lieder zur Geltung kämen. Denn neue Lieder entsprächen nicht nur dem Bedürfnis nach Abwechslung, sondern seien ein „Zeichen der Lebendigkeit der Beziehung zu Gott“ und würden neuen Erfahrungen des Glaubens entspringen.

Durch die Auferstehung Jesu Christi, so der Bischof, habe sich die „Grundtonart der Welt“ verändert. Deshalb seien Christen in der Lage, freudige Lieder zu singen. Wie in einem Orchester, in dem aus den verschiedenen Instrumenten nur durch die Anstrengungen der Musiker und des Dirigenten nach dem Stimmen eine „Harmonie der Unterschiede“ entstehe, sei auch die Einheit im Glauben nur durch einen geduldigen und mühevollen Einsatz zu erreichen. Hierbei gelte es, einander zuzuhören und Geltungsdrang zu vermeiden, sagte Bischof Ackermann.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kinder- und Jugendchor Gutweiler (Leitung: Sarah Klasen und Lioba Krug), von einem evangelischen Kinderchor (Leitung: Astrid Hering), vom Caspar-Olevian Chor (Leitung: Martin Bambauer) und von einem evangelischen Posaunenchor (Leitung: Martin Görg). Die musikalische Gesamtleitung hatten Matthias Balzer und Martin Bambauer. (red)

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