Studienwahl: „Nach dem Abitur ist es zu spät“

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TRIER. Vor einem Hörsaal erregt ein Skelett die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler, die zum Infotag für Studieninteressierte auf den Campus in Tarforst gekommen sind. „Ich wusste gar nicht, dass man an der Universität Trier Medizin studieren kann“, wundert sich Sarah aus Wittlich, als sie sich dem Hörsaal nähert.Dann erkennt sie auch das Schild neben dem Skelett und ihr wird klar, warum es Kopfhörer trägt: Hier präsentiert sich die Phonetik mit Vorträgen, mit Stationen zum Ausprobieren und mit Otto, wie das Skelett liebevoll genannt wird.

Und schon ist auch der wissenschaftliche Mitarbeiter Peter Knopp zur Stelle und erklärt den erstaunten Schülerinnen, was das Fach alles zu bieten hat. Die beiden 13.-Klässlerinnen sind noch unentschlossen, ob und was sie studieren wollen. Vorträge in Psychologie und Theaterwissenschaft wollen sie sich anhören. Jetzt beschließen sie, dazwischen auf jeden Fall noch bei der Phonetik genauer hinzuschauen und zu -lauschen.

Im Hörsaal gegenüber betrachtet unterdessen Stefanie Forro mit Hilfe von Diplomanden aus der Bodenkunde einen Regenwurm unter dem Mikroskop. Die 19-jährige Triererin möchte Geologie studieren, „weil ich mich generell für alles interessiere, was mit Natur zu tun hat. Andererseits kann ich mir aber auch Germanistik vorstellen, weil ich Deutsch sehr gerne mag“. Vielleicht fällt nach dem Besuch auf dem Campus heute die Entscheidung für das Fach. Auf jeden Fall will sie an der Universität Trier studieren und sich heute auch den Campus schon mal genauer ansehen – so wie ungefähr 2.000 weitere Schülerinnen und Schüler aus der Region.

Da sich beim Infotag auch Fächer präsentieren, die nicht an der Universität Trier angeboten werden, lohnt sich die Fahrt hierher auch für die drei Schüler aus Konz, die auf dem Forum vor der Mensa auf ihre Vorträge warten und schon ziemlich genau wissen, wohin es nach dem Abi gehen soll: Urim Biqkaj möchte Medizin oder Maschinenbau studieren, Fabian Zink hat sich für Pharmazie entschieden, und Christelle Ndjomo Nana strebt Sport und Französisch auf Lehramt an. Neben den Vorträgen zu ihren Wunschfächern wollen alle drei aber auch in andere Fächer reinschnuppern. „Wenn ich keinen Studienplatz in Pharmazie bekomme, brauche ich eine Alternative. Ich finde es gut, dass man hier die Gelegenheit hat, sich viele verschiedene Fächer anzusehen und zu erfahren, was drin steckt“, meint Fabian. Christelle überlegt schon seit drei Jahren, Lehrerin zu werden. „Wie das Studium genau aussieht, weiß ich aber nicht. Deswegen bin ich schon gespannt auf den Vortrag. Ich finde es wichtig, dass man sich möglichst früh überlegt, was man studieren möchte. Nach dem Abitur ist es zu spät.“

Der Meinung sind auch die Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihren Schützlingen gemeinsam zum Infotag gekommen sind und sich nun bei Kaffee und Brötchen im eigens eingerichteten „Lehrerzimmer“ austauschen. „Ich habe immer wieder Schüler, die sagen, ich brauch da nicht hin, ich will eh nicht studieren. Und dann kommen sie hierher und entdecken ein Fach für sich. Oder sie wissen zumindest, was sie sicher nicht studieren werden“, meint Lehrer Werner Ringeisen aus Bernkastel-Kues. Seine Frau Dorothee, die erst seit Kurzem am selben Gymnasium lehrt wie er und das erste Mal am Infotag teilnimmt, findet es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler von Anfang an auch die Erfahrung machen, dass es in jedem Fach auch mal etwas gibt, was sie nicht so interessiert oder wo sie sich durchbeißen müssen. „So ein Infotag kann dafür die Augen öffnen.“

Für sie selbst ist der Infotag auch eine Reise in die Vergangenheit. Als sich die Lehrerinnen und Lehrer einer Führung durch die Studentenwohnanlage auf dem Campus anschließen, werden Erinnerungen an die eigene Studienzeit wach. Aber vor allem gewinnen sie beim Infotag wieder neue Eindrücke und Erfahrungen, die sie den Abiturienten noch mit auf den Weg geben können. Zum Beispiel, dass man sich frühzeitig um eine Unterkunft am Studienort bemühen sollte, wie Bettina Schappo vom Studierendenwerk erklärt. Neben den Wohnheimführungen bietet sie an einem Infostand auch entsprechende Auskünfte für die Schülerinnen und Schüler an. Und wer bei einem Quiz mitmacht und Fragen wie die nach der durchschnittlichen Zimmergröße im Wohnheim richtig beantworten kann, bekommt einen Gutschein für ein Mittagessen in der Mensa. Damit die Studieninteressenten dabei nicht viel Zeit verlieren, gibt es am Infotag extra den „Schnellen Teller“.

Denn auch am Nachmittag wartet noch ein umfangreiches Programm. Neu in diesem Jahr ist die Informationsveranstaltung der Zentralen Studienberatung. Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Studieninhalte kennen gelernt haben, können sie hier an Susanne Mensah und Frank Meyer Fragen rund um Planung und Organisation des Studiums stellen. Dazu gibt es eine Fragerunde „Schüler fragen – Studierende antworten“. Auch über die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes können sich die Studieninteressierten informieren. An einem Stand gibt das Akademische Auslandsamt Auskunft über das internationale Angebot der Hochschule. Hier hören viele zum ersten Mal auch von der Universität der Großregion, ein Verbund von sechs Hochschulen, der es ermöglicht, in vier Ländern gleichzeitig zu studieren – und vielleicht ein weiterer Grund, sich schließlich für ein Studium an der Universität Trier zu entscheiden. (red/et)

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