FSG-Protest: Mit „Toten Hosen“ gegen tote Hose

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TRIER. Am Freitag werden sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer von Ehrang aus auf den Weg zum Augustinerhof machen. Ihr Ziel ist das Rathaus. Das Friedrich-Spee-Gymnasium protestiert – gegen Überlegungen, die Schule möglicherweise auslaufen zu lassen. Diese Idee war jüngst von den Trierer Grünen in die Debatte um die Zukunft der Trierer Schullandschaft eingebracht worden. Auch Kajo Hammann, der neue Direktor des FSG, wird beim Protestzug dabei sein. „Hier läuft ein Zermürbungskampf“, sagte er am Dienstag gegenüber lokalo.

Das passt. „An Tagen wie diesen“, singen die „Toten Hosen“. Die Spee’ler aus Ehrang wollen nicht, dass bei ihnen demnächst tote Hose ist, dass ihre Schule ein Auslaufmodell ist, dass das einzige GTS8-Gymnasium der Region „auf dem schulpolitischen Altar der Grünen geopfert wird“, wie Malte Blümke, der Landesvorsitzende des Philologenverbandes und selbst Lehrer am FSG, das jüngst formulierte.

Deshalb haben sie den Refrain der Düsseldorfer Kultband umgeschrieben. „An Schulen wie diesen“, wollen sie am Freitag um zwölf Uhr im Rathaus singen. Laut, nachdrücklich und mit viel Protest. Bürgermeisterin Angelika Birk (Grüne) wird sich anhören, was die Ehranger vorzubringen haben. Die Schuldezernentin hat sich bisher noch nicht zur Idee ihrer Parteifreunde geäußert, das FSG möglicherweise auslaufen zu lassen und die IGS vom Wolfsberg an den Mäusheckerweg zu verlegen. Am Freitag wird Birk Stellung beziehen müssen. Und darauf ist man beim FSG gespannt.

„Die Menschen hier an der Schule machen sich große Sorgen.“ Für den neuen Direktor des FSG, Kajo Hammann, der zum aktuellen Schuljahr die Nachfolge von Hermann Bous angetreten hatte, ist das ein unhaltbarer Zustand. Im Konzept des Bonner Büros „Biregio“ sei ja im Juni schon die „etwas exotische Lösung“, das FSG möglicherweise dicht zu machen, angeklungen. „Aber durch die Vorschläge der Trierer Grünen sind diese Überlegungen jetzt natürlich ganz konkret geworden“, sagte Hammann am Dienstag gegenüber lokalo. Dabei habe die Agentur für Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen (AQS), die in einem fünfjährigen Turnus alle rund 1.600 Schulen in Rheinland-Pfalz besucht und durchleuchtet, dem FSG gerade erst jüngst eine hohe Qualität vor allem beim lernfördernden Ansatz bescheinigt.

Der Vorschlag der Grünen habe zu einer Reflexion innerhalb des Hauses geführt. „Die Mitarbeiter machen sich Gedanken, die Lehrer ebenfalls, aber auch die Schülerinnen und Schüler“, so Hammann. Aus Schülern aller Klassen der Mittelstufe wurde daraufhin eine Arbeitsgruppe gebildet. Dort soll das Protestschreiben, das die Spee’ler am Freitag Birk und Helga Schneider-Gräfer, der Leiterin des Schulverwaltungsamtes, übergeben wollen, erarbeitet werden. Hammann ist nahe bei der Gruppe. „Das Schreiben und die Fahrt nach Trier zum Augustinerhof sind ein Teil unserer Aktion“, sagte Hammann am Dienstag. „Daneben wollen wir aber auch mit einem eigenen Stand auf unserem Lampionfest am Freitagabend über das FSG, über unsere Arbeit, über die konzeptionelle Ausrichtung unserer Schule informieren.“

Gemeinsam wollen alle Spee’ler für die Zukunft ihrer Schule streiten. „Weil es sich lohnt“, betonte Hammann. Das FSG sei mit seinem Ganztagsunterricht und der Möglichkeit, nach acht Jahren das Abitur zu erreichen, als Modellschule einzigartig in der Region. „Aber ich habe den Eindruck, dass hier ein Zermürbungskampf gegen uns läuft.“ Hammann spielte damit nicht nur auf die neuesten Überlegungen der Grünen, sondern auch auf die Hängepartie bei der Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe mit der Realschule plus an (wir berichteten). Oder anders ausgedrückt: Das FSG sei politisch nicht mehr gewollt, wie Malte Blümke befürchtet. (et)

1 KOMMENTAR

  1. Recht so! Gegen diesen ideologischen Unsinn kann man gar nicht früh genug vorgehen – vor allem schaffen es unverantwortliche Kommunalvertreter und gewisse Medien in Trier hervorragend, soviel Unsicherheit zu verbreiten, dass irgendwann die Anmeldezahlen in den betroffenen Schulen tatsächlich zurückgehen werden: Weil die Eltern kolossal verunsichert sind! Eine solche Vorzeigeschule wie das FSG, ohne Unterrichtsausfall (!!), mit hochengagierten Lehrern, die nicht um 13 Uhr den Hammer fallen lassen und Schülern, die bereit sind, sich wirklich fordern und fördern zu lassen, sollte ausgezeichnet und nicht zum Spielball wilder Schulszenarien werden. Hoffentlich bleibt wenigstens lokalo bei dem Thema am Ball – andere Medien geben ja lieber die Verlautbarungen der Politiker als die Ansichten und Wünsche der tatsächlich Betroffenen wieder…

  2. 1 und 1 ist immer noch 2. Die Grünen in Trier spielen das Spiel ihrer Landespartei und wollen hier jetzt durchsetzen, was da schon längst beschlossen ist. Es passt den Ökos einfach nicht in den Kram, dass es Kinder gibt, welche schlauer sind als andere und daher auch anders gefördert werden müssen. Hauptsache mit der Schere alles auf ein Niveau geschnitten, wo die Kinder bleiben ist denen egal.
    Ich wähle in Trier beim nächsten Mal sicher nicht SPD oder Grün, sondern CDU. Habe fertig.

  3. Trier wie es leibt und lebt. Wo es um Schulen und Kinder geht protestiert von den „Politikern“ keiner, aber geht es um ein Bordell ist das Geschrei groß. Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel!

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