Stadtwerke Trier erhöhen Strompreis ab Januar

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TRIER. Die Stadtwerke Trier (SWT) erhöhen von Januar 2013 an den Strompreis. Das gab das Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt. Für die Kunden in den Sondertarifen bedeutet dies laut SWT, dass der Arbeitspreis zum 1. Januar 2013 von 21,71 Cent brutto pro Kilowattstunde auf 25,36 Cent pro Kilowattstunde steigt. Grund ist die Erhöhung der Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage). Ferner haben haben die Netzbetreiber steigende Entgelte auf allen Netzebenen angekündigt.

Der Grundpreis hingegen bleibt für die Kunden unverändert. Im Tarif S-Komfort-Öko bedeutet die Anpassung – bezogen auf einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr – ein Plus von rund 128 Euro beziehungsweise knapp 15 Prozent. „Um die drastische Preiserhöhung etwas zu mildern, zahlen wir unseren Kunden einen Bonus in Höhe von 25 Euro brutto. Dieser wird automatisch mit der nächsten Jahresrechnung verrechnet“, erklärt SWT-Vertriebsleiter Thomas Speckter (Hier das Diagramm, wie sich der neue Strompreis zusammensetzt).

Die Betreiber der deutschen Übertragungsnetze haben jüngst bekannt gegeben, dass sich die Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage) ab dem 1. Januar 2013 von 3,592 Cent auf 5,277 Cent netto pro Kilowattstunde erhöhen wird. Außerdem haben die Netzbetreiber steigende Entgelte auf allen Netzebenen angekündigt. Auf dieser Basis steigen weitere staatlich festgelegte Preisbestandteile wie die Umlage nach Paragraph 19 der Stromnetzentgeltverordnung und der Zuschlag nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Zuschlag). Darüber hinaus wird eine neue Offshore-Haftungsumlage als Bestandteil des Strompreises eingeführt.

Hintergrund der EEG-Umlage

Die Bundesregierung verfolgt im Rahmen der Energiewende das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 Prozent zu reduzieren. Erhebliche Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid werden durch die Nutzung Erneuerbarer Energien eingespart. Daher unterstützt der Gesetzgeber die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Besitzer von Solarmodulen, Windparks oder anderen Erneuerbare-Energien-Anlagen erhalten für einen Zeitraum von 20 Jahren die Garantie, dass der von ihnen erzeugte Strom („EEG-Strom“) zu einem festgelegten Preis und zu einem 100prozentigen Anteil abgenommen wird, der über dem derzeitigen Marktpreisniveau liegt. Dieser festgelegte Wert wird als EEG-Vergütung bezeichnet.

Die örtlichen Verteilnetze nehmen den Strom in ihr Netz auf und zahlen für jede eingespeiste Kilowattstunde die EEG-Vergütung an den Betreiber der Erneuerbare-Energien-Anlage. Der eingespeiste Erneuerbare-Energien-Strom wird an den jeweiligen Betreiber des Übertragungsnetzes weitergeleitet. Von diesem Übertragungsnetzbetrieber erhält wiederum der Verteilnetzbetreiber die EEG-Vergütung erstattet.

Die Betreiber der vier Übertragungsnetze in Deutschland (50hertz Transmission, amprion, Transnet BW und TenneT) vermarkten diese Strommengen an der Strombörse. Mit den daraus erzielten Erlösen wird ein Teil der EEG-Vergütungen finanziert. Da die EEG-Vergütungen aber höher sind als der Strompreis an der Börse, bedarf es einer zusätzlichen Finanzierung. Hier hat der Gesetzgeber die Stromanbieter in die Pflicht genommen. Sie sind dafür verantwortlich, beim Kunden eine EEG-Umlage zu erheben und diese Umlage eins zu eins an die Übertragungsnetzbetreiber weiterzureichen. Für jeden Stromanbieter gilt die gleiche EEG-Umlage, denn sie wird bundeseinheitlich festgelegt.

Ausnahme stromintensive Industrien

Bei stromintensiven Unternehmen dürfen die Stromanbieter die EEG-Umlage nicht in voller Höhe erheben. Diese Kundengruppen haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf einen Rabatt. Ziel dieser Ausnahmeregelung ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen zu stärken und damit Arbeitsplätze zu sichern. Dies wirkt sich aber erhöhend auf die EEG-Umlage aus, da sich dadurch die Finanzierungslast auf weniger Schultern verteilt. (red/et)

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