Große Veränderungen – Corona wirkt sich auf Freiwilligendienste aus

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Patrick Pleul (dpa)

Freiwillige in Rheinland-Pfalz mussten sich durch die Corona-Krise auf teils große Veränderungen einstellen. Manches fiel aus, immer beliebter werden ökologische Dienste. Das liegt aber nicht nur an der Pandemie.

Ob im Krankenhaus, Sportverein oder Umwelt- und Artenschutz: Die Corona-Pandemie hat auch die Freiwilligendienste in Rheinland-Pfalz teilweise erheblich verändert. Stellen im Kulturbereich fielen weg, statt im Unterricht unterstützten Freiwillige den Notbetrieb an Schulen. Doch nicht nur auf den Betrieb, sondern auch auf die Bewerberzahlen für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) hatte die Pandemie Einfluss.

Im Frühjahr nach Beginn der umfassenden Corona-Beschränkungen waren die Bewerberzahlen zunächst zurückgegangen, wie die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Freiwilligendienste Rheinland-Pfalz als Zusammenschluss von 31 Trägern mitteilte. Doch über die Sommermonate stiegen die Zahlen wieder an. Letztendlich bleibt aber, so die LAG, ein leichtes Minus im Vergleich zu den Vorjahren stehen.

Insgesamt leisteten nach Angaben der LAG zum 1. Dezember 2019 in Rheinland-Pfalz 4768 Menschen ein FSJ, FÖJ oder BFD unter 27. Der überwiegende Großteil, nämlich 3577, absolvierten ein FSJ. Besonders beliebt sind demnach Freiwilligendienste im kulturellen Bereich, in Kindergärten und Ganztagsschulen sowie im Sport.

«Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig die Freiwilligendienste für Rheinland-Pfalz sind», teilte das rheinland-pfälzische Jugendministerium mit, das für FSJ und BFD zuständig ist. Dass die Bewerberzahlen nach dem Tief im Frühjahr wieder stiegen, sei sehr erfreulich, «da gerade jetzt zahlreiche Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens ganz besonders auf Freiwillige angewiesen sind».

Für das FÖJ hatte für den derzeitigen Jahrgang in Rheinland-Pfalz nur knapp jede sechste Bewerbung Erfolg. Auf 967 Bewerber, so berichtete Dirk Hennig, Leiter der Zentralstelle FÖJ in Rheinland-Pfalz, kamen 145 Plätze. «Die Bewerbungszahlen im FÖJ sind im Vergleich zu den Vorjahren stetig weiter gestiegen», sagte Hennig. Dazu beigetragen habe im Bewerbungsverfahren für 2020/21 auch die Corona-Pandemie.

Diesjährige Teilnehmer berichteten Hennig zufolge, dass sie sich zum Beispiel für ein FÖJ beworben hätten, weil ein zugesagter Ausbildungsplatz wegen der Pandemie abgesagt oder der Start verschoben worden sei. Ein FÖJ diente demnach teils auch als Ersatz für ausgefallene längere Auslandsaufenthalte. Wesentlich größer sei aber der «Fridays-for-Future-Effekt» gewesen. Die Bewerberzahlen stiegen laut Hennig letztendlich stärker durch das größer werdende Interesse an ökologischen Themen, insbesondere dem Klimaschutz.

Auch im kulturellen und sozialen Bereich waren die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren. Der LAG zufolge stellten manche kulturelle Einrichtungen zum 1. September gar keine Freiwilligen mehr ein, weil sie geschlossen bleiben mussten. An Schulen seien die Freiwilligen im Frühjahr neben der Notbetreuung von Schülern auch zur Unterstützung bei Abi-Prüfungen eingesetzt worden.

Für Freiwilligendienste unter anderem im sozialen Bereich oder an Schulen registrierte der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach eigenen Angaben von April bis September dieses Jahres etwa zehn Prozent mehr Bewerbungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies sei aber eine normale Schwankung. Grundsätzlich sei die Bewerberzahl in den vergangenen Jahren stabil geblieben. «Auch 2020 werden wir wieder unsere Freiwilligenzahl von circa 900 Freiwilligen pro Jahrgang erzielen», teilte der DRK-Landesverband mit.

Im Rettungsdienst hingegen habe es coronabedingte Verzögerungen gegeben, da die Lehrgänge zum Rettungssanitäter hatten verschoben werden müssen. Die größte Veränderung betraf laut LAG die begleitenden, gesetzlich vorgeschriebenen Seminare: Die hätten demnach in kurzer Zeit von Präsenz- auf Online-Veranstaltungen umgestellt werden müssen. «Insgesamt hat die Umstellung gut geklappt», bilanzierte die Landesarbeitsgemeinschaft nun. (dpa)

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