SPD: Klar gegen Flatrate-Bordell

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TRIER. Frauen als Massenware – ähnlich einem Telefontarif oder dem Mittagsbüffet im Chinarestaurant an der Ecke, entstünden in Deutschland sogenannte Flatrate-Bordelle: sexuelle Dienste zu einem Tagesfestpreis. „Eine Schande, die nun auch in Trier entstehen soll“, schreibt die Trierer SPD in einer Presseerklärung. Die Fraktion lehne dies entschieden ab und bestärke die Stadtverwaltung in ihrem Bemühen, alle Möglichkeiten zu prüfen, die Etablierung solcher diskriminierenden Geschäftsmodelle in Trier zu verhindern.

Nur durch die Ablehnung menschenverachtender Formen der Prostitution könne die Entkriminalisierung des ältesten Gewerbe der Welt erfolgreich gelingen. Auch aus diesem Grund dürfe es keine Entgrenzung im Markt geben. „Für wenige Euro setzen Prostituierte in Flatrate-Bordellen ihre Gesundheit aufs Spiel und geben ihre Würde auf. Der Mensch muss schon in einer sehr verzweifelten Lage sein, um das zu tun. Wer diese Lage ausnutzt und sich daran bereichert, tritt die Menschenwürde mit Füßen“, so der SPD Fraktionsvorsitzende, Sven Teuber.

Das älteste Gewerbe der Welt habe lange Zeit und auch heute noch oft als das zwielichtigste gegolten Heute aber sei Prostitution rechtlich gesehen ein ganz normaler Beruf. Für die Frauen, die diesen Beruf ausübten, könnten diese Regelungen Sicherheit bedeuten, denn sie hätten einen Anspruch auf Entgelt für ihre Leistungen und die Möglichkeit einen Arbeitsvertrag zu erhalten. Die Realität sehe meistens anders aus, und zu allem Überfluss suchten skrupellose Geschäftemacher nach immer neuen Wegen sich auf Kosten der Würde der Prostituierten zu bereichern. „Artikel 1 unseres Grundgesetzes ist eindeutig, und daher sind für uns Flatrate-Bordelle klar verfassungswidrig“, stellt Teuber fest.

„Prostituierte, die von ihren Kunden und ihrem Arbeitgeber respektvoll und gut behandelt werden, gibt es bestimmt, doch die Mehrheit lebt ein Leben, dass von sexueller Ausbeutung gezeichnet ist, weniger Arbeitnehmerin mehr ein Opfer. Viele von ihnen, sogar die meisten sind Ausländerinnen, für die dieser Beruf bislang eine Möglichkeit darstellte, schnell Geld zu verdienen, um die Familien in ihren Heimatländern zu unterstützen oder sich das Studium zu finanzieren. Das Modell der Flatrate-Bordelle nutzt somit gezielt die Notlagen der Frauen aus, die im Konflikt zwischen der eigenen Existenz und der Nöte ihrer Familien in der Heimat keine freie Wahl haben. Eine Integration dieser Frauen zur Stärkung ihrer beruflichen Wahlmöglichkeiten wird somit von einem System der Massenware Frau entschieden behindert und ist daher nicht mit unseren gesellschaftlichen und rechtlichen Überzeugungen vereinbar“, verdeutlicht Maria Duran-Kremer, migrations- und frauenpolitische Sprecherin der Trierer SPD-Fraktion, die große gesellschaftliche Tragweite solcher Geschäftsmodelle.

Die SPD schlage daher die Einrichtung einer Betreuungsstelle vor, die sich gezielt um die Integration von Prostituierten kümmern müsse und als Anlaufstelle diene. Nur durch staatliche Unterstützung und Beschränkung des Marktes könne die gezielte Ausbeutung von Frauen verhindert werden. (red)

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