SPD kritisiert Birk wegen Sportstätten

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TRIER. Aus Kostengründen soll nur eine Maßnahme möglich sein: entweder der neue Kunstrasen in Irsch oder der Ausbau der Toni-Chorus-Sporthalle in der Innenstadt. Die SPD-Stadtratsfraktion verlangt von der Verwaltung nun in der nächsten Ratssitzung (16. Oktober) Aufklärung darüber, ob vor der Entscheidung im zuständigen Ausschuss „im Vorfeld eine Möglichkeit der Förderung beider Maßnahmen eruiert“ worden sei. Die Sozialdemokraten kritisieren auch Dezernentin Angelika Birk (Grüne). „Ähnlich wie in der Schulentwicklung haben wir in der Vorlage eine klare Positionierung des Dezernats ebenso vermisst wie eine gründliche Erarbeitung von Fakten zu beiden Maßnahmen, die eine fundierte Entscheidung ermöglicht hätte“, heißt es in einer Pressemitteilung der Genossen.

Der Ausschuss sei in seiner letzten Sitzung abschließend vor die Wahl gestellt worden, welche Maßnahme wichtiger sei und daher mit einer Förderanfrage versehen werde. „Es fehlte jedoch an zentralen Aussagen und Untersuchungen. Vielmehr haben wir als SPD sehr gute Argumente für die große Bedeutung beider Maßnahmen gefunden, was sich auch in unserem gespaltenen Abstimmungsverhalten im Ausschuss, welches sich in Stimmen für den Kunstrasenplatz und Stimmen für die Toni-Chorus-Halle ausdrückte, widerspiegelte“, kritisiert die SPD.

Die gezielte Konkurrenzsituation zwischen beiden Maßnahmen sei von Birks Dezernat hergestellt worden, entbehre aber jeglicher Logik. „So sind die beiden Maßnahmen unabhängig voneinander zu betrachten, da sie doch ganz unterschiedliche Gruppen bedienen und verschiedene Ziele verfolgen. Auf der einen Seite geht es um die Förderung und den Erhalt eines zentralen Sportvereins in einem Stadtteil sowie die Ausweitung von schulischer Nutzung des Sportplatzes. Auf der anderen Seite steht eine Halle im Stadtzentrum, die sehr stark von Schulsport frequentiert wird und im Besitz eines wichtigen Traditionsvereins ist. Es handelt sich also um sehr unterschiedliche Bedürfnisse, die dementsprechend auch individuelle Antworten brauchen und keine Entweder-oder-Debatte“, betonen die Genossen.

Der von der SPD seit Jahren angemahnte Sportstättenförderungsplan sei jedenfalls bisher noch nicht vorgelegt worden. „Aber die aktuelle Diskussion, die sicherlich nur den Beginn für die Entwicklung in den kommenden Jahren darstellt, zeigt, dass dieser geholfen hätte, dem Problem Herr zu werden. So wird nun dem Stadtrat der Schwarze Peter zugeschoben, der jedoch auf die notwendige Vorarbeit der Verwaltung angewiesen ist, um sachgerecht entscheiden zu können.“

Für die SPD sei klar, dass die Prioritätenliste der Kunstrasenplätze weiterhin seine Gültigkeit behalte. „In Zeiten knapper Haushaltsmittel und geringerer Landesförderung ist aber auch klar, dass die Umsetzung der Liste zeitlich gestreckt werden muss, um auch andere wichtige Sportstättenförderungen zu ermöglichen. Ein Sportstättenförderungsplan erleichtert diese Debatte und schafft Transparenz“, so die Sozialdemokraten.

Daher fordert die SPD von der Verwaltung Aufklärung. Etwa darüber, ob im Vorfeld der Entscheidung im Dezernatsausschuss eine Möglichkeit der Förderung beider Maßnahmen eruiert worden sei und ob verschiedene Finanzierungsmodelle mit dem PST besprochen worden seien. Wissen wollen die Sozialdemokraten auch, ob die Durchführung des Hallenbetriebs in der Toni-Chorus-Sporthalle für den Schulsport und/oder den PST für die Jahre 2012/2013 gefährdet ist.

In ihrer Anfrage zur nächsten Ratssitzung richtet die SPD ferner folgende Fragen an Birks Dezernat:

– Wie wird die Verwaltung mit dem angezeigten Sanierungsbedarf in der Toni-Chorus-Sporthalle umgehen?

– Wann wird dem Dezernatsausschuss II eine konkrete Untersuchung zum festgestellten Sanierungsumfang dieser Halle, mit konkreten Vorschlägen zur Umsetzung, zur Diskussion vorgelegt werden?

– Bei welchen Sporthallen liegt darüber hinaus ein Sanierungsbedarf vor, der bereits heute bekannt ist und in den nächsten Jahren behoben werden muss? Wie ist die aktuell geschätzte Gesamtsumme des finanziellen Bedarfs für Hallensanierungen?

– Welcher Zeitplan wird für die Realisierung des Kunstrasenplatzes Irsch von der Verwaltung eingeplant?

– Wann erfolgen die vorbereitenden Maßnahmen für den nächsten Kunstrasenplatz der Liste (Trier-Zewen)? Für welches Jahr erwägt die Verwaltung die Umsetzung dieser Maßnahme?

– Wann wird die Verwaltung einen Sportstättenförderungsplan, der die gültige Prioritätenliste Kunstrasenplätze mit den weiteren Sportstättenförderungen in Einklang bringt und kompatibel macht, dem Dezernatsausschuss II und dem Stadtrat zur Debatte vorlegen?

– Welche Maßnahmen im Bereich Sport sind im Doppelhaushalt 2013/2014 vorgesehen? (red/et)

1 KOMMENTAR

  1. Scheinheilige Argumentation der „Genossen“,
    Wo ist die regierende Hand Ihres OB?
    Nur Fahrradwege bejubeln, gegen irgendwelche Rechte mobilisieren,und achja, Gatte der zukünftigen Ministerpräsidentin zu sein, ist einfach zu wenig für diese Stadt !!!

  2. Der Neubau eines Kunstrasenplatzes im Stadtteil Trier-Irsch waere eher finanziell realisierbar als die Sanierung der TCH. Die Kosten fuer den Neubau eines Kunstrasenplatzes sind ueberschaubar und wuerden +- nicht weit von einer Kostenschaetzung entfernt liegen. Die Sanierungskosten der TCH koennten trotz wohl ueberlegter und bauspezifischer Kostenschaetzung wie bei fast allen bisher im Stadtbezirk durchgefuehrten Sanierungen von Hallen und oeffentlichen Gebaeuden wieder in das Unueberschaubare hinauswachsen. Daher waere eine phasenweise Hallensanierung in den Folgejahren ein Vorschlag meinerseits, um die TCH wieder voll nutzbar herzurichten, was vielleicht besser waere als eine Komplettsanierung der Halle.

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