Die TBB-Kolumne

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    Das tut weh – sehr weh sogar. Es hätte ein perfekter Saisonstart für den Trierer Bundesligisten werden können. So aber steht am Ende die Erkenntnis, dass Rödls Team noch einiges lernen muss und der Lehrmeister selbst noch viel Arbeit vor sich hat.

    Ob der Name Programm ist? Als Eric Boateng den Trierer Brian Harper im zweiten Viertel mit einem Monster-Block stellte und alles abräumte, was sich ihm in den Weg stellte – einschließlich Werbebande -, da wurden Parallelen deutlich. Parallelen etwa zu Namensvetter Kevin-Prince Boatang, dem enfant terrible der Fußballszene.

    Deutlich wurde aber auch, dass der jungen Trierer Mannschaft genau dieser Schuss Aggressivität in der Breite noch fehlt. Die Phantome aus Braunschweig waren nicht besser. Sie waren nur cleverer, abgezockter, unerbittlicher. Nate Linhart auf Trierer Seite ist so. Barry Stewart hat das Gen. Andreas Seiferth arbeitet daran.

    Dahinter jedoch klafft (noch) ein Loch. Brian Harper will zu sehr spielen. Joshiko Saibou muss härter werden. Bastian Doreth ebenso. Vitalis Chikoko braucht mehr Pfunde – auf den Rippen und im Durchsetzungsvermögen. Und Jarrett Howell… Ja, Jarrett Howell. Ihm muss Rödl klar machen, dass vor der Show der Erfolg kommt. Unmissverständlich klar machen.

    Der US-Amerikaner hat die Leader-Fähigkeiten, aber er muss sie auch zeigen. Kurz vor Schluss lag die TBB mit zwei Punkten in Führung. Howell zog mutterseelenalleine auf den Korb zu. Doch statt den einfachen Ball zu spielen, wollte er zaubern. Und das ging gründlich in die Hose. Braunschweig glich aus und holte sich am Ende sogar den Sieg.

    Bitter für die TBB, bitter für die Fans, bitter für den Trainer, der machtlos zusehen musste.

    Zulegen muss der Klub aber auch noch in der Außenwirkung. Knapp über 3000 Zuschauer beim Auftaktspiel in der Arena sind schwach. Und das trotz des durchaus überraschenden Sieges am Mittwoch in Tübingen. Sicher, die Herbstferien schlagen hier negativ durch. Und einige Basketball-Fans der Region hatten sich sogar auf nach Berlin gemacht, um dort Dirk Nowitzki zu bestaunen.

    Dennoch, für den Verein kann die Schlussfolgerung nach diesem Aufgalopp in der Arena nur lauten: Stagnation ist Rückschritt. Soll heißen: Die Werbetrommel muss noch heftiger gerührt werden. Das Angebot an Events in Trier und der näheren Region ist inzwischen so vielfältig und breit gefächert, dass nur derjenige ein großes Stück vom Kuchen abbekommt, der intensiv auf sich aufmerksam macht.

    In der Arena bekommt man großen Sport geboten. Das aber muss man auch entsprechend verkaufen. Und da müssen alle im Klub an einem Strang ziehen. Die TBB täte gut daran – etwa über die Luxemburger Agentur „Pyramid“ – ein eigenes und maßgeschneidertes Marketingkonzept auszuarbeiten, das sich von Kartenaktionen bis hin zu Fanabenden erstreckt. Das Team und vor allem Henrik Rödl müssen darin noch viel stärker eingebunden werden. Der Offenbacher ist der beste Botschafter, den ein Verein sich wünschen kann. Mit dem Pfund sollte der Verein noch viel stärker wuchern.

    Dann bekommt die Botschaft der Fans auf dem großen Transparent, das vor dem Spiel gegen Braunschweig entrollt wurde, vielleicht auch einen tieferen Sinn. „Auf dem Weg nach oben“, hieß es dort. Das aber geht nicht von selbst.

    Per aspera ad astra. Ohne Schweiß kein Preis. Ob auf dem Feld oder abseits des Parketts.

    Zu jedem Heimspiel der TBB Trier gibt es ab sofort die TBB-Kolumne von lokalo.

    ZUM SPIELBERICHT von Christoph Witt

    1 KOMMENTAR

    1. Schöne Kolumne, die genau die richtigen Dinge anspricht. Trier ist übersättigt und darunter leidet auch der Sport ganz massiv.

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