A1-Diskussion: Lückenschluss auf dem Prüfstand

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DAUN. Zuerst Grüne und Umweltschützer, dann Kammern und Wirtschaft: In zwei dicht nacheinander stattfindenden Veranstaltungen wurde der Ausbau der A 1 zwischen Kelberg und Blankenheim heiß diskutiert. Die Mehrheit der Bevölkerung und Unternehmerschaft will den Lückenschluss, doch Naturschutz und Schuldenkrise machen möglicherweise einen Strich durch die Rechnung. Von Angelika Koch

Die Vulkaneifel steht nicht nur politisch im Landratswahlkampf unter Spannung. Auch das Thema Lückenschluss der A1 zieht derzeit Politiker, Unternehmer und Bürger aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen an den Schauplatz eines potenziellen Schildbürgerstreichs. Denn die insgesamt 730 Kilometer lange A1, eine der Hauptverkehrswege auch für den Transit zwischen Spanien und Skandinavien, beweist ausgerechnet zwischen Kelberg und Blankenheim einen fast 25 Kilometer langen Mut zur Lücke.

Douglas Parfümerie Die vor 50 Jahren geplante Autobahn ist bis heute Stückwerk. Gut finden das Grüne, Umweltverbände, der Verkehrsexperte und Raumplaner Professor Heiner Monheim sowie Bürgermeister an der geplanten Autobahntrasse liegender Ortschaften, die sich vor dem Lärm fürchten, falls der Lückenschluss Realität werden sollte. Schlecht finden das die Landräte aus Daun und Euskirchen, die Kammern in Koblenz und Trier sowie Pendler und Spediteure der Region.

Eine ökologisch ausgerichtete Diskussionsveranstaltung „Verkehr und Mobilität in der Vulkaneifel“ und ein von den IHKs, der Initiative Region Trier und der Zukunftsinitiative Eifel veranstaltetes „A1-Forum – Lückenschluss statt Sackgasse!“ brachten die unterschiedlichen Positionen jeweils auf den Punkt. Während die Umweltschützer für intelligente ÖPNV-Lösungen plädieren und den Lückenschluss nicht nur für sehr naturschädlich, sondern angesichts längst etablierter anderer Fernstrecken auch für überflüssig halten, pochen die Autobahnbefürworter auf das politisch gegebene Versprechen, die Lücke zu schließen, und knüpfen daran hohe Erwartungen für wirtschaftliches Wachstum.

Einen Kompromiss kann es naturgemäß nicht geben: Entweder es wird gebaut oder nicht. Allenfalls eine veränderte Streckenführung, welche nicht die derzeit im Weg liegenden zwei Vogelschutz- und drei FFH-Gebiete tangieren würde, brächte allseits Einigung. Zwei erklärte Befürworter des Lückenschlusses machten das Publikum des A1-Forums kaum versteckt auf das kommende Szenario aufmerksam: „Angesichts des geringen Spielraums für Investitionen geht Erhalt der Infrastruktur klar vor Neubau“, betonte Gunther Adler, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium. „Es muss Schluss sein mit Wolkenkuckucksheimen, die wir seit Jahrzehnten mit uns herumtragen, das ist auch eine Frage der Ehrlichkeit.“ Auch Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und bekennender Motorsportfan, gab an, das existierende Verkehrsnetz sei bereits „auf Verschleiß gefahren“, alles sei „auf Kante genäht“.

Derzeit verwandelt sich nach seinen Angaben von einem investierten Verkehrsinfrastruktur-Euro nur die Hälfte tatsächlich in gebaute Straße; allein 20 Prozent gehen für Baukostensteigerungen drauf, weitere 20 Prozent für die notwendigen ökologischen Standards und zehn Prozent für den Lärmschutz. „Die Schere klafft immer weiter auf und geht in Richtung Finanzknappheit.“ Dennoch stehe der Bund zu seiner gesetzlichen Verpflichtung, gemäß des Bundesverkehrswegeplans den A1-Lückenschluss vordringlich zu planen und zu prüfen. Aber: „Erst wenn Baurecht herrscht, können wir über die Finanzierung reden.“ Bis 2015 muss das Baurecht komplett vorliegen. Andernfalls, so Scheuer, wird der Lückenschluss vermutlich „aus den Büchern“ verschwinden. „Gebraucht wird mehr Realismus und weniger „Wünsch-dir-was‘.“ (ak)

1 KOMMENTAR

  1. Hallo RP u.NRW ,Der Lückenschluß muß endlich kommen,im Ausland lacht man sie doch Tod 30 Jahre Bauzeit??? für 25km.Ständig haben einige Mitbürger die Zeit,sich um Belanglose sachen zu kümmern.Zügig Fertigbauen,und die welt ist in ordnung.Im osten der Republik geht das alles zügiger von statten,und die Bewohner sind dafür Dankbar.Und = elke = Urlaub in der Eifel kann man trotzdem machen.Übrigens die Tiere passen sich an,daß Theater immer,und der Bauaufwand ist nicht Gerechtfertig(ES GIBT JA SO EINE ART BAUFLEDERMAUS) !). Mfg euer ULLI

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