FSG-Debatte: Birk scheitert im Ausschuss

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TRIER. Der Schulträgerausschuss hat nach Informationen von lokalo in seiner nichtöffentlichen Sondersitzung am frühen Donnerstagabend für die Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe (GOS) zwischen Friedrich-Spee-Gymnasium und Realschule plus am Mäusheckerweg votiert. Der Antrag von Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne), die GOS beizubehalten, wurde abgelehnt. Angenommen wurde hingehen der Änderungsantrag der CDU. Am 16. Oktober entscheidet der Stadtrat unter „Top9“ über die Vorlage des Gremiums.

Es war eine Niederlage auf ganzer Linie für Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne). Birk hatte den Mitgliedern des Schulträgerausschusses in einem mehrere Seiten starken Papier nahegelegt, die Orientierungsstufe am Friedrich-Spee-Gymnasium mit der Realschule plus beizubehalten. Das lehnte das Gremium ab. Angenommen wurde hingegen der Änderungs-Antrag der CDU. Demnach soll die GOS unverzüglich aufgelöst und eine jeweils eigene schulartbezogene Orientierungsstufe eingeführt werden. Der Trierer Stadtrat wird am 16. Oktober über die Vorlage des Ausschusses abstimmen.

Noch am späten Donnerstagvormittag hatte der städtische Ausländerbeirat durch eine E-Mail versucht, die Abstimmung im Schulträgerausschuss zu verhindern. In dem Schreiben, das alle Fraktionen des Rates erreichte und das lokalo vorliegt, heißt es unter anderem: „… der Beirat für Migration und Integration hat heute Frau Bürgermeisterin Birk gebeten die Vorlage 404/2012 ‚Gemeinsame Orientierungsstufe des Friedrich-Spee-Gymnasiums und der Realschule plus Trier-Ehrang‘, die heute im Schulträgerausschuss behandelt werden soll, zurückzustellen. Der Hintergrund dieser Bitte ist, dass der Beirat derzeit dabei ist eine Stellungnahme zu dieser Vorlage zu erarbeiten, da von einer evtl. Entscheidung sehr viele Kinder, Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund betroffen sein werden. Die Stellungnahme wird dem Schulträgerausschuss vorgelegt werden.“ Unterzeichnet ist die E-Mail von Ljiljana Barukcic vom „Büro des Beirates für Migration und Integration der Stadt Trier, Rathaus, Am Augustinerhof“.

In der Sitzung ließ die Dezernentin, die mit Äußerungen im Vorfeld durchaus signalisiert hatte, dass eine Auflösung der GOS möglich sei, die Katze aus dem Sack. In Birks Vorlage für den Ausschuss heißt es: „Der Stadtrat lehnt den Antrag des Friedrich-Spee-Gymnasiums und seiner Elternvertretung, die gemeinsame schulartübergreifende Orientierungsstufe (…) aufzulösen und eine eigene Orientierungsstufe sowohl am Friedrich-Spee-Gymnasium als auch an der Realschule plus (…) einzurichten, ab.“

In der Begründung heißt es unter anderem, „dass die Realschule plus die Auflösung“ ablehne, weil die Schulleitung sowie die schulischen Gremien in der GOS die „strukturellen Voraussetzungen als gegeben“ ansehen, die für ein längeres gemeinsames Lernen aller Kinder mit unterschiedlichen Begabungen als ein Baustein zur Umsetzung der Chancengleichheit notwendig sind“.

Bisher sei es allerdings noch nicht gelungen, „das pädagogische Konzept so zu transportieren und so positiv umzusetzen, dass eine ausreichende Anzahl von Schülerinnen und Schülern für die gemeinsame Orientierungsstufe beider Schulen angemeldet wird“. Birk forderte in ihrem Antrag die Unterstützung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und des Mainzer Bildungsministeriums ein. Die Dezernentin plädierte ferner dafür, dass GTS8-Gymnasium auch weiterhin für Realschüler offen zu halten, damit diese dort ihr Abitur ablegen könnten.

Letztlich habe sich auch „die öffentliche Diskussion über Auflösung oder Weiterführung der Orientierungsstufe bereits negativ niedergeschlagen“. Deswegen sehe sich der Schulträger mit der Situation konfrontiert, eine Entscheidung in Bezug auf die Orientierungsstufe aus der laufenden Schulentwicklungsplanung herauslösen zu müssen, „wenn nicht dem Schulzentrum Schaden dadurch zugefügt werden soll, da es sich bei den anlaufenden Vorstellungsrunden in den Grundschulen in einem unentschiedenen Konflikt zeigt“.

Das ist jetzt geschehen – jedoch nicht nach Vorstellung und Willen der Trierer Schuldezernentin. Birk ist mit ihrem Antrag im zuständigen Ausschuss gescheitert. Jetzt hat der Stadtrat das letzte Wort – in seiner Sitzung am 16. Oktober. (et)

ZUM KOMMENTAR von Eric Thielen

Reaktion der Trierer Grünen auf lokalo-Bericht

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