„Tobt Euch hier aus“ – Sporthalle und Mensa am FSG eingeweiht

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TRIER. Man kann durchaus von einem politischen Signal sprechen: Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD), Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) und Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne) waren zugegen, als am Dienstag die neue Sporthalle mit integrierter Mensa am Friedrich-Spee-Gymnasium in Ehrang offiziell eingeweiht wurde. Aus Mainz war Hans Beckmann an den Mäusheckerweg gekommen, Staatssekretär im Bildungsministerium. „Das FSG als GTS8-Gymnasium ist ein ganz wichtiges Element in der bildungspolitischen Landschaft Triers“, sagte Jensen unter dem Applaus der Schülerinnen und Schüler und Lehrer.

Da wippte sogar der OB auf seinem Stuhl im Takt. „An Schulen wie diesen“, schmetterten die Spee’ler den versammelten Politikern und Ehrengästen entgegen, „wünscht man sich Unendlichkeit.“ Den Text der „Toten Hosen“ hatten sie umgeschrieben. Die Düsseldorfer Kultband singt „An Tagen wie diesen“ und wünscht sich dort Unendlichkeit. Ursprünglich wollten die Ehranger ihr Lied schon bei ihrer Protestaktion am 7. September vor dem Rathaus zum Besten geben. Doch da war das Auditorium zu klein. Die offizielle Einweihung von Sporthalle und Mensa am Mäusheckerweg passte da besser.

Die Spee’ler kämpfen für die Zukunft ihrer Bildungseinrichtung als GTS8-Gymnasium, gegen Überlegungen, die Schule möglicherweise auslaufen zu lassen, wie das erst jüngst von den Trierer Grünen in die Debatte eingebracht worden war. Sie kämpfen aber auch für die Aufhebung der gemeinsamen Orientierungsstufe mit der neuen Realschule plus und für die Zukunft als reines G8-Gymnasium von der fünften Klasse an (wir berichteten mehrfach). Am 27. September wird sich der Trierer Schulträgerausschuss in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen.

Eindringlich appellierte die Schülersprecherin des FSG, Lea Finkler, an die Politiker: „Geben Sie unserer Schule eine Chance“, sagte die 16-jährige Schülerin mit Nachdruck. „Eine Chance als GTS8-Gymnasium von der fünften Klasse an, damit unsere Schule eine Zukunft hat.“ Dazu hatte Staatssekretär Beckmann keine neuen Nachrichten im Gepäck. Die Gespräche laufen, gefragt sind nun zunächst Ausschuss und Stadtrat, der wohl im Oktober über die Vorlage abstimmen wird.

Jensen wollte den Gesprächen und Abstimmungen ebenfalls nicht vorgreifen. „Ich bitte um Verständnis, dass ich mich da aktuell bedeckt halte“, sagte der OB am Rande der Veranstaltung gegenüber lokalo. In seiner Rede hob das Stadtoberhaupt allerdings ganz klar die Bedeutung des einzigen GTS8-Gymnasiums der Region für die Stadt Trier hervor. Bildung sei einer der drei zentralen Punkte, „die wir in den kommenden Jahren verstärkt angehen müssen“, sagte der OB. Nicht von ungefähr investiere die Stadt rund 20 Millionen Euro in die Trierer Schulen. Das FSG sei dabei ein ganz wichtiges Element.

Rund 4,6 Millionen Euro kostete die neue Sporthalle mit integrierter Mensa am Mäusheckerweg. Knapp drei Millionen brachte die Stadt auf, gut 1,6 Millionen Euro flossen aus Landesmitteln. Entstanden ist in den knapp zwei Jahren Gesamtbauzeit ein wahres Schmuckstück, das in der Trierer Schullandschaft seinesgleichen sucht. Auf 1.344 Quadratmetern Hauptnutzfläche kann gelernt, gegessen und gearbeitet werden. „Ich kann nur sagen: Tobt Euch hier aus“, rief Jensen den Schülerinnen und Schülern zu.

Beckmann unterstrich den „großen Anteil“ des ehemaligen Schulleiters Hermann Bous an der Verwirklichung des Projektes. „Ohne Sie wäre das wohl kaum möglich gewesen“, sagte der Staatssekretär. Deswegen bezeichnete sich Bous‘ Nachfolger Kajo Hammann, der neue Direktor des FSG, auch als Erbe. „Als solcher stehe ich hier, und ich kann mich bei meinem Vorgänger nur für die viele Arbeit, die er geleistet hat, bedanken“, sagte Hammann, der als Hausherr symbolisch den großen Schlüssel entgegennehmen durfte.

Hammann verwies erneut auf das „zukunftsweisende Konzept“ der Schule. „Wir bieten den Schülern mehr Zeit an“, betonte er. „Auch wenn das zunächst paradox klingen mag, weil wir eine Ganztagsschule sind.“ Unter dem Strich würden die Schülerinnen und Schüler jedoch von vielen Aufgaben befreit, die sie sonst neben der Schule erledigen müssten. „Wir vermitteln aber auch Werte und übernehmen einen Teil der Erziehung“, sagte Hammann. „Zugleich treten wir aber auch für eine schulartbezogene Orientierungsstufe ein, ohne allerdings dabei jemanden ausgrenzen zu wollen. (et)

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1 KOMMENTAR

  1. Toller Artikel über eine sehr schöne Feier – hoffentlich sind auch die Worte „zwischen den Zeilen“ bei den Verantwortlichen angekommen…

    Vielen Dank auch für Ihre anderen wunderbaren Artikel und Kommentare zu diesem und anderen Themen; für mich ist es eine Freude, sie zu lesen!

  2. Von solch einer Berichterstattung kann sich DAS Trierer Printmedium eine sehr große Scheibe abschneiden! Dort bemerkt man nichts von unabhängiger und überparteilicher Reportage. Deren Bericht ist ein Witz, bei dem das Angagement der Schülerinnen und Schüler komplett ausgeklammert wird!
    Vielen Dank für ihre umfangreichen, ehrlichen und unterstützenden Artikel! (Ich bin im Übrigen keine FSGler Mama, aber wir informieren uns zur Zeit im Rahmen des bevorstehenden Schulwechsels. Da sind Sie eine große Hilfe!)

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