TBB Trier: Gießen dominiert und deklassiert

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TRIER. 3821 Zuschauer in der Arena Trier sahen am Sonntagnachmittag einen zu jeder Zeit ungefährdeten Sieg der TBB Trier. Die Gäste aus Gießen hatten beim klaren 73:48-Erfolg zu keiner Zeit eine Chance auf den Sieg. Dabei reichte Trier eine durchschnittliche Offensivleistung, um die Punkte in der ältesten Stadt Deutschlands zu behalten. Topscorer auf Trierer Seite war der wiedergenesene Brian Harper mit 13 Punkten, Gießen hatte in Ryan Brooks (14 Punkte) den stärksten Akteur. Bastian Doreth gelangen elf Punkte. Der vom FC Bayern München ausgeliehene Aufbauspieler wurde mit Sprechchören gefeiert. Von Christoph Witt

„Das war ein ganz wichtiger Sieg heute nach zwei sieglosen Spielen, und endlich ist auch bei mir persönlich der Knoten geplatzt.“ Basti Doreth wirkt entspannt, als er Autogramme verteilt und gleichzeitig Fragen zum Spiel beantwortet. Elf Punkte steuerte er zum Sieg bei, darunter ein Dreipunktwurf aus rund zehn Metern, der endgültig die Gießener Gegenwehr brach. Doch der Reihe nach.

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Brian Harper rückte nach seinem verletzungsbedingten Ausfall in München wieder in die Startformation der Trierer. Nach nervösem Beginn zeigten die Trierer den Gästen von der Lahn, dass sie sich weit strecken müssten, um die Punkte mit in ihre Heimatstadt zu nehmen. Schon früh zog die Trierer Defensive Elvir Ovcina und Co den Zahn. Immer wieder attackierte man konsequent den Korb, dominierte den Rebound. Der Gameplan ging auf. „Wir wollten die Zone attackieren, weil wir wussten, dass Gießen mit Ovcina nicht den schnellsten Spieler in der Zone hat. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. Ansonsten haben wir auch wieder den Ball sehr gut laufen gelassen, haben schnell gespielt“, lobte Doreth die Scouting-Arbeit des Trainergespanns.

Trier dominierte mit körperlicher, aber stets fairer Defense, mit der die Gäste überhaupt nicht klar kamen. LaQuan Prowell zeigte immer wieder gute Moves zum Korb, legte dann aber den einfachen Korbleger daneben. Überhaupt sollte die Körpersprache des Bundesliga-Dinos die Verantwortlichen nachdenklich stimmen. Hängende Köpfe, null Emotion. So hat man im Abstiegskampf keine Chance. „Wir haben den Kampf nicht angenommen, waren immer zwei Schritte langsamer als der Gegner. Wir haben die nötige Leidenschaft vermissen lassen“, brachte es der Gießener Headcoach Mathias Fischer auf den Punkt. 18:4 leuchtete es nach dem ersten Viertel von der Anzeigetafel – und als Trierer Fan hatte man immer noch das Gefühl, dass die Mannschaft einen Gang höher schalten kann.

Das zweite Viertel plätscherte dann vor sich hin. Gießen zeigte mehr Spielwitz und traf besser – Trier verwaltete den Vorsprung. Gießen konnte Triers Vorsprung nie unter die Zehn-Punkte-Marke drücken und hatte weiter an der Defensive des Kontrahenten zu knabbern. Auch den Rebound dominierten die Schützlinge von Henrik Rödl nach Belieben. Immerhin ein Highlight hatte Gießen zu bieten: Ryan Brooks verarbeitete den offensiven Rebound in einer Bewegung zum Dunking weiter – der Amerikaner spricht von einem so genannten „Putback-Dunk“. Mit 33:16 ging es in die Halbzeitpause.

Nichts Neues hatte das dritte Viertel zu bieten. Brooks hatte seinen Lieblingspunkt auf dem Parkett gefunden, von dem er jetzt hochprozentig traf – sein Team lief, trotz seiner Treffer aus der Mitteldistanz, weiter einem hohen Rückstand hinterher (37:26). Henrik  Rödl reagierte mit einer Auszeit auf den kleinen Lauf – wenig später traf Barry Stewart den ersten Trierer Dreipunktwurf an diesem Nachmittag. Stewart, letzte Saison in beiden Duellen mit Gießen Sieggarant für das Gästeteam, blieb offensiv insgesamt blass. Defensiv ist der „Verteidigungsminister“ weiterhin eine Bank. Als dann auch noch Jermaine Bucknor auftaute und fünf Punkte in Folge erzielte, hatte Trier wieder das Momentum auf der eigenen Seite. (49:36)

Es folgten die Minuten des Bastian Doreth. Sein Buzzer-Beater zum 52:36 war der Genickbruch für die Gießener Bemühungen, wieder Morgenluft zu wittern. 2,5 Sekunden auf der Wurf- und Spieluhr. Einwurf Doreth auf Chikoko, der den Ball zurück an Doreth gibt. Der 1,83-Meter große Aufbauspieler drückt aus rund zehn Metern ab. Nichts als Netz. Harper umarmt ihn innig – die Leihgabe aus München feiert mit den Fans im Fanblock. „Das war schon fast wie ein vorgezogener Schlusspunkt. Das hat die Gegenwehr der Gießener gebrochen“, maß Henrik Rödl dem spektakulären Treffer von Doreth besondere Bedeutung bei.

Doreth legte zu Beginn des letzten Viertels nach. Acht Punkte des Point-Guards und die 64:42 Führung für die Hausherren – selbst der größte Pessimist wusste in diesem Moment: Diese zwei Punkte bleiben in Trier. Wenig später wird Doreth ausgewechselt und von den Fans mit Sprechchören gefeiert.  „Toll“ sei das Gefühl, von den Fans in Trier so aufgenommen zu werden. „Sowas gibt mir Kraft und Selbstvertrauen, und dann fallen halt auch endlich die schweren Würfe.“ Der gebürtige Bayer scheint endlich in Trier angekommen zu sein – er wirkte sichtlich erleichtert. Die richtige Einstellung hatte er ohnehin von Beginn an.

Am Ende stand ein nie gefährdeter 73:48 Sieg zu Buche. Henrik Rödl sah das Spiel nach den beiden knapp verlorenen Spielen gegen die BBL-Topteams aus Berlin und München als „neuen Anfang“. Das zweite Kapitel folgt dann kommenden Samstag gegen den letztjährigen Halbfinalisten aus Würzburg.

ZUR KOLUMNE von Eric Thielen

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