General-von-Seidel-Kaserne: Stadt beabsichtigt 10,5 Hektar großes Gewerbegebiet zu bauen

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Gemeinsam mit Vertretern der Löschzüge Euren und Zewen begutachten Feuerwehr-Dezernent Thomas Schmitt, Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz, OB Wolfram Leibe (v. l.) und der stellvertretende Feuerwehr-Chef Olaf Backes (5. v. l.) das Gelände des zukünftigen Standorts.

OB Wolfram Leibe freute sich als Wirtschaftsdezernent sichtlich, dass das Votum des Stadtrats zum Grundsatzbeschluss zur Entwicklung der General-von-Seidel-Kaserne (GvS) mit 51 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen einstimmig ausfiel. Im November beginnen die Abrissarbeiten und machen den Weg für das neue, rund 10,5 Hektar große Gewerbegebiet in Euren frei.

Die Stadt hatte 2019 das Gelände an der Luxemburger Straße vom Bund erworben und beabsichtigt nun ein rund 10,5 Hektar großes Gewerbegebiet zu bauen. Das Gelände soll unter Mitwirkung der Stadtwerke zu einem nachhaltigen, CO2-neutralen Zukunftspark entwickelt werden. Der Flächennutzungsplan (FNP) 2030 sieht einen Bedarf von gut 50 Hektar an neuen Gewerbeflächen vor. Im Hinblick auf den FNP ist das Gelände für Richard Leuckefeld (Die Grünen) nicht nur „ein Glücksfall“, sondern auch eine der wichtigsten kommunalen Wirtschaftsförderungsmaßnahmen der letzten Jahre. Die Stadt stehe unter einem gewissen Handlungsdruck, da auch andere Gemeinden und Städte Gewerbegebiete rund um Trier erschließen. Jetzt sei die Stadt allerdings wieder in der Lage, kleinen und mittelständischen Betrieben ein Ansiedlungsangebot machen zu können. Bei der geplanten Parzellierung soll eine Ansiedlung kleiner Firmen ermöglicht werden, gleichzeitig soll durch Zusammenlegung mehrerer Parzellen auch die Möglichkeit bestehen, größere Betriebe anzusiedeln. Birgit Falk (CDU) betonte, dass die Entwicklung von Gewerbeflächen auch mit Blick auf die Gewerbesteuern wichtig sei. „Wir brauchen dringend die Entwicklung dieser Flächen, denn ohne Gewerbeflächen keine Gewerbesteuern und ohne Gewerbesteuern auch kein Geld für viele Dinge im städtischen Haushalt“, resümierte Falk. Auch die FDP-Fraktion betonte, wie wichtig die Gewerbeentwicklung sei und zeigte sich erfreut, dass dieses wichtige Projekt in die Umsetzung gehen kann.

Thematisiert wurde im Stadtrat auch das Altlastengutachten. Mögliche Kosten für Belastungen für Böden und Verkehrsflächen in Form von Altlasten können momentan nur geschätzt werden. Eine Prognose sei nie überraschungsfrei, allerdings wurden auf dem Gelände nie schwere Altlasten gelagert, weshalb Leibe die Wahrscheinlichkeit von neuen Funden für relativ gering hält.

Für Diskussionen sorgte der im Grundsatzbeschluss enthaltene Prüfantrag, ob die Unterbringung von Verwaltungseinheiten auf dem Gelände sinnvoll ist. Ein Umzug der Verwaltungseinheiten hat wirtschaftliche Vorteile, was die Gesamtwirtschaftlichkeit des Projekts steigern würde.

Eurens Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz (UBT) wies darauf hin, dass es wichtig sei, dem eigentlichen Vorhaben, der Entwicklung von Gewerbeflächen, Rechnung zu tragen. Falls sich die Unterbringung als sinnvoll erweisen würde, so sei darauf zu achten, dass es sich um einen wesentlich kleineren Teil des Geländes handeln sollte. „Es wäre für die weitere Entwicklung unserer Stadt nicht gut, wenn wir diese wertvollen Gewerbeflächen für Verwaltungseinheiten nutzen würden, wenn es anders geht“, argumentierte Falk (CDU). Leibe erwiderte, das es hierbei nur um die erhaltenswerten Gebäude gehe, die aus ökologischen Gründen saniert werden, für die dann eine Nutzung gefunden werden muss. Die meisten Gebäude werden abgerissen.

Gemeinsamer Feuerwehrstandort

Den Bau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für die Löschzüge Euren und Zewen hatte der Stadtrat bereits im Frühjahr 2019 beschlossen. Jetzt hat der Stadtrat mit 51 Ja- Stimmen bei einer Enthaltung einstimmig beschlossen, dass neben den beiden Wehren auch die Facheinheit Rettungshunde/Ortungstechnik und Einheiten des Katastrophenschutzes mit in das Gebäude ziehen. Die Vertreter der freiwilligen Feuerwehren der Stadt Trier müssen auch Zusatzaufgaben außerhalb des Brandschutzes und der technischen Hilfe wahrnehmen. Durch die Einheiten des Katastrophenschutzes am gleichen Standort kann die Aufgabenerweiterung in diesem Bereich durchgeführt werden. Durch die neuen Einheiten kommt es jedoch nicht zu steigenden Gesamtkosten, da die Erhöhung der Kosten kompensiert wird, was Ortsvorsteher Schmitz begrüßte. „Das hat schon fast historische Ausmaße, was wir heute beschließen“, sagte er. Die Aufenthalts- und Funktionsbereiche der beiden Löschzüge wurden so konzipiert, dass es eine gewisse Trennung zwischen den beiden Feuerwehren gibt und die Eigenständigkeit als „Ortsverein Feuerwehr“ gegeben bleibt.

Im Herbst sollen die Abrissarbeiten beginnen, eine erste Ansiedlung von Betrieben und der Feuerwehr ist für 2022/23 geplant. Bei der Entwicklung der Fläche sollen sowohl die Städtebauziele eines Konversionsgeländes als auch die Umweltziele erfüllt werden. Es ist angedacht, alle erhaltenswerte Bäume in der Planung zu berücksichtigen. Eine Parkanlage und weitere Grünflächen sollen ebenfalls errichtet werden. Wo es der Zustand der Gebäude zulässt, sollen sie nachhaltig saniert werden.

Sven Teuber (SPD) freute zwar die breite Zustimmung, er wünsche sich aber, dass die Menschen auch weiterhin in Trier arbeiten und wohnen könnten und verwies auf steigende Mieten und Baupreise. Bei diesem Thema fordert er eine ebenso große Einigkeit im Stadtrat.

(Quelle: Rathaus-Zeitung Trier; Text: Johanna Pfaab)

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