Die Zauderin

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    Man kann es drehen und wenden, wie man will: Möglich, dass Angelika Birk mit ihrem Büro personell unterbesetzt ist. Möglich auch, dass die grüne Dezernentin die Wucht des Protestes und die Fülle an Arbeit unterschätzt hat. Letztlich aber ist sie dafür verantwortlich, dass in Triers Schullandschaft Chaos herrscht.

    Manchmal treibt die Politik ja schon seltsame Blüten. Da ist Dominik Heinrich, Mitglied im Rat, Parteifreund von Angelika Birk, der Schuldezernentin. Heinrich ist aber auch Ortsvorsteher im Trierer Gartenfeld. Als solcher setzt er sich vehement für den Erhalt der Egbert-Grundschule in seinem Stadtteil ein – und steht damit in fundamentaler Opposition zur Frontfrau der Grünen. Die nämlich folgt lieber ihrem Fachmann Wolf Krämer-Mandeau, der Egbert gerne in die Kaiserstraße versetzen möchte – als Teil der großen Trierer Völkerwanderung in der Schullandschaft.

    Gelebte Demokratie? Wohl kaum. Sogar die Grünen dürften mittlerweile gemerkt haben, dass in Birks Amt vieles nicht so läuft, wie es laufen müsste. Im Juni hatte Birks Bonner Planer sein Konzept vorgelegt. Fünf Monate später muss die Dezernentin sich an ihren eigenen Aussagen messen lassen. Von einem hohen Umsetzungsdruck hatte sie gesprochen, davon, dass man das Schulpaket noch in diesem Jahr schnüren müsse. Die Politik sei gefordert, hatte Birk getönt.

    In den Wochen danach wurde die Grüne immer stiller, ruderte zurück, warf dann sogar den Außenbordmotor an, um mit Vollgas zum Ausgangspunkt zu dampfen. Plan A sei jetzt nicht mehr aktuell, weil Mainz die zweite Integrierte Gesamtschule ablehne. Also Plan B. Der ging auch nicht mehr, weil Mainz dem Friedrich-Spee-Gymnasium in Ehrang grünes Licht für die eigene Orientierungsstufe gab. Plan C dürfte wohl auch ad acta gelegt werden, weil die Pfalzeler auf den Eingemeindungsvertrag von 1969 pochen.

    Jetzt also Plan D. Oder doch noch Plan E oder gar Plan F oder…? Das Alphabet hat viele Buchstaben, und reichen die nicht aus, kann man ja auch noch jene mit Umlauten hinzunehmen. Nein, was sich da inzwischen im Trierer Schuldezernat abspielt, ist schon mehr als eine Provinz-Posse. Das ist eine Farce.

    Es ist ja keineswegs so, dass Birk für ihre übrige Arbeit von allen Seiten Lob erhielte. Jetzt kritisiert die Junge Union die Hinhaltetaktik der Dezernentin bei der Skate-Halle („ProjektX“). Auch hier konnte Birk den vor ihr genannten Termin nicht einhalten. Sicher, Reiner Marz von der grünen Fraktion möchte den Schwarzen Peter lieber Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani von der CDU in die Schuhe schieben. Sie habe schließlich keine Alternativen für eine neue Heimat der Skater zur Verfügung gestellt. Verantwortlich aber ist Birk. Es ist ihr Ressort, ihr Amt, ihr Dezernat.

    Was da mit Bauchgrimmen noch irgendwie angehen mag, nimmt in der Debatte um die Trierer Schullandschaft inzwischen Züge an, die weit über das Groteske hinausgehen. Hier wird Schindluder getrieben mit den Ängsten, Sorgen und Nöten von Kindern. Gerade die Grünen schreiben sich den Schutz für die Schutzlosen so gerne auf die Fahnen. Ihre Dezernentin aber ist verantwortlich dafür, dass die Ängste sogar noch potenziert werden.

    Birks vollmundige Ankündigungen von Juni fliegen ihr jetzt um die Ohren. Fünf Monate sind vergangen – von einer Verwaltungsvorlage aus dem Dezernat aber ist weit und breit nichts zu sehen. Wundern muss man sich nicht, dass das Vertrauen in die Politik mehr und mehr verloren geht, dass sich die Wut in Trier steigert. Die Dezernentin wird auch von jenen bezahlt, die ihre Kinder auf Trierer Schulen schicken – aus Steuermitteln nämlich. Und diese Eltern haben ein Anrecht darauf, dass Birk die Arbeit mit ihrem Amt in einer angemessenen Zeit erledigt – sollten dafür auch 24 Stunden am Tag nötig sein.

    CDU, FWG und FDP aber haben eines jetzt richtig erkannt: Man darf die Zauderin Birk nicht alleine am Schulentwicklungsplan arbeiten und ihr auch kein Schlupfloch lassen. Dafür ist das Thema viel zu wichtig. Die Erkenntnis ist jetzt anscheinend auch bis zu den übrigen Fraktionen durchgedrungen. Die Zeit des generösen Wartens ist vorbei – sogar für die Grünen.

    Der Druck auf die Dezernentin, von dem sie im Juni selbst gesprochen hatte, muss deutlich erhöht werden. Damit endlich Resultate zu sehen sind. Die sollen jetzt an Ostern kommen. Wenn das mal kein faules Ei ist. So wie Birk in den letzten Monaten gearbeitet hat, ist dies leider zu befürchten. Abwarten aber gilt nicht mehr. Es muss gehandelt werden – sofort. Dafür ist es hohe Zeit.

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    EIN PAPIER, DAS VERRÜCKTE MACHT

    1 KOMMENTAR

    1. Lieber Stefan Weinert,

      vielleicht hätten wir den „Parteifreund“ besser in Anführungszeichen gesetzt – dann wäre die Intention deutlicher geworden.

      Beste Grüße
      E. Thielen

    2. Birk UND Jensen haben komplett versagt. In der Wirtschaft wäre eine wie Birk schon vor Zeiten entlassen worden, bzw nicht eingestellt worden. In Trier hat die Dame einen Freibrief, weil Jensen viel zu tolerant ist.
      Arbeitszeugnis für Frau Birk: Sie hat sich nicht mal bemüht!!!

    3. @Eisenschädel

      Sehr richtig,nur wer hat diese andersweitig
      abgehalfterte Dame nach Trier importiert?
      Oder anders, wie muß deren Personaldecke vor Ort sein ?

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