TBB Trier: Feuervögel gerupft – 83:78-Erfolg in Hagen

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HAGEN. Dritter Sieg im vierten Spiel für Basketball-Bundesligist TBB Trier – selbst die kühnsten Optimisten rechneten wohl nicht mit einem solch starken Saisonstart der Trierer Basketballer. Wieder einmal war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die den zweiten Erfolg (VIDEO) im zweiten Auswärtsspiel sicherstellte. Zudem zeigte man in der spannenden Schlussphase keine Nerven von der Freiwurflinie. Beim verdienten 83:78-Sieg gegen Phönix in der Hagener „Enervie Arena“ überragte Barry Stewart mit 28 Punkten. Ebenfalls zweistellig punkten konnten Nate Linhart, Jermaine Bucknor und Andreas Seiferth mit jeweils zehn Punkten. Von Christoph Witt

Trier erwischte gegen die Feuervögel einen guten Start. Brian Harper nutzte das Mismatch gegen Lodwick gleich zu Beginn der Partie aus. Sowohl der erfolgreiche Abschluss (4), als auch das Auge für den freien Mitspieler war da. Trier übernahm schnell die Kontrolle über das Spiel. Gute Defense – die Hagener schafften es mehrfach nicht, innerhalb der 24 Sekunden zum Abschluss zu kommen – und gelungene Offensivaktionen hielten Trier auf Kurs.

Beachtlich: Sowohl Hagen als auch Trier blockten mehrfach gegnerische Würfe. Es wurde spektakulärer Basketball geboten. Auf Trierer Seite tat sich hierbei besonders Vitalis Chikoko hervor, der drei Hagener Würfe blockte. Trier machte insgesamt aber den besseren Eindruck, spielte sich häufiger einfache Punkte heraus. Das erste Viertel ging nach fünf starken Punkten von Jermaine Bucknor mit 20:14 an die TBB.

Auch im zweiten Spielabschnitt sahen die Zuschauer eine Mannschaft aus Trier, die das Spielgeschehen zu jeder Zeit im Griff zu haben schien, sich aber nie beruhigend absetzen konnte. Der Vorsprung pendelte sich zwischen sechs und acht Punkten ein, jeder kleine Lauf der Hagener wurde erfolgreich gekontert. Viele Ballverluste und unnötig überhastete Abschlüsse in der Offensive spielten dem Heimteam dann aber in die Karten.

Als Barry Stewart die Moselstädter mit sieben Zählern in Serie mit neun Punkten in Front brachte (36:27), schien drei Minuten vor der Halbzeit dennoch alles nach Plan zu laufen. Doch David Bell lief heiß. Jarrett Howell, der mehrfach an gegnerischen Blocks hängen blieb und dem Scharfschützen nicht eng genug auf die Pelle rücken konnte, musste tatenlos zusehen, wie Bell Hagen wieder auf Tuchfühlung brachte. Drei Dreipunktwürfe in Folge bedeuteten sogar die abermalige Führung für die Hagener. Ein Dreier von Howell, sowie ein Korbleger von Stewart retteten eine denkbar knappe 41:40-Führung in die Halbzeitpause. Henrik Rödl konnte ob des Spielverlaufs nicht zufrieden sein.

Wer dachte, eines der Teams könnte in der zweiten Spielhälfte endgültig die Kontrolle übernehmen, sah sich getäuscht. Trier startete zwar mit einem 6:0-Lauf ins dritte Viertel, doch Hagen konterte mit einem eigenen 7:0-Run zum 47:47 Ausgleich. Besonders Larry Gordon und Dino Gregory stellten die Trierer mit ihrer Athletik vor Probleme, während bei Trier vor allem Stewart auf sich aufmerksam machte. Das Spiel wurde immer mehr zur Nervenschlacht. Gegen Ende des dritten Abschnitts konnte die TBB schließlich wieder einen kleinen Nackenschlag setzen und beendete das Viertel durch einen spektakulären Buzzer-Beater von Mathis Mönninghoff mit 63:57.

Doch eine Vorentscheidung war dies natürlich immer noch nicht. Die Schützlinge von Henrik Rödl hatten mehrfach die Chance, sich noch weiter von den Hagenern abzusetzen, ließen die Möglichkeiten aber immer wieder ungenutzt.  Trotz 14 Offensivrebounds konnte man sich nie entscheidend absetzen. Zudem kam man mit der Zonenverteidigung der Hagener überhaupt nicht zurecht und ließ immer wieder die 24-Sekunden-Uhr herunterlaufen, gute Wurfchancen blieben aus.

Stattdessen schafften es Davin White per Dreipunktspiel sowie der bärenstarke Larry Gordon die Hagener viereinhalb Minuten vor Schluss wieder mit 66:65 in Führung zu bringen. Wie Phönix aus der Asche – die Hagener machten ihrem Namen alle Ehre. Der Hagener Hexenkessel stand Kopf.

Es folgte die Show von Barry Stewart. Das ganze Spiel über setzte der Verteidigungsminister Nadelstiche, den Todesstoß sparte er sich für das Ende des Spiels auf. Eiskalt konterte er den Lauf der Hagener mit einem Dreierwurf, erhöhte wenig später per Fadeaway auf 70:66 aus Trierer Sicht. Gordon stemmte sich per Dreier noch ein weiteres Mal gegen die Niederlage, doch ein Assist von Stewart auf Seiferth und zwei vergebene Freiwürfe von Bell spielten Trier in die Karten. Nach einem Offensivrebound von Nate Linhart zirka 40 Sekunden vor Schluss (73:69), waren die Hagener endgültig gezwungen die Uhr zu stoppen.

Trier zeigte sich nervenstark, weder Linhart (4) noch Stewart (4) noch Howell (2) zeigten Schwächen von der Freiwurflinie und brachten den Sieg sicher nach Hause. Daran konnten auch zwei weitere Dreipunktwürfe des Hageners Bell nichts mehr ändern. Letztendlich konnten sich die rund 50 mitgereisten Fans über einen 83:78-Auswärtssieg freuen.

Auch beim nächsten Heimspiel gegen Bremerhaven, für das seit dieser Spielzeit Philip Zwiener die Sneakers schnürt, rechnet man sich Chancen aus. „Wir wussten, dass wir bei unserem Startprogramm mit fünf zu null oder null zu fünf starten können. Jetzt haben wir drei Siege aus vier Spielen, und auch gegen Bremerhaven wollen wir Punkte holen“, zeigt sich Co-Trainer Thomas Päch beim Livestream Interview siegeshungrig.

Trier findet sich momentan auf dem vierten Tabellenplatz wieder und zeigt mehr und mehr, dass Henrik Rödl wohl ein perfektes Team aus den begrenzten Trierer Möglichkeiten geformt hat. Das Spiel gegen die Eisbären findet am kommenden Samstag, 27. Oktober, 20 Uhr, in der Arena Trier statt. Zu wünschen wäre diesem kämpferisch und spielerisch starken Team, dass es dann erstmals von mehr als 4000 Zuschauern angefeuert wird. Das hätte sich die Mannschaft inzwischen mehr als verdient. (cw)

ZUR KOLUMNE von Eric Thielen

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