Fetter Donnerstag: Stadt will Alkoholverbot

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TRIER. Nachdem es am Fetten Donnerstag 2012 zu erheblichen Alkoholexzessen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen kam, soll an Weiberfastnacht 2013 in der Altstadt zwischen neun und 19 Uhr ein Alkoholverbot gelten. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am Donnerstag, 15. November. Die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) unterstützt diesen Schritt und will die Feier zur Prinzenproklamation verkürzen. Gleichzeitig will sie aber den Auftakt des Straßenkarnevals weiter auf dem Hauptmarkt feiern. Eine Einigung soll in Verhandlungen mit dem Rathaus in den nächsten Wochen erzielt werden.

Am 16. Februar 2012 hatten an der Feier auf dem Hauptmarkt rund 2500 Jugendliche und junge Erwachsene teilgenommen, die sich nicht zuletzt durch mitgebrachte alkoholische Getränke innerhalb kürzester Zeit teilweise bis zur Besinnungslosigkeit betranken. In 60 Fällen kam es zu Alkoholvergiftungen. Nach Einschätzung eines Notarztes war es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass keine Todesopfer zu beklagen waren. Die Ordnungskräfte sprachen 100 Platzverweise aus, um Massenschlägereien zu verhindern. Auch am Abend kam es noch zu Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.

„Danach war klar“, so Bürgermeisterin Angelika Birk (Grüne), „dass das bisherige Präventions- und Sicherheitskonzept versagt hatte.“ Um eine Wiederholung zu verhindern, entstand der Runde Tisch „Weiberfastnacht“. Dort arbeiten unter anderem die ATK, die Stadtjugendpflege, die regionale Jugendschutzbeauftragte, die Polizei, das Ordnungs- und das Stadtreinigungsamt, das Jugendparlament, Vertreter von Rettungsdienst, Feuerwehr, der Kliniken, der ADD als Schulaufsicht sowie die Beigeordneten Thomas Egger und Angelika Birk mit.

Das jetzt präsentierte Maßnahmepaket ist ein Hauptergebnis der intensiven Arbeit der letzten Monate. Der „Fette Donnerstag“ 2013 soll unter dem Motto „Fröhlich feiern in Trier, aber sicher“ stehen. Nach der Gefahrenabwehrverordnung, über die der Stadtrat entscheidet, darf am 7. Februar 2013 zwischen neun und 19 Uhr in großen Teilen der Altstadt kein Alkohol konsumiert oder mitgebracht werden. Das Gebiet umfasst unter anderem Haupt-, Vieh- und Kornmarkt sowie den Stockplatz, die Treviris-Passage einschließlich umliegender Straßen. Ausnahmen von dem Verbot gelten für Personen, die zum Beispiel auf dem Weg nach Hause sind und im Supermarkt Wein fürs Abendessen gekauft haben.

Einigkeit herrscht unter den Experten am Runden Tisch, dass damit an diesem Tag Alkoholexzesse zwar verhindert, tieferliegende Ursachen aber noch nicht behoben werden können. Dafür müsse die Prävention, vor allem in enger Kooperation mit Eltern und Schulen, ausgebaut werden.

Der Runde Tisch schlägt außerdem konkrete Schritte vor, um alkoholisierte und verletzte Besucher am Fetten Donnerstag schnell versorgen zu können. Der Rettungsdienst soll vier Einsatzfahrzeuge bereithalten. In der Toni-Chorus-Sporthalle ist ein stationärer Behandlungsplatz vorgesehen. Ein zusätzliches Notarzteinsatzfahrzeug soll besetzt und die Belegung in der Leitstelle aufgestockt werden. In den großen Kliniken würden ebenfalls die Notfallkapazitäten erhöht. Mit diesen Vorschlägen befasst sich der Stadtrat ebenfalls am Donnerstag. (red/et)

STELLUNGNAHME DER TRIERER JUSOS

1 KOMMENTAR

  1. Fetter Donnerstag ist eine schöne Tradition, leider nicht überall in Deutschland. Im Eichsfeld, nahe der ehemaligen Zonengrenze wird an dem Tag überall in den Kneipen groß gefeiert, herrliche Schlachteplatten. Leider nicht im Land Brandenburg und auch nicht in Berlin. Von wegen Berliner Karneval.

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