TBB TRIER: Mit den Fans im Rücken zum Sieg über Frankfurt

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TRIER. Basketball-Bundesligist TBB Trier ist mit einer ausgeglichenen Bilanz in die Saison 2012/13 gestartet – auf den 77:66-Auftakterfolg in Tübingen folgte eine ärgerliche 70:72-Niederlage im ersten Heimspiel gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig. Jetzt soll der erste Heimsieg gegen die „Fraport Skyliners“ aus Frankfurt her – am Sonntag ab 17 Uhr in der Arena Trier.

Im Sommer 2010 saß Dragan Dojcin, frisch in Trier eingetroffen, vor der „LaOla“ Sportsbar und sah sich das Finale der Beko BBL-Saison 2009/10 an. Nur Tage zuvor war er mit Alba Berlin gegen die (damals noch) Deutsche Bank Skyliners im Halbfinale gescheitert. Frankfurt wurde Vizemeister 2010, zwang Bamberg eine 2:3-Serie auf, die nicht nur den TBB-Kapitän beeindruckte.

Heute ist das etwas anders: Frankfurt muss sparen seit der Hauptsponsor gewechselt hat. Im letzten Jahr verpflichteten die Hessen Muli Katzurin (vorher Alba Berlin) als Coach, der hatte zunächst massive Probleme, sein Team auf Kurs zu bringen. Am Ende lief es dann doch noch rund, an den Playoffs scheiterte man aber knapp – zum ersten Mal seit Jahren waren die Skyliners nicht unter den ersten Acht.

Vom Team der Vorsaison ist fast nichts übrig – absolute Leistungsträger wie Jermareo Davidson, Jacob Burtschi (Bremerhaven), Tim Ohlbrecht und schließlich auch Publikumsliebling Jimmy McKinney (Würzburg) musste man ziehen lassen, endgültige Erfolgsmeldungen in Sachen Neuverpflichtung ließen lange auf sich warten. Erst ganz knapp vor Saisonbeginn konnte Frankfurt einen kompletten Kader vermelden; vor allem die kurzfristige Ankündigung von Johannes Herber, seine Karriere verletzungsbedingt beenden zu müssen, erschwerte Katzurins Planung erheblich.

Aus Israel kommt Power Forward Dion Dowell, Point Guard Johnathon Jones war im letzten Jahr in der Slowakei aktiv; die meisten anderen Neuen der Skyliners laufen unter dem Label „Deutsches Talent“, wie Power Forward Danilo Barthel aus Heidelberg oder Center Johannes Voigtmann aus Jena. Diese beiden haben in der aktuellen Saison die große Chance, sich zu beweisen. An Bord geblieben sind die Routiniers Marius Nolte und Quantez „Tez“ Robertson, die seit 2009 für die Skyliners spielen und wenigstens im Ansatz ein Fundament liefern können. Robertson hat sich nach drei Spielen auch wie erwartet als effizientester Frankfurter herausgestellt. Mit Zach Peacock (früher Gießen, Bremerhaven) kam kurzfristig noch ein erfahrener Akteur in Korbnähe hinzu.

Es war vor allem Peacock, der die Skylieners bei der Frankfurter Heimniederlage am Mittwoch gegen den Mitteldeutschen BC (68:71) im Spiel hielt: Satte 24 Punkte und neun Rebounds markierte der letzte Neuzugang – das macht ihn mit 15 Punkten pro Spiel zum korbgefährlichsten Frankfurter Spieler.

Trotz aller Fragezeichen im Frankfurter Kader und einer Heimschlappe gegen den Aufsteiger: Am vergangenen Samstag gelang den Hessen ein 89:80-Auswärtssieg in Quakenbrück, bei dem vor allem Shooting Guard Larry D. Wright von sich reden machte. 21 Punkte, vier Rebounds und zwei Steals gelangen dem 25-Jährigen, der eigentlich in Frankfurt ProB spielt und nur für fünf Spiele im Beko BBL-Team aushelfen soll – jetzt dürften seine Chancen auf einen Profivertrag deutlich gestiegen sein.

Nicht nur die SportBild-Saisonvorschau bezeichnet die Skylieners als „Wundertüte“. Der Kader ist nach vielen Neu- und Umplanungen sehr schwer einzuschätzen – und auf keinen Fall zu unterschätzen. Von Abstiegskampf bis Playoff-Rennen ist alles drin.

Triers Trainer Henrik Rödl warnt denn auch davor, Frankfurt auf die leichte Schulter zu nehmen: „Das ist wieder ein sehr gefährlicher Gegner, der aggressiv spielt und im Artland klar gewonnen hat. Dadurch, dass Peacock unter dem Korb mittlerweile etabliert ist, haben sie genug Qualität, um jeden in der Liga zu schlagen. Das wird auch für uns nicht einfach. Dennoch denke ich, dass wir vor heimischem Publikum eine gute Chance haben. Wir hatten viel Zeit zur Analyse und haben an vielen Problemen aus dem Braunschweig-Spiel gearbeitet. Ich bin sicher, dass wir am Sonntag gerade in diesen Situationen besser sein werden. Wir können ausgeruht, gut vorbereitet und topfit in dieses Spiel gehen.“

Die Arena Trier öffnet am Sonntag bereits um 15 Uhr. Alle Tickets gelten gleichzeitig als Fahrschein im Verkehrsverbund VRT. Tickethotline: 0651-9790777. (red/et)

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