Stimmung der Wirtschaft hat sich deutlich verbessert

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Schaltraum statt Fließband: In Fabriken – wie hier der Lebensmittelindustrie – übernehmen Computer immer mehr Arbeiten. Aber durch die Digitalisierung entstehen auch neue Arbeitsplätze, sagt die Gewerkschaft NGG – wenn Firmen rechtzeitig auf die Qualifizierung der Beschäftigten setzen.

BAD EMS. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft blickt nicht mehr ganz so schwarz in die Zukunft wie in dem durch die Corona-Krise geprägten Frühsommer. Der Konjunkturklimaindikator der Industrie- und Handelskammern (IHK) kletterte von 77 Punkten auf 99 Punkte, wie die Kammer am Freitag in Mainz mitteilte.

Damit liegt er nur noch knapp unter der neutralen Schwelle von 100. Für die aktuelle Umfrage befragte die IHK Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz 1155 Unternehmen mit insgesamt rund 189 000 Beschäftigten. Die Umfrage lief über vier Wochen und endete am vergangenen Freitag.

«Die rheinland-pfälzische Wirtschaft hat sich aus dem Corona-Tief erfreulicherweise schon ein starkes Stück herausgearbeitet, aber wir sind noch nicht im sicheren konjunkturellen Fahrwasser», sagte Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft. «Es ist noch längst nicht wieder gut.» Laut Umfrage rechnet jedes fünfte Unternehmen mit einer weiteren Belebung der Geschäftstätigkeit, fast jedes vierte Unternehmen stellt sich hingegen auf eine schwächere Entwicklung ein.

Die Lage in den einzelnen Branchen unterscheidet sich, doch überall deutet sich eine Erholung an. Dabei geht die Industrie voran: Mit 105 Punkten (Frühsommer: 81 Punkte) liegt der IHK- Konjunkturklimaindikator wieder über dem Schwellenwert. Das Baugewerbe, das der Krise bislang am besten Stand halten konnte, erreicht sogar 110 Punkte (Frühsommer: 105 Punkte). Das Dienstleistungsgewerbe und der Handel folgen mit 96 Punkten (Frühsommer: 79 Punkte) beziehungsweise 89 Punkten (Frühsommer: 67 Punkte).

Zur Stützung der Konjunktur fordert die IHK-Arbeitsgemeinschaft unter anderem den Verzicht auf weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen und den Abbau von Bürokratie. Das Beherbergungsverbot zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sieht die Kammer kritisch. Das sei «sehr überzogen», sagte Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer der IHK Rheinhessen

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