TBB Trier: Ohne Air Harper teuer verkauft

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MÜNCHEN. Ohne den Starter auf der Power-Forward-Position, Brian Harper, setzte es für die TBB Trier am Samstagabend eine 66:72-Niederlage bei Bayern München. Wie bei allen bisherigen Niederlagen agierte Trier dabei stets auf Augenhöhe – lediglich die Wurfauswahl in der Offensive war zu bemängeln. Beste Trierer vor 5397 Zuschauern im Audi-Dome waren Jermaine Bucknor (14 Punkte) und Nate Linhart (13 Punkte, fünf Rebounds). Dem Spiel der Münchner drückte vor allem Tyrese Rice seinen Stempel auf, der in der entscheidenden Phase des Spiels das Heft in die Hand nahm.

Es gab eine Veränderung in der Startaufstellung der Trierer: Für den angeschlagenen Brian Harper stand Jermaine Bucknor in der Startaufstellung der TBB. Die Trierer legten einen beeindruckenden Start hin. Barry Stewart, letzte Woche noch ohne Wurfglück, war von Beginn an im Spiel und sorgte mit drei erfolgreichen Dreipunktwürfen alleine für die frühe 11:5 Führung. Auch Bucknor steuerte fünf Punkte zur Führung bei. Danach verlor Trier aber den Faden, verstrickte sich zu sehr in Einzelaktionen. Folglich kamen die Bayern besser ins Spiel, und Jan Hendrik Jagla drückte dem Spiel mit zwei Treffern von jenseits der 6,75-Meter Linie seinen Stempel auf. Vitalis Chikoko, der aufgrund der Verletzung von Harper mehr Spielzeit bekam, spielte unglücklich. Bayern übernahm die Kontrolle über das Spiel – Trier leistete sich zu viele Turnovers. München konnte sich bis zum Ende des ersten Viertels auf 15:18 absetzen.

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Auch im zweiten Viertel spielten die Mannen von Henrik Rödl extrem nervös. Ballverlust reihte sich an Ballverlust, und Ex-TBBler und Co-Kommentator Norman Richardson mahnte: „Wenn du auswärts in München eine Chance haben willst, musst du besser auf den Ball aufpassen.“ Rice, bis dato unsichtbar, und der starke Jared Homan bauten die Führung für die Münchner auf acht Punkte aus (21:29). Rödl blieb aufgrund der schwachen Trierer Leistung, die in der Offensive extrem hektisch agierten, nichts Anderes übrig, als eine Auszeit zu nehmen.

Die Auszeit behob zwar nicht alle Probleme im Trierer Spiel – vor allem Howell und Stewart schlossen weiterhin überhastet ab -, aber der bärenstarke Bucknor hielt die Moselstädter im Spiel. Der Kanadier kassierte aber wenig später sein drittes persönliches Foul . Die Luft auf der Power-Forward-Position wurde dünner, denn auch Chikoko war zu diesem Zeitpunkt schon mit drei Fouls belastet.  Durch die starke Trierer Defense war man beim 29:34-Halbzeitrückstand aber immer noch im Spiel – trotz lediglich 23 Prozent Trefferquote aus dem Zweipunktbereich.

Auch in der Halbzeitpause blieb es interessant. Michael Röhrig, Teamleiter Kommunikation bei Sport1, stand Rede und Antwort. Popularität, Hexenkessel – all das sei bei der Entscheidungsfindung wichtig und Trier sei ein „Härtefall“. Die Aktion der Trierer Fans fand er aber „durchaus gelungen, und es ist schön, direkt mit der Kritik konfrontiert zu werden“. Ein Bekenntnis zu einem Live-Spiel der Trierer im TV gab es jedoch nicht.

Zum Start der zweiten Hälfte übernahm Brandon Thomas das Kommando auf Seiten der Isarstädter. Fünf Punkte in Folge bauten den Vorsprung wieder auf acht Punkte aus (31:39), ehe Linhart und Howell per Dreier sogar wieder auf 37:39 verkürzen konnten. Allerdings war München extrem abgezockt, ließ sich von Triers kleinem Lauf nicht aus der Ruhe bringen. Yotam Halperin und der mit allen Abwassern gewaschene Jared Homan erhöhten wieder für die Heimmannschaft. Als dann auch noch Lawrence Roberts einen Dreier einstreute, war der Rückstand der Underdogs erstmals zweistellig (38:48). Es folgte ein 9:0 Run von Trier – angeführt vom bis dato unsichtbaren Chikoko (sechs Punkte), ehe Demond Greene durch einen unglaublichen Dreier mit der Viertelsirene den Spielabschnitt mit 47:51 aus Trierer Sicht beendete.

Was dann folgte, nährte noch einmal die Hoffnungen der rund 120 mitgereisten Schlachtenbummler aus Trier. Trotz des Ausfalls von Harper, der aufgrund von Adduktorenproblemen nur tatenlos zusehen konnte, übernahm Trier mit einem weiteren Lauf wieder die Führung (52:51) und blieb im entscheidenden Viertel stets auf Tuchfühlung. Doch München traf die wichtigen Würfe. Erst Chevon Troutman und 96 Sekunden vor Schluss Tyrese Rice mit dem „verrücktesten Wurf des Jahres“ (O-Ton von Webradio-Moderator Chris Schmidt) zum 62:67 – die Vorentscheidung. Auch Nate Linhart, der von den Fans zum Spieler des Tages gewählt wurde, macht die „Big Shots“ der Münchner als Hauptgrund für die Niederlage aus. „Der Dreier von Demond Greene am Ende des dritten Viertels hat uns extrem wehgetan.“

München behielt die Kontrolle, Rice machte den Sieg an der Freiwurflinie perfekt. Am Ende hieß es 66:72 für die namhaften Riesen aus der bayrischen Landeshauptstadt. Der einzige Vorwurf, den sich die Trierer selbst machen konnten, war häufig zu überhastet und kopflos in der Offensive agiert zu haben. Trier verkaufte sich abermals sehr teuer und steht mit 8:6 Punkten weiterhin sehr gut in der Tabelle da.

Headcoach Henrik Rödl (Trier): „Das war heute eine gute Münchner Mannschaft. Man hatte den Eindruck, dass das Team auf einem guten Weg ist. Wir hatten heute unsere Chancen, aber München hat auch in den entscheidenden Situationen gut getroffen. Wir waren nah dran, das Spiel zu drehen, aber haben unsere offenen Würfe nicht verwerten können. Es war ein knappes Spiel, aber der Sieg geht auch nicht unverdient nach München.“

Headcoach Yannis Christopoulos (München): „Wir wussten, dass Trier kein einfacher Gegner ist. Wir haben über drei Viertel gut verteidigt. Im letzten Viertel haben wir jedoch zu viele einfache Punkte zugelassen. Trier konnte so einen Rhythmus aufnehmen und wenn ein Team wie Trier einmal Blut leckt, wird es schwierig. Zudem hatten wir heute zu viele Ballverluste, die nicht aus der guten Verteidigungsarbeit des Gegners resultierten, sondern aus unserer eigenen Unkonzentriertheit. Wir müssen noch unseren Offensiv-Rhythmus finden und sind noch nicht konstant genug in unserem Spiel. Daran müssen wir arbeiten.“(cw)

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