Verschiebung des Bond-Films trifft Kinos ins Mark

Corona zwingt Kinobetreiber, den größeren Teil ihrer Sitzplätze leer zu lassen. Nun fehlen auch noch die US-Action-Filme - das junge Publikum bricht laut einer Kinogenossenschaft weg.

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Foto: dpa-Archiv

NASTÄTTEN. Die vierte Verschiebung des neuen James-Bond-Films «Keine Zeit zu sterben» nun bis zum April 2021 ist auch für Kinos in Rheinland-Pfalz ein Schock. Viele bangen in der Corona-Pandemie um ihre Existenz.

«Wir können wegen der Abstandsregeln nur 25 bis 30 Prozent der Sitzplätze nutzen», sagt Ralf Holl, Vorstandschef der Genossenschaft Kinomarkt Deutschland, in der sich mittelständische Kinobetreiber zusammengeschlossen haben.

«Deutschland ist ein Flickenteppich, jedes Bundesland hat andere Regeln für Kinos», ergänzt der Betreiber des Lichtspielhauses in Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel dürften deutlich mehr Zuschauer in die Kinos: «Das funktioniert störungsfrei, da ist bis jetzt keine Infektion bekanntgeworden.»

Viele der 68 Kinos in Rheinland-Pfalz leiden laut Holl darunter, «dass sämtliche größeren amerikanischen Filme auf nächstes Jahr verschoben werden. Wir haben kein Futter mehr für junge, action-affine Zuschauer.» Der Vorstandschef von Kinomarkt Deutschland ergänzt: «Immer mehr Leute entwöhnen sich vom Erlebnisort Kino, die nehmen den gar nicht mehr wahr.»

Popcorn und Nachos, Cola und Bier: Der Verkauf von Essen und Getränken mache bei Kinos normalerweise rund ein Drittel des Umsatzes aus. «Aber jetzt fehlt die junge Zielgruppe – die Älteren konsumieren weniger», sagt Holl darüber hinaus.

«Ich kann mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn der Insolvenzschutz Ende 2020 wegbricht», ergänzt der Kinobetreiber. In Rheinland-Pfalz gebe es zu wenige finanziellen Hilfen für Lichtspielhäuser. Diese hätten eine wichtige kulturelle Funktion, gerade auch in Kleinstädten. Er hoffe sehr auf einen Corona-Impfstoff 2021.

Laut dem Kulturministerium in Mainz sind bisher insgesamt 121 370 Euro an neun Programmkinos in Rheinland-Pfalz ausgezahlt worden. Auch andere Kinos können Geld von der öffentlichen Hand bekommen. Nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums in Mainz sind für sie bislang als sogenannte Bundessoforthilfe mindestens 25 Auszahlungen in Höhe von insgesamt 281 201 Euro geflossen. Auch die Überbrückungshilfe ist ein Bundesprogramm: Hier gab es bisher 32 Auszahlungen in Höhe von insgesamt 810 920 Euro für Kinos in Rheinland-Pfalz.

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