Birks nächstes Debakel

    0

    Triers Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne) ist mit ihren abstrusen Vorstellungen wider den gesunden Menschenverstand zur Zukunft des Schulzentrums am Mäusheckerweg auf ganzer Linie gescheitert. Es ist das zweite Debakel für die Grüne innerhalb kürzester Zeit nach dem Aus für eine zweite Integrierte Gesamtschule in der Stadt.

    Man kann sich vorstellen, dass am Friedrich-Spee-Gymnasium am frühen Donnerstagabend virtuell die Sektkorken geknallt haben dürften. Seit Jahren kämpfen die Spee’ler aus Ehrang um die Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe (GOS) mit der Realschule. Seit der Zusammenführung von Real- und Hauptschulen zur neuen Realschule plus in Rheinland-Pfalz hatte sich die Situation am Mäusheckerweg noch einmal verschärft – weil jetzt auch die ehemaligen Hauptschüler mit Gymnasiasten und Realschülern in den Klassen fünf und sechs künstlich zusammengepresst werden.

    Der Schulträgerausschuss hat am Donnerstag – gegen den erklärten Willen von Birk – den Weg zur Auflösung dieses absurden Konstruktes frei gemacht. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass Trier sich eine Dezernentin leistet, die aus Ideologie wider den gesunden Menschenverstand Parteipolitik betreibt – auf dem Rücken von Schülerinnen und Schülern, von Lehrerinnen und Lehrern, von Müttern und Vätern.

    Birk wollte gemäß dem Vorschlag ihres herbeigerufenen Fachmannes Wolf Krämer-Mandeau eine zweite Integrierte Gesamtschule für die Stadt am Mäusheckerweg. Das – nota bene – rote Ministerium in Mainz sagte „Nein“. Kein Bedarf, hieß es aus Mainz. Birk wollte die gemeinsame Orientierungsstufe in Ehrang beibehalten, obwohl schon jetzt kaum noch ausreichend Schüler da sind, um den Betrieb an zwei Schulen auf die Dauer zu gewährleisten. Der Ausschuss sagte „Nein“, und der Stadtrat dürfte sich am 16. Oktober in seiner Mehrheit dem Antrag der CDU, die GOS aufzulösen, anschließen.

    Dann spätestens ist das zweite Debakel für Triers Schuldezernentin perfekt.

    Birk hat in den letzten Wochen verzögert, hat laviert, hat Ausreden und Ausflüchte gesucht. Hier der eigene Wille und jener ihrer Partei. Dort das Wissen, dass es so nicht weitergehen kann in Ehrang und dass der einzig richtige Weg die Auflösung der GOS ist. Reinen Wein wollte sie der Öffentlichkeit in all der Zeit nicht einschenken. Erst am Donnerstag hat die Grüne die Katze aus dem Sack gelassen und in einem letzten verzweifelten Vorstoß versucht, das Ruder noch einmal herumzureißen. Vergeblich. Der Ausschuss pulverisierte den Antrag der Dezernentin in Minutenschnelle.

    Birk war Lehrerin, sie saß in der Hamburger Bürgerschaft, sie war Ministerin in Schleswig-Holstein. So macht sie Politik, so präsentiert sie sich. Sie vergisst dabei, dass Kommunalpolitik etwas anderes ist als Landespolitik. Hier, auf der unteren Ebene, geht es nicht darum, dem politischen Gegner die Zähne zu zeigen und Prinzipien durchzufechten. In der Kommunalpolitik geht es darum – über die Parteigrenzen hinweg -, zum Wohle und im Interesse der Menschen vor Ort zu entscheiden. Deswegen sind Koalitionen in einem städtischen Rat auch nichts anderes als grober Unfug. Deswegen müssen Dezernenten und auch der Oberbürgermeister über den Interessen ihrer eigenen Partei stehen. Nur dann kann Kommunalpolitik gelingen.

    Geradezu unverschämt aber ist es, dass Birk als Dezernentin jetzt auch die öffentliche Diskussion um den Fortbestand der Orientierungsstufe am Mäuheckerweg für das inzwischen schlechte Image des Schulzentrums verantwortlich macht. In den Augen Birks sind also die Lehrer und Schüler des FSG schuld, weil sie ihr Anliegen in die Öffentlichkeit trugen. Ist also die Presse schuld, weil sie darüber berichtete. Sind die Eltern schuld, weil sie sich den Zustand nicht länger bieten lassen wollten. Nicht die vertrackte Situation der GOS ist also schuld, sondern alle, die sich dagegen zur Wehr setzten und die über den Widerstand berichteten? Dieser Vorwurf ist nicht nur absurd, sondern schändlich. Eltern wollen ihre Kinder nicht an einer Schule anmelden, an der alle gemeinsam über zwei Jahren hinweg in den gemeinsamen Unterricht gepresst werden. Das ist die Realität.

    Journalisten können und müssen mit diesem Vorwurf leben. Das gehört zum Geschäft. Bei allen anderen sollte Birk sich schleunigst für ihren Vorwurf entschuldigen. Das gehört zum Anstand. Und den sollte auch eine ehemalige Ministerin nach wie vor haben.

    ZUM ARTIKEL

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.