„Interesse am Bürgerhaushalt ungebrochen“

0

TRIER. „Der Bürgerhaushalt stößt vier Jahre nach dem Start weiter auf breites Interesse, Ermüdungserscheinungen sind nicht erkennbar“, lautet das Fazit von OB Klaus Jensen nach Abschluss des diesjährigen Beteiligungsverfahrens. Insgesamt gingen während der Onlinephase des Bürgerhaushalts 358 Vorschläge der Teilnehmer ein, hinzu kamen 60 Ideen der Ortsbeiräte. 28.156 Bewertungen wurden verzeichnet, die Zahl der auf der Online-Plattform registrierten Personen stieg auf 2771. Die aktuellen Zahlen seien eine Ermutigung, das Angebot fortzusetzen und auszubauen, etwa in Form eines permanenten Ideen- und Beschwerdemanagements, so Jensen.

Dabei hat sich der Bürgerhaushalt Jahr für Jahr neu erfunden: Während 2011 nur Sparvorschläge gefragt waren, ging es diesmal um Arbeit, Bildung und Wohnen. „Diese Schwerpunktthemen wurden von den Bürgern nicht ganz so stark berücksichtigt, wie erhofft. Dennoch waren die drei Sachgebiete insgesamt stärker vertreten als in den vergangenen Jahren“, betont Jensen. 34 Vorschläge, die auf der Bewertungsskala von plus zwei bis minus zwei am besten abschnitten, werden zur Zeit von den Fachleuten im Rathaus geprüft und kommentiert und im Rahmen der Etatberatungen dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

Die beste Durchschnittsnote (+1,41) erhielt vor dem Hintergrund der Debatte um die Schulentwicklung in Trier die Forderung, die Grundschule Pfalzel zu erhalten. Hoch im Kurs standen erneut Ideen zur Energieeffizienz, darunter die Nutzung von Abwasser zur Wärmerückgewinnung in öffentlichen Gebäuden. Gleich drei Vorschläge zur Erschließung, Umgestaltung und Belebung des Moselufers schafften es unter die Top 16.

Erstmals wurde der Bürgerhaushalt auf die Ebene der Stadtteile ausgeweitet. Vorschläge, die im Rahmen des jeweiligen Ortsbeiratsbudgets verwirklicht werden können, konnten von den Einwohnern des jeweiligen Stadtteils bewertet werden. Als Vorgabe hatten die Ortsbeiräte ihre eigenen Ideen eingebracht, Bürgervorschläge kamen im Lauf des Verfahrens hinzu. Die Resonanz auf dieses Angebot war von Stadtteil zu Stadtteil sehr unterschiedlich, wobei Pfalzel, Mitte-Gartenfeld, Heiligkreuz und Kürenz besonders „aktiv“ waren. Die Ergebnisse des Bürgerhaushalts werden derzeit in den Budgetberatungen der Ortsbeiräte berücksichtigt.

Zum Thema Verkehr wurden insgesamt 129 Vorschläge eingebracht. Diese sind in den parallel gestarteten Beteiligungsprozess zum Mobilitätskonzept Trier 2025 eingeflossen. Alle Vorschläge, Bewertungen und Kommentare können auf der Internetplattform des Bürgerhaushalts nachgelesen werden. (red)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.