TBB Trier: Wie einst Carl Brown – Träumen ist immer erlaubt

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TRIER. Es ist seit Jahren das Spiel der Spiele im Kalender von Basketball-Bundesligist TBB Trier. Wenn Alba Berlin kommt, füllen sich die Ränge. Den Nimbus des Kassenschlagers, den „Bayern-München-Effekt“, hat das Team aus der Hauptstadt immer noch inne, auch wenn mittlerweile die wahren Bayern für ähnlich volle Hallen sorgen. In der Trierer Basketball-Vergangenheit ragen zwei Spiele gegen Alba besonders heraus: 1998 schoss die Legende Carl Brown die „Albatrosse“ – mit Henrik Rödl – quasi im Alleingang ab. 2004 gelang der bislang letzte Sieg gegen Berlin in einer Partie voller Emotionen – einige Spieler erlebten deren Ende nämlich nicht in der Halle…

Doch zurück zur Gegenwart. Alba 2012 scheint wie das Ergebnis eines Prozesses über mehrere Spielzeiten: 2010 wurde Headcoach Luka Pavicevic von Muli Katzurin abgelöst, der machte 2011 Platz für Gordon Herbert, und auch der blieb nicht lange. Dann kam eine Alba-Legende zurück an die Spree: Sasa Obradovic war unter Übervater Svetislav Pesic von 1994 bis 1997 Albas Aufbauspieler, wurde mit Berlin Meister, Pokalsieger und Korac-Cup-Gewinner. Über mehrere Umwege landete er in Köln, wo er 2005 direkt vom Parkett auf die Trainerbank wechselte und 2006 Meister wurde – im Finale gegen Berlin, damals gecoacht von Henrik Rödl. Von seiner letzten Trainerstation BK Donezk in der Ukraine, auch hier ging er als Meistertrainer, brachte er Point Guard Vule Avdalovic mit, Combo-Forward Zach Morley kam von Donezks Liga-Konkurrenten Kiew.

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Mit DaShaun Wood und Heiko Schaffartzik, dem Aufbauspieler der deutschen Natíonalmannschaft, verfügt Obradovic über das vielleicht beste Point-Guard-Duo der Liga, mit Yassin Idbihi am Brett über einen deutschen Center, der über die Talent-Phase schon längst hinaus ist – 12,3 Punkte und 5,3 Rebounds im Schnitt sprechen eine deutliche Sprache.

Richtig durchgestartet sind die Albatrosse in dieser Saison allerdings noch nicht. Geschuldet ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der Doppelbelastung in Beko BBL und Euroleague. Erst vier Spiele hat Berlin im nationalen Wettbewerb absolviert, zwei verloren – zuletzt nach Verlängerung in Ludwigsburg (93:84). Dazwischen reiste das Team durch halb Europa: Italien, Frankreich, Polen und noch am Donnerstag Malaga in Spanien waren die bisherigen Euroleague-Stationen.

Alba Berlin scheint also zum richtigen Zeitpunkt nach Trier zu kommen – als Tabellenzehnter und im Reisestress. Dass dies die Albatrosse nicht weniger gefährlich macht, weiß nicht nur Henrik Rödl, der Alba als „eines der stabilsten Teams der Liga“ bezeichnet und vor Euphorie angesichts des frühen Tabellenstandes warnt: „Wir dürfen uns nicht von der Tabellensituation blenden lassen: Die Berliner sind eines der stärksten Teams der Liga. Sie haben auch in diesem Jahr wieder eine sehr hohe Qualität, auch wenn sie aufgrund ihrer Doppelbelastung zweimal in der Liga knapp gescheitert sind. Sie sind sehr stabil, sie spielen aggressiv, und man darf sie auch nach zwei Niederlagen nicht unterschätzen. Wir werden natürlich selbstbewusst an die Sache herangehen – ich freue mich in jedem Fall auf das Duell mit Sasa Obradovic.“

Sich der Sensation sicher zu sein, ist für die Trierer also streng verboten. Davon träumen darf man aber durchaus. (red/et)

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