Verkehr: ÖPNV-Preise rauf – Bitburger dicht

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TRIER. Auf der „Bitburger“ staut sich auch nach dem Ausbau (wir berichteten mehrfach) der Verkehr talabwärts in altbekannter Länge. Am Donnerstag zog sich die Blechlawine im Berufsverkehr von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bis weit über die Abfahrt „Kockelsberg“ hin. Unterdessen ist klar, dass Bus- und Bahnfahren in der Region deutlich teurer wird. Der „Verkehrsverbund Region Trier“ (VRT) beschloss unter der Woche eine Preiserhöhung um 6,2 Prozent. Es ist die dritte Preissteigerung innerhalb von zwölf Monaten.

Es hat sich kaum etwas geändert: genervte Autofahrer, Stau in beiden Richtungen, Blechlawinen, so weit das Auge reicht. Die „Bitburger“ bleibt auch nach dem über zwei Millionen Euro teuren Ausbau das Nadelöhr schlechthin. Nur am Ende der Napoleonsbrücke hat sich die Situation leicht entspannt: Die rechte Fahrspur für den Verkehr in Richtung Trier-West ist weitgehend frei. Wer allerdings nach links über die Kaiser-Wilhelm-Brücke abbiegen will, kämpft mit den gleichen Problemen wie vor der zehnwöchigen Schließung.

Trotz der Doppelspur für den Bergabverkehr stauen sich die Fahrzeuge in altbekannter Länge. Verschärft wird die Situation auch weiterhin durch die Bushaltestelle auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke. Stehen wie am Donnerstagmorgen gleich mehrere Busse auf dem Westteil der Brücke, geht minutenlang nichts mehr – der Rückstau die „Bitburger“ hinauf ist entsprechend.

Bis Ende November sollen alle Arbeiten auf der „Bitburger“ abgeschlossen sein. Das hatte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) im August zugesagt. Dann setzt der Verkehr zum Weihnachtsgeschäft ein. Tiefbauamtschef Wolfgang van Bellen hingegen hatte im Mai gegenüber lokalo erklärt, dass die Verwaltung Möglichkeiten prüfe, die Bushaltestelle auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke zu verlegen. „Wir arbeiten daran“, so van Bellen (wir berichteten). Momentan sieht das Tiefbauamt nach Auskunft des städtischen Presseamtes keinen „erkennbaren Grund“ für die Staus auf der „Bitburger“. Vermutet wird, dass dies auch mit der Baumaßnahme auf Höhe der Abzweigung „Sirzenich“ zusammenhängen könne.

CDU: „Grüne müssen Verantwortung tragen“

Unterdessen steht fest, dass die Preise für den Öffentlichen Nahverkehr zum dritten Mal innerhalb von zwölf Monaten kräftig steigen werden. Der „Verkehrsverbund Region Trier“ (VRT) beschloss unter der Woche eine Erhöhung um 6,2 Prozent. Bereits im Januar 2012 (plus 4,6 Prozent) und im August (plus zwei Prozent) gab es Preissteigerungen. Der VRT begründet die erneute Erhöhung mit gestiegenen Kosten – etwa beim Treibstoff und der Instandhaltung. Die Trierer Grünen hatten schon vor der Sitzung des zuständigen Ausschusses angekündigt, die Preiserhöhungen abzulehnen (wir berichteten).

Der Widerstand der Grünen wird von der CDU Trier-Saarburg jetzt scharf kritisiert. Nach Auffassung des Kreisvorsitzenden Arnold Schmitt „ist das Verhalten der Grünen unseriös“. Mit ihrer Haltung täuschten die Grünen den Bürgerinnen und Bürgern in der Region vor, dass die kommunalen Aufgabenträger in der Lage wären, die auflaufenden Defizite zu zahlen. Dies könnten die Kommunen definitiv nicht, schreibt die Union in einer Pressemitteilung.

Die CDU verlange eine verantwortliche Diskussion bei der ÖPNV-Finanzierung, heißt es. Die Grünen müssten als verantwortliche Regierungspartei in Mainz dafür sorgen, dass entsprechende Mittel auch vom Land zur Verfügung gestellt würden, um den ÖPNV in der Fläche zu erhalten. Dies sei eine Infrastrukturaufgabe des Landes – genauso wie bei den Gemeinden.

Zudem habe man ohne Not seitens des Landes die Eigenanteile der Eltern an der Schülerbeförderung abgeschafft und so der öffentlichen Hand Mittel entzogen, die sie dringend für die Finanzierung des ÖPNV und damit auch des Schülerverkehrs braucht. „Für soziale Problemfälle hat es immer noch Lösungen gegeben, nicht zuletzt das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes lässt Hilfen für bedürftige Familien, auch bei der Schülerbeförderung im ÖPNV zu“, so Günther Schartz, stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz.

Die Haltung der Grünen zur aktuellen Finanzierungsdiskussion sei auch deshalb unlauter, weil die Partei im Landtag die Verluste für den Nürburgring in mehreren Beschlüssen, zuletzt beim Misstrauensvotum gegen den Ministerpräsidenten, mit abgedeckt habe. „Wer so dazu beiträgt, dass fast 500 Millionen Euro in ein erfolgloses Projekt am Nürburgring fließen, der darf sich beim ÖPNV nicht einfach durch eine Verweigerungshaltung aus der Affäre ziehen“, so der Tenor der Trier-Saarburger CDU. (et)

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