Stadtrat in Kürze: Aufhebung der GOS beschlossen

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TRIER. Gegen die Stimmen der Grünen und Linken hat der Stadtrat am Dienstagabend die Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe (GOS) von Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) und Realschule plus am Mäusheckerweg beschlossen (wir berichteten mehrfach). Der Rat folgte damit dem Änderungsantrag der CDU, der in der letzten Sitzung des Schulträgerausschusses entgegen der Vorlage von Dezernentin Angelika Birk (Grüne) angenommen worden war.

Über zwei Stunden mussten sich die Lehrer und Elternvertreter des FSG am Dienstagabend in Geduld üben, ehe der für sie spannendste Tagesordnungspunkt zur Diskussion stand. Dann jedoch ging alles sehr schnell über die Bühne. Mit Ausnahme von Gerd Dahm (Grüne) und den Linken sprachen sich alle Fraktionen für die Auflösung der GOS am Schulzentrum in Ehrang aus. Dahm machte noch einmal die Position seiner Partei deutlich: „Die Anmeldezahlen am Schulzentrum sind nicht wegen der gemeinsamen Orientierungsstufe gesunken“, sagte der Grüne. „Sie sind von dem Zeitpunkt an gesunken, als aus dem FSG ein GTS8-Gymnasium wurde, weil von da an die Schülerlenkung aus der Innenstadt nach Ehrang nicht mehr möglich war.“

Dahm betonte, dass sich die Realschule stets für die Beibehaltung der GOS ausgesprochen habe. „Und jetzt will einfach einer aus dem gemeinsamen Haus ausziehen, obwohl die Orientierungsstufe vorher sehr erfolgreich war.“ Das könne so nicht hingenommen werden, weil es nicht zuletzt dem pädagogischen Auftrag zuwider laufe, der alle Schulen zur Integration verpflichte.

Dem hielt Dr. Barbara Engel-Ries von der CDU entgegen, dass das G8-Gymnasium nur gerettet werden könne, sofern die GOS unverzüglich aufgehoben werde. „Und davon werden schließlich beide Schulen profitieren“, sagte die Unionschristin. Für die SPD machte Sven Teuber deutlich, dass seine Fraktion der Auflösung der GOS „nach intensiven Beratungen“ zustimmen werde. Louis-Philipp Lang, Vorsitzender des Trierer Jugendparlaments und Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums, hatte zuvor eindringlich an alle Ratsmitglieder appelliert, die Auflösung der GOS zu beschließen. „Viele haben die gemeinsame Orientierungsstufe zwischen Realschule und G9-Gymnasium für gut gehalten“, sagte der 17-Jährige. „Aber in Verbindung mit einem G8-Gymnasium passt das einfach nicht mehr.“ 1200 Unterschriften für die Aufhebung der GOS seien gesammelt worden. „Und ich bitte Sie, dies bei Ihrer Entscheidung zu berücksichtigen“, so Lang.

Das letzte Wort hat jetzt das Mainzer Bildungsministerium. Dort hat man allerdings schon Zustimmung signalisiert, sollte der Stadtrat die Auflösung der GOS beschließen. Am 14. November ist beim FSG „Tag der offenen Tür“. Dann wollen Schulleitung und Lehrer das neue Konzept erstmals präsentieren, um für ihre Schule offensiv zu werben. Am 12. Januar 2013 findet dann ein „Schnuppervormittag“ für Viertklässler und deren Eltern am FSG statt.

Stellungnahme des Philologenverbandes

Birk scheitert im Ausschuss

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Angenommen wurde vom Rat der Antrag der SPD-Fraktion „Nachhaltig bauen und haushalten – Einführung vorhabenbezogener Schadstoffkataster“ sowie ein diesbezüglicher Ergänzungsantrag der Grünen. Was kompliziert klingt, ist im Grunde genommen sehr einfach. Bei Sanierungen an städtischen Gebäuden – wie zum Beispiel Schulen – soll künftig die Schadstoffbelastung der Objekte durch die verwendeten Baumaterialien geprüft werden. Erst dann sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden.

Vermieden werden soll so, dass Baumaßnahmen – wie jüngst bei der Sanierung des Auguste-Viktoria-Gymnasiums geschehen – deutlich teurer werden, als zunächst veranschlagt. Der Ergänzungsantrag der Grünen sieht eine Überprüfung auch der Grundleitungen, technischen Anlagen und konstruktiven Bauteile vor, um das Risiko unvorhergesehener Kostensteigerungen zu vermeiden. Dazu soll die Verwaltung bis Ende 2012 eine Checkliste ausarbeiten.

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Der Antrag der CDU-Fraktion, einen „Masterplan für die Straßenbeleuchtung und Beleuchtung der Stadt Trier“ auszuarbeiten, wurde vom Rat in den Steuerungsausschuss verwiesen. Die Union führte als Vorbild die französische Stadt Beaune an. Analog dazu könne Trier durch spezifische Beleuchtungskonzepte sein kulturelles Erbe deutlicher betonen und seine Attraktivität steigern. Eine umfangreiches Parnership – etwa mit den Stadtwerken – könne zudem den Energiebedarf der Stadt wirtschaftlich und umweltverträglich ausrichten. So sei eine Energieeinsparung von 40 bis 47 Prozent möglich. Auch die Straßenbeleuchtung, Beschilderungen und Sportanlagen sollten in den Masterplan einbezogen werden.

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Ausführlich beantwortete die Verwaltung die Anfragen der SPD zur „Sportentwicklung in Trier“ sowie jene der FDP zu den „Studienanfängern in Trier“.

Hintergrund der SPD-Anfrage war die Entscheidung des zuständigen Ausschusses, den Sportplatz in Trier-Irsch in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln (Kosten rund 800.000 Euro), die notwendige Sanierung der Toni-Chorus-Halle des Postsportvereins Trier aber zu verschieben. Dezernentin Angelika Birk betonte, dass sich der Ausschuss entgegen ihrem eigenem und dem Votum des Stadtsportverbandes für die Maßnahme in Irsch ausgesprochen habe. Die finanzielle Situation der Stadt lasse die Umsetzung beider Projekte aber nicht zu – zumal die Gesamtkosten für die Sanierung der vereinseigenen Toni-Chorus-Halle inzwischen mit mehr als 1,7 Millionen Euro veranschlagt worden seien. Die Möglichkeit einer Kreditfinanzierung durch den Verein mit einer städtischen Bürgschaft sei ferner von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) aufgrund der städtischen Finanzlage kritisch aufgefasst worden.

Zur Anfrage der FDP sagte Birk, dass zum Wintersemester 2012/2013 mit einem weiteren Anstieg der Studentenzahlen zu rechnen sei. Die aktuellen Zahlen würden von der Universität jedoch erst im November ausgewertet. Auch die Fachhochschule gehe von steigenden Zahlen aus. Langfristig sei jedoch mit weniger Studenten an den Trierer Hochschulen zu rechnen.

Birk räumte ein, dass in Trier die Wohnungsnachfrage größer als das Angebot ist. Die Entwicklung der Mieten sei dafür Indikator. Preiswerte Wohnungen seien Mangelware. Aktuell liegen laut Birk zwei Bauanträge für offizielle Studentenwohnungen vor – einer für den Universitätsring mit 130 Wohneinheiten sowie ein zweiter für die Augustinerstraße mit 121 Wohneinheiten. Da die Genehmigungen noch nicht erteilt worden seien, könne die Frage der Fertigstellung nicht beantwortet werden. Ferner liefen derzeit Gespräche, eines der drei ehemaligen Kasernengebäude in der Gneisenaustraße ebenfalls als studentisches Wohnobjekt auszubauen. Das Problem des städtischen Wohnens könne indes nicht losgelöst von der schwierigen Gesamtsituation des Trierer Wohnungsmarktes gesehen werden. (et)

1 KOMMENTAR

  1. Die einzig richtige Entscheidung, damit das Fsg -hoffentlich- überleben kann. Die Haltung der Grünen/Linke kann man nicht ernsthaft nachvollziehen.

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