Waschbären und Nilgänse breiten sich in Rheinland-Pfalz zunehmend aus

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Foto: dpa-Archiv

GENSINGEN. Waschbären und Nilgänse breiten sich in Rheinland-Pfalz zunehmend aus. Wie der Landesjagdverband am Montag mitteilte, wurden im zurückliegenden Jagdjahr (1. April 2019 bis 31. März 2020) mehr als 1200 Waschbären zur Strecke gebracht. Im Vergleich zur vorangegangenen Jagdsaison seien damit in Rheinland-Pfalz mehr als doppelt so viele dieser Kleinbären erlegt worden.

Zum siebten Mal hintereinander habe sich außerdem die Zahl getöteter Nilgänse erhöht. So hätten Jäger zwischen Westerwald, Pfälzerwald und Hunsrück fast 2200 Gänse zur Strecke gebracht. Das seien 166 Nilgänse mehr als im Jagdjahr 2018/2019.

Der Verband warnt vor der Ausbreitung dieser invasiven Arten. So erobere der Waschbär in Ökosystemen bisher unbesetzte Nischen oder verdränge einheimische Tiere. «Beispielsweise macht sich der Waschbär in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern über die vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröte her. Dabei sind nicht nur die Eier der Reptilien gefährdet, sondern auch erwachsene Exemplare», heißt es in einer entsprechenden Mitteilung des Verbands. Außerdem könnten Waschbären Krankheiten und Parasiten auf den Menschen übertragen, etwa den Waschbärspulwurm.

Eine negative Auswirkung auf heimische Arten habe auch die Nilgans. Aufgrund der starken Ausbreitungstendenz und ihres aggressiven Verhaltens könne das Tier mit den markanten Augenflecken zur Verdrängung heimischer Wasservögel beitragen.

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