FSG: Garantie aus Mainz – Blümke fordert Konsequenzen

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TRIER. In die Diskussion um die Zukunft des Friedrich-Spee-Gymnasium in Ehrang ist Bewegung gekommen. Nach Informationen von lokalo hat die Abteilungsleiterin für die Gymnasien beim Bildungsministerium in Mainz, Barbara Mathea, gegenüber der Schulleitung des FSG am Donnerstag eine Standort-Garantie für die Schule ausgesprochen. Demnach gibt es in Mainz keine Überlegungen, das einzige GTS8-Gymnasium der Region auslaufen zu lassen. Das war jüngst von den Trierer Grünen in die Debatte eingebracht worden. Ungeachtet dessen geht der Protest weiter – auch wegen der gemeinsamen Orientierungsstufe mit der neuen Realschule plus.

Die Erleichterung bei Lehrern, Schülern und Mitarbeitern des Friedrich-Spee-Gymnasiums dürfte überaus groß gewesen sein. Das Mainzer Ministerium hat dem einzigen GTS8-Gymnasium der Region eine Standort-Garantie ausgesprochen. Schulleiter Kajo Hammann unterrichtete daraufhin sein Kollegium und alle übrigen Mitarbeiter der Schule über das Schreiben von Barbara Mathea, der Abteilungsleiterin für die Gymnasien beim zuständigen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

Dennoch wollen die Spee’ler am morgigen Freitag vor dem Rathaus protestieren. Eine Delegation aus acht Schülern und Lehrern mit Direktor Hammann an der Spitze will Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne) um zwölf Uhr ein Protestschreiben übergeben (wir berichteten). Schließlich kämpfen die Ehranger auch seit Jahren um die Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe mit der Realschule, die jetzt mit der Hauptschule am Mäusheckerweg zur neuen Realschule plus verschmolzen ist.

Für Malte Blümke, den Vorsitzenden des Philologenverbandes in Rheinland-Pfalz, ist die Garantie des Ministeriums „ein erster Schritt in die richtige Richtung“. Die Aussage sei gut, „weil sie den Überlegungen der Trierer Grünen klar entgegentritt“, sagte Blümke am Donnerstag gegenüber lokalo. Leider sei bei der „längst fälligen“ Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe mit der Realschule noch keine Bewegung festzustellen. „Da hätte schon längst ein Signal kommen müssen“, betonte Blümke.

„Wenn Frau Birk am Schulkonzept der Grünen
beteiligt war, muss das Konsequenzen haben“

Durch die gemeinsame Orientierungsstufe stagnierten die Anmeldezahlen am FSG. „Das ist das Perfide an dieser Sache“, so Blümke. „Meiner Meinung nach ist diese Hängepartei politisch gewollt, weil man dann irgendwann doch sagen kann, dass das FSG wegen der schwindenden Schülerzahlen keine Zukunft habe.“ Dabei liege der Grund für alle sichtbar auf der Hand. „Die gemeinsame Orientierungsstufe muss aufgelöst werden“, betonte Blümke, „weil das die einzig richtige Lösung ist.“

Grundsätzlich unterstütze sein Verband „mit aller Entschiedenheit“ den Protest der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und der Lehrkräfte des FSG gegen die schulpolitischen Pläne der Trierer Grünen, die durch den vorgeschlagenen Wechsel der Integrierten Gesamtschule (ISG) vom Wolfsberg an das Schulzentrum Mäusheckerweg die dortige Realschule Plus und das Friedrich-Spee-Gymnasium schließen wollten.

„Wir kritisieren aber auch die Untätigkeit der schulpolitischen Entscheidungsträger vor Ort, bei der ADD und des Bildungsministeriums, die die angekündigte Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe von Realschule plus und Friedrich-Spee-Gymnasium am Mäusheckerweg immer wieder verschoben haben“, so Blümke, der selbst Lehrer am Friedrich-Spee-Gymnasium ist.

„Alle drei beteiligten Schulen brauchen keine erneuten strukturellen Veränderungen, sie haben bereits ihre ganz spezifischen Aufgaben. So ist die IGS am Wolfsberg voll damit beschäftigt, die ehemalige Realschule zu integrieren und ein neues Inklusionskonzept zu entwickeln, bei der Realschule plus am Mäusheckerweg müssen die ehemalige Hauptschule und die Realschule zusammengeführt werden, beim Friedrich-Spee-Gymnasium muss als Modellschule das Schulkonzept des achtjährigen Gymnasiums als Ganztagsgymnasium (G8/GTS) umgesetzt werden.“

Bei dem jetzt vorgesehenen grünen Hütchen-Schul-Verschiebespiel seien mit der Zerstörung der jetzigen Strukturen am Ende die Schulen und die Pädagogik die Verlierer. „Wie will man zudem gegenüber dem Steuerzahler vertreten, dass zur Umsetzung der speziellen Schulkonzepte am Wolfsberg und am Mäusheckerweg mehr als 20 Millionen Euro bereits investiert worden sind?“ Der Schulstandort Trier biete zur Zeit noch das ganze Spektrum an verschiedenen Schularten an, dieses vielfältige Angebot wäre durch die Aufhebung des G8/GTS-Standortes in Frage gestellt.

„Es wird höchste Zeit, dass die Hängepartie am Mäusheckerweg endlich beendet wird. Die Verunsicherung der Eltern und Schulen muss ein Ende haben. Die Trierer Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne) muss sich klar von dem Grünen Schulkonzept distanzieren. Sollte sich zeigen, dass sie selbst aktiv an dem unverantwortlichen Schulkonzept mitgearbeitet und dadurch den Schulfrieden in Trier erheblich gestört habe, müsste dies Konsequenzen haben“, fordert der Landesvorsitzende des Philologenverbandes ferner. (red/et)

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1 KOMMENTAR

  1. Der oben stehende Bericht ist meines Erachtens zu einseitig geschrieben. Es wird ausschließlich aufgeführt, dass der Grund für die geringen Anmeldezahlen die gemeinsame Orientierungsstufe FSG/RS+ sei. Es könnten einige wesentliche andere Faktoren eine Rolle spielen, da die gemeinsame Orientierungsstufe FSG/JAC-RS ein Erfolgsmodell war!
    Zum einen darf nicht unerwähnt bleiben, dass viele Eltern vor einem G8 Gymnasium zurück schrecken (in anderen Bundesländern wird übrigens das G8 Gymnasium wieder abgeschafft!) , zum anderen darf auch nicht übersehen werden, dass das neue Stefan Andres Gymnasium in Schweich direkt in den Einzugsbereich des FSGs eingreift und die Orientierungsstufe in Schweich sehr gut besucht ist. Hinzu kommen die rückläufigen Schülerzahlen, die in den kommenden Jahren noch stärker sinken werden.

    Die Aussage von Ministerin Doris Ahnen vor der Installation des G8 und der RSder war deutlich: Keine Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe. Des Weiteren war der Grundsatz der Landesregierung, dass bestehende Systeme innerhalb der Orientierungsstufe nicht aufgelöst werden. Eine gemeinsame Orientierungsstufe kann Bestand haben, da dieses System durchlässig sein muss, d.h. dass Schüler ohne Schwierigkeiten bspw. von einer Schule in eine andere wechseln können. Dieser Grundsatz ist auch für das G8 bindend.

  2. @echtle Nur mal der Vollständigkeit halber: Seit wann sind denn die Anmeldezahlen rückläufig? Seit es die Realschule plus gibt und da kann man es nun drehen und wenden – das passt nicht zusammen, vielleicht am grünen Tisch, aber nicht in der Realität! Meine Wette: wenn die gemeinsame Orientierungsstufe endlich aufgehoben ist, schnellen die Anmeldezahlen sofort nach oben!

  3. Liebe(r) M. Echtle, Sie springen hier deutlich zu kurz in Ihrer Argumentation. Die Anmeldungen sind deswegen rückläufig, weil jetzt auch die ehemaligen Hauptschüler in die Orientierungsstufe integriert werden müssen, was nie vorgesehen war.

    Ich kenne viele Eltern, die ihr zweites Kind jetzt eben nicht mehr am FSG anmelden, obwohl sie bei ihrem ersten Kind mit der Schule sehr gute Erfahrung gemacht haben.

    Das ist der entscheidende Punkt.

    Und dass in anderen Bundesländern das G8 wieder abgeschafft werden soll (beispielsweise Bayern, liegt daran, dass dort das alte Stoffvolumne ohne Überarbeitung auf 8 Jahre gepresst wurde. Das ist beim FSG nicht der Fall. Hier wurde ein neues Konzept mit erweitertem lernförderdem Ansatz auf die Schule zugeschnitten. Wo gibt es das sonst, dass praktisch alle Arbeiten (Hausaufgaben etc.) in der Schule erledigt werden? Die Kinder am FSG werden so gefördert wie nirgens sonst.

    Gehen Sie bitte hin und überzeugen Sie sich. Danke.

  4. Als Ergänzung bitte. Heute morgen stand im Trierischen Volksfreund, dass ein Brief der Schuleltern zu Problematik Orientierungsstufe nicht beantworter worden wäre. Das ist schlicht falsch und eine böse Verzerrung der Tatsachen.

    Die Auflösung der Orientierungsstufe ist angekündigt worden; das haben auch die Eltern, die in Mainz waren, mit zurück nach Trier gebracht. Und das ist auch von allen Gremien in der Stadt so verfügt worden.

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