Preis für Trierer Sprachhistoriker

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TRIER. Bei der Verleihung des Interregionalen Wissenschaftspreises der Großregion wurden in diesem Jahr auch fünf Wissenschaftler der Universität Trier ausgezeichnet. Der mit 25.000 Euro dotierte zweite Preis, der als Stiftungspreis der SaarLB vergeben wurde, geht an das Forschungsprojekt „Mittelalterliche Archivalien der Großregion“. Die Jury würdigte insbesondere die grenzüberschreitende Dimension und die wissenschaftliche Qualität des Projektes. Im Rahmen der dritten Interministeriellen Konferenz „Hochschulwesen und Forschung“ der Groβregion wurde der Preis am Donnerstag in Metz überreicht.

Gemeinsam mit Kollegen aus Belgien (Université Catholique de Louvain-la-Neuve), Frankreich (Université de Lorraine, Nancy) und Luxemburg (Université du Luxembourg) haben die Trierer Sprachhistoriker Dr. Natalia Filatkina, Dominic Harion M.A., Falko Klaes, Prof. Dr. Claudine Moulin und Dr. Nikolaus Ruge zahlreiche mittelalterliche Dokumente aus der Großregion ausfindig gemacht, die beispielsweise Aufschluss über das Alltagsleben oder über politische Beziehungen zwischen Trier und Lothringen oder Luxemburg geben.

Die Trierer Arbeitsgruppe zu den „Mittelalterlichen Archivalien“ ist aus einem Forschungsprojekt von Professor Moulin im Rahmen des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) Trier hervorgegangen und wurde von diesem auch durch eine Anschubfinanzierung gefördert. Eine Vernetzung in die Großregion und die Anknüpfung an das von Dr. Hélène Schneider an der Universität Nancy initiierte Projekt der Grande Région folgten rasch. Kollektives Forschungsziel der disziplin- und ländergrenzenübergreifenden Projektgruppe ist die Untersuchung gemeinsamer Charakteristika, aber auch Differenzen der historischen, sprachlichen und rechtlichen Wurzeln sowie der Brauchtümer jener Länder, die heute der Großregion angehören.

„Die gezielte interdisziplinäre Forschungsarbeit von Historikern und Sprachwissenschaftlern über Sprachen und Grenzen hinweg, die konsequente Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses in internationalem Rahmen sowie die Anbindung an neue Methodologien der Digital Humanities sind für uns eine Hauptquelle der Motivation gewesen. Der Preis stellt für uns eine große Ehre und auch einen Ansporn für die künftige Arbeit dar“, freut sich Professor Moulin über die Anerkennung des interregionalen Forschungsprojektes.

Indem es den Wert des gemeinsamen schriftlichen historischen Erbes herausstellt, leistet das Forschungsprojekt einen fundamentalen Beitrag zur Idee der Großregion. Hinzu tritt der fruchtbare interdisziplinäre Dialog, der erheblichen Anteil auch an der wissenschaftlichen Qualität des Projektes hat. Die Forschungsarbeiten verfolgen letztlich das Ziel, Methoden und Anliegen von Historikern und Sprachwissenschaftlern auch über Grenzen hinweg zu verbinden und derart einen angemessenen wie facettenreichen Zugriff auf die mittelalterlichen Quellen zu ermöglichen.

Das Preisgeld soll unter anderem der weiteren Quellenerschließung, dem Ausbau des Portals und der Nachwuchsförderung dienen. (red)

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