Isegrim auf dem Vormarsch: Westliche Eifel wird ab November Wolf-Präventionsgebiet

Rheinland-Pfalz weitet den Schutz vor Wölfen aus: In der «Eifel West» kommt nun ein neues Wolfsgebiet. Das ermöglicht Haltern von Tieren, Geld für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde zu beantragen.

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Foto: dpa-Archiv

BITBURG/MAINZ. Rheinland-Pfalz bekommt ein zweites Wolf-Präventionsgebiet: Nach 20 Wolfrissen wird ab dem 1. November auch die westliche Eifel (Eifel West) zum möglichen Vorkommengebiet des Wolfes erklärt, teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium am Dienstag in Mainz mit.

Das bedeutet, dass Halter von Schafen und Ziegen Fördermittel für die Sicherung von Herden mit wolfssicheren Zäunen und Hunden beantragen können. Zum Wolfsgebiet Eifel West gehören die Landkreise Vulkaneifel, Bitburg-Prüm sowie Teile von Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg.

Neu sei, dass auch Pferde- und Rinderhalter bei Vorsorge-Maßnahmen finanziell gefördert würden, sagte Umweltstaatssekretär Thomas Griese (Grüne). Das gelte auch für das im Mai 2018 landesweit erste ausgewiesene Wolf-Präventionsgebiet Westerwald. Dieses umfasst die Landkreise Altenkirchen, Westerwald, Neuwied, die Stadt Koblenz und kleinere Teile der Landkreise Mayen-Koblenz und Rhein-Lahn.

Das Ministerium teilte mit, dass Entschädigungen für gerissene Tiere bis Ende Oktober 2021 zu 100 Prozent gezahlt werden. «Mit all diesen Maßnahmen möchten wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Rückkehr des Wolfes weiterhin aufrechterhalten, denn der Wolf ist nach wie vor eine EU-weit gefährdete und als solche auch eine streng geschützte Art», sagte Griese.

In der Eifel waren in der zweiten Julihälfte 18 Schafe und zwei Kälber an verschiedenen Orten von jeweils einem Wolf gerissen wurden. Fast alle Risse konnten einem Wolf, der «Billy» genannt wird, klar zugeordnet werden. Der Wolf stammt aus einem Rudel im Emsland in Niedersachsen. In den vergangenen zwei Monaten habe es keine weiteren Hinweise auf «Billy» gegeben. Ob er sich noch in Rheinland-Pfalz aufhalte, sei ungewiss, hieß es vom Ministerium.

Neben dem neuen Wolfs-Präventionsgebiet bleibe die Verbandsgemeinde Adenau (Kreis Ahrweiler) «Pufferzone» zum Wolfsgebiet Eifel-Hohes Venn in Nordrhein-Westfalen, teilte das Ministerium weiter mit. So könnten dortige Tierhalter ebenfalls Geld zum Herdenschutz bekommen. Nordrhein-Westfalen hatte das Gebiet Eifel-Hohes Venn im Sommer 2019 zum Wolfsgebiet erklärt – daraufhin hatte Rheinland-Pfalz im Grenzgebiet eine Pufferzone eingerichtet.

Die Entscheidung für das Präventionsgebiet Eifel West fiel am Dienstag in der Arbeitsgruppe «Runder Tisch Großkarnivoren» mit Vertretern aller vom Wolf betroffenen Gruppen: Neben dem Ministerium gehören unter anderem die Stiftung für Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU), der Landesjagdverband und der Bund für Umwelt und Naturschutz dazu. Förderungen für Präventionsmaßnahmen könnten bei der SNU beantragt werden.

Bisher wurden sesshafte Wölfe in Rheinland-Pfalz nur im Westerwald nachgewiesen, darunter ein Wolfsrudel. Ansonsten tauchten immer mal wieder Einzeltiere auf. Der erste Nachweis eines Wolfes nach mehr als 100 Jahren in Rheinland-Pfalz gelang 2012 im Westerwald.

7 KOMMENTARE

  1. Die Wölfe beenden artgerechte Weidetierhaltung. Für viele Tierbesitzer sind die Tiere, ob Ponys, Pferde, Alpakas oder auch Schafe, Ziegen u.a., Familienmitglieder und kein Geld der Welt kann diesen Verlust ersetzen. Diese Wolfspolitik ist pervers und an Grausamkeit nicht zu überbieten!

    • Schwachsinn. Der Wolf war lange vor deinen dummen Reitpferden hier bei uns. Der Wolf kackt auch nicht mitten ins Dorf und lässt seine Scheisse dann einfach liegen.

  2. „artgerechte Weidetierhaltung“
    Ist ja schon der Witz schlechthin.
    Tiere kommen im Ursprung aus der Natur und dort gehören sie auch geduldet und respektiert.
    Heute meckern die Weidetierhalter, morgen die Bauern wegen der Wildschweine dann die Baumliebhaber wegen dem Wildverbiss. Mensch Leute. versucht doch mal ein wenig Verständnis für eure Umwelt aufzubringen und nicht nur für eure „Hobby“ Tiere (die ich übrigens auch habe).
    Wenn ihr bedenken habt nehmt etwas Geld in die hand und sorgt für „artgerechte Weidetierhaltung“ in dem ihr eure Tiere mit den passenden Mitteln wie z.Bsp. Zäune schützt.
    Das sind meine 50ct zum Thema……

  3. Bin überzeugt das es den Wolf, wie es ihn vor seiner Ausrottung, in unserem Raum überhaupt nicht gibt. Der heutige sogenannte Wolf ist nichts anderes als verwilderte Hunde. Man muss
    sich nur mal die Fotos anschauen. Dann sagt einem der „gesunde“ Menschenverstand, nie und nimmer ein Wolf. Aber solange es hochdotierte und sogenannte Experten gibt lösen wir das Problem nicht. Hunde die die Welt und Leute bescheissen und Verantwortunglos gehalten werden haben wir im Überfluss. Also, das Problem herrenlose Hunde, so lösen wie es die Jagdverordnung zulässt.

  4. Ich bin auch der Meinung, dass der Mensch nicht alles vernichten soll, was ihn in seinem Machen und Tun stört.
    Wie viele Tiere müssen für uns Menschen jeden Tag sterben.
    Jetzt kommt der Wolf, nimmt sich, dass was er zum überleben braucht und die Kategorie Mensch ist wieder völlig aus dem Häuschen.
    Wir müssen mal wieder lernen, die Umwelt auch mit dort lebenden wilden Tieren zu teilen.

  5. Habe gerade auf der Seite des SNU. RLP nachgesehen, weil mein Antrag auf Herdenschutz im Sommer abgelehnt wurde( falsche Tierart, Grund der Demo auf der Veranstaltung in Ammeldingen).
    Also auf der offiziellen Seite steht weder eine Änderung!!!! noch gibt es eine neue Antragsmöglichkeit für andere Tiere als Schafe , Ziegen oder Damwild. Woher haben Sie Ihre Info und ist das überprüft????

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