Konjunktur: Krisen beeinflussen regionale Wirtschaft

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TRIER. Das Konjunkturklima in der Region Trier hat sich seit dem Frühjahr laut IHK Trier merklich eingetrübt. Der entsprechende Klimaindikator ist von 125 auf 106 Punkte gefallen. Damit bewegt er sich zwar immer noch über dem neutralen Wert von 100 Punkten, markiert aber den niedrigsten Stand seit Anfang 2010. „In die Berechnungen für den Konjunkturklimaindikator gehen die Unternehmensangaben zur aktuellen Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate ein. Während die Unternehmen aktuell überwiegend zufrieden sind, haben sich die Erwartungen deutlich eingetrübt“, so IHK-Konjunkturexperte Dr. Matthias Schmitt.

37 Prozent der regionalen Firmen haben in der IHK-Umfrage angegeben, ihre Geschäftslage sei gut, 57 Prozent gaben befriedigend und nur sechs Prozent schlecht an. Vor vier Monaten hatte allerdings noch die Hälfte der Firmen von guten Geschäften berichtet. Im Hinblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung standen im Frühjahr 22 Prozent Optimisten nur 15 Prozent Pessimisten gegenüber. Zwischenzeitlich hat sich das Verhältnis umgekehrt: Nur 16 Prozent der Unternehmer erwarten in den kommenden zwölf Monaten bessere Geschäfte, während ein knappes Drittel nach IHK-Angaben Bremsspuren in der eigenen Betriebskonjunktur befürchtet. An der Umfrage beteiligten sich über 150 regionale Betriebe mit mehr als 15 000 Beschäftigten.

„Von den eingetrübten Zukunftsaussichten bleiben auch die Investitions- und Beschäftigungsplanungen nicht unberührt. Beide Werte fielen im Frühjahr noch leicht expansiv aus, aktuell ist hingegen eher von einer Seitwärtsbewegung auszugehen“, sagt Schmitt weiter. Die aktuelle Geschäftslage wird laut IHK von den Industriebetrieben besser beurteilt als im Handel. Im Dienstleistungsbereich hat sich die Branchenkonjunktur – allerdings ausgehend von einem hohen Niveau – am stärksten abgekühlt. Dafür sind dort die mittelfristigen Geschäftserwartungen noch mit einem kleinen Pluszeichen versehen, während Handel und Industrie schlechtere Geschäfte befürchten.

„Die mit der europäischen Staatsschulden- und Wirtschaftskrise verbundenen Unsicherheiten beeinflussen nun auch die regionale Wirtschaft. Das Exportwachstum dürfte deutlich abflachen. Die Konjunktur wird einen Gang zurückschalten. Angesichts der immer noch recht guten aktuellen Geschäftslage in den drei großen Branchen Industrie, Handel und Dienstleistungen sowie positiver Rückmeldungen aus dem Industriebereich, was die Kapazitätsauslastungsgrade und Auftragsbestände angeht, gibt es aber derzeit wenig Grund für übertriebene Schwarzmalerei“, so die Einschätzung von IHK-Konjunkturexperte Schmitt. (red/et)

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