JuLis kritisieren trockene Fastnacht

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TRIER. Es hatte sich abgezeichnet nach den Exzessen von 2012 in der Trierer Innnstadt – jetzt ist es auch offiziell. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend ein Alkohol- und Glasverbot in der Innenstadt für den „fetten Donnerstag“ (Weiberfastnacht) im kommenden Jahr beschlossen. Die Jungen Liberalen (JuLis) kritisieren in einer Pressemitteilung von Freitag das nahezu einstimmige Votum des Gremiums.

Die Verwaltung konnte sich im Rat hingegen mit ihrem Vorschlag der so genannten „Gelben Karte“, wonach unter Umständen der Führerschein entzogen oder die Fahrprüfung verweigert werden könnte, nicht durchsetzen. Dafür wird die traditionelle Prinzenproklamation auf dem Hauptmarkt nun in abgespeckter Form ablaufen – ohne Musikbühne, ohne Alkohol und mit dem vorgezogenen Ende um 13 Uhr.

Für den trockenen „fetten Donnerstag“ stimmten alle Ratsmitglieder – mit Ausnahme von Tobias Schneider (FPD). “Wir gratulieren Tobias Schneider zu dieser Entscheidung und bedauern, dass sich nicht mehr Ratsmitglieder dieser angeschlossen haben. Als Junge Liberale können wir, aufgrund der Tatsache, wie hier Verbotspolitik zur Erziehung Weniger, auf Kosten vieler friedlich und maßvoll Feiernder betrieben wird, nur mit dem Kopf schütteln“, betont Yvonne Romes, Kreisvorsitzende der JuLis, am Freitag in einer Presseerklärung.

“Statt die Ursachen und wirklichen Probleme des Alkoholmissbrauchs Jugendlicher wirksam anzugehen, lässt man sich ein Verbot einfallen. Wir nennen das Symbolpolitik zum schnellen Abbügeln eines eigentlich wichtigen Themas. Es ist davon auszugehen, dass die Jugendlichen gerade in Zeiten des Internets dazu in der Lage sind, Ausweichstätten wie beispielsweise den Hauptbahnhofsbereich oder den Palastgarten zu finden“, kritisiert Romes weiter.

Zunächst habe nämlich alles so innovativ geklungen: „Die Einrichtung eines Runden Tisches zur Ausgestaltung des Weiberdonnerstages 2013. Alle Beteiligten von Polizei, Karnevalsvereinen, Ordnungsamt, der Jugend-und Sozialarbeit, der Krankenhäuser, Schulen und der Suchtprävention waren angehalten, ein gemeinsames Konzept zur Verhinderung ähnlicher Eskalationen wie bei den vergangenen Feierlichkeiten zu entwickeln“, so die Jungliberale. Herausgekommen sei aber lediglich ein absolutes Alkoholverbot in der Innenstadt – und alle Fraktionen hätten dabei mitgemacht. (et)

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Stadt will Alkoholverbot

1 KOMMENTAR

  1. Die Julis kritisieren das Alkohol- und Glasverbot an fetten Donnerstag. Wie sieht denn Euer Gegenvorschlag aus, daß Problem in den Griff zu kriegen? Welcher Vorschlag zur Lösung des Problems kam von Tobias Schneider im Rat?

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