„Hohes Niveau nicht aufgeben“

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MAINZ/TRIER. „Ob die neuen Bildungsstandards in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch der Kultusministerministerkonferenz tatsächlich Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs in Deutschland verbessern werden, wird sich noch erweisen müssen. Eine wirkliche Vergleichbarkeit von Abiturprüfungen kann nur dann erzielt werden, wenn sich alle Bundesländer auch an die Vereinbarungen halten und die formalen abschlussbezogenen Bildungsstandards durch inhaltlich ausgerichtete anspruchsvolle Lehrpläne und Curricula ergänzt werden“, betont Malte Blümke, Landesvorsitzender des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz, in einer Pressemitteilung.

Eine ausschließliche Ausrichtung des Abiturs und des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe an den Kompetenzen und eine Einigung auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner bei den Leistungsanforderungen würde eher im Gegenteil das deutsche Abitur schwächen. So haben Untersuchungen von Professor Dr. Klein, Frankfurt, gezeigt, dass Schüler der neunten und elften Klassen ohne Mühe kompetenzorientierte Abituraufgaben lösen konnten.

„Rheinland-Pfalz darf das hohe Niveau seines Abiturs, das seit Jahren durch verbindliche Lehrpläne, genaue Abiturvorgaben und zentrale Abiturauswahlkommissionen garantiert wird, nicht aufgeben. Dazu brauchen wir kein sogenanntes Zentralabitur, das ohnehin nur maximal 20 Prozent der Abiturleistungen ausmacht. Auch ein Bundeszentralabitur wird es aufgrund der föderalen Struktur Deutschlands nicht geben“, ist sich der Philologenverbandschef sicher.

„Allerdings begrüßen wir nachdrücklich alle Anstrengungen, die Bildungsstandards in den Lehrplänen und Curricula der Bundesländer verbindlich zu verankern und anspruchsvolle Abituraufgabenstellungen zu erarbeiten, die tatsächlich gewährleisten, dass die inhaltlichen Leistungsanforderungen zwischen den Bundesländern und zwischen den Gymnasien und den anderen Schularten, die Abiturprüfungen vornehmen, vergleichbar sind“, so Blümke. (red)

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