Egbert-Schule: Eltern-Brief an Birk und Fraktionen

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TRIER. Weil sie nicht zur Sitzung des Schulträger-Ausschusses am 11. September (wir berichteten) eingeladen worden waren, beziehen die Elternvertreter der Egbert-Grundschule im Gartenfeld nun in einem Brief an Dezernentin Angelika Birk (Grüne) und die Fraktionen des Rates Stellung. Hintergrund sind Überlegungen aus dem Schulkonzept des Bonner Büros „Biregio“, die Schule möglicherweise am jetzigen Standort im grünen Winkel zwischen Olewiger Straße und Hermesstraße aufzulösen und an die Kaiserstraße zu verlegen.

Unterzeichnet ist das Schreiben von Dr. Michael Düro und Regina Bruhn, den beiden Sprechern des Elternbeirates. Auch Dominik Heinrich (Grüne), Ortsvorsteher von Gartenfeld-Mitte und Mitglied der Grünen-Ratsfraktion, macht sich mit seiner Unterschrift auf dem Brief für den Erhalt der Egbert-Schule am jetzigen Standort stark.

Alle drei kritisieren unisono, dass Schulplaner Wolf Krämer-Mandeau vom Bonner Büro „Biregio“ gewisse Parameter falsch beurteilt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen habe. So gehen die Elternvertreter von Egbert von einem größeren demographischen Wandel im Schulbezirk aus, als das im Gutachten dargestellt worden sei. Bei der Zusammenlegung der Grundschulen Egbert und Barbara am Standort Kaiserstraße müssten laut Gutachter Unter- und Dachgeschosse ausgebaut werden. Eine vier- bis fünfgeschossige Grundschule aber sei inklusionsfeindlich und nicht kindgerecht.

„In der aktuellen Präsentation werden bei Neubauten Kosten von 300.000 Euro pro Raum genannt. Wir gehen von geringeren Erstellungskosten aus“, hießt es in dem Brief. „Die Kosten für den erforderlichen Umbau der ehemaligen Robert.Schumann-Realschule werden hingegen nicht beziffert.“ Dabei lasse deren Zustand extrem hohe Sanierungs- und Umbaukosten vermuten, kritisieren die Elternvertreter.

Ferner fänden die für die Entwicklung der Kinder so wichtigen Außenflächen der Schule am jetzigen Standort im Gutachten keine „angemessene Berücksichtigung“. Es sei aber davon auszugehen, dass in der Kaiserstraße ein Teil der Außenfläche als Parkplatz dienen müsse.

Kritisiert wird von Düro, Bruhn und Heinrich auch die Bemerkung von Krämer-Mandeau, Egbert versorge die Grundschüler bis weit in die Innenstadt hinein. „Unsere Idee ist nur die Umkehrung der Laufrichtung“, schreibe der Gutachter weiter. Das aber sei nicht stimmig. „Laut Schulleitung kommen heute nur acht Kinder aus der Innenstadt“, heißt es in dem Brief, der lokalo vorliegt. „Die meisten Kinder der Egbert-Grundschule kommen somit aus dem Stadtteil Gartenfeld und haben den Alleenring nicht als ihren Schulweg.“ Deswegen „ist und bleibt der Fußweg zur Kaiserstraße für die Grundschüler aus Trier-Ost gefährlich“.

Sollte Egbert am jetzigen Standort bleiben, fordern die drei Unterzeichner „im Sinne einer guten pädagogischen Betreuung“, dass die Schule zweizügig im Ganztagsbetrieb geführt und auch dementsprechend ausgestattet werde. Die Geburtenzahlen im Bezirk wiesen nämlich darauf hin, dass „bald noch mehr Kinder aus dem Gartenfeld die Schule füllen“ würden. Da die Ostallee für alle Grundschulkinder „ein hohes Gefahrenrisiko birgt“, sei dann gegen die Verschiebung der Schulbezirksgrenze zugunsten der Barbara-Schule nichts einzuwenden.

„Unsere grundsätzlichen Bedenken zum Standort Kaiserstraße bleiben bestehen“, betonen die Unterzeichner der Briefes. „Weil wir den Verbleib am jetzigen Standort als zweizügige Grundschule mit Ganztagesangebot weiterhin für alternativlos halten.“ (et)

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