Nur noch 10 Strecken! Ryanair kürzt Flugangebot am Airport Hahn drastisch

1
Eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair rollt am Flughafen-Terminal vorbei. Foto: Foto: Andreas Arnold / dpa-Archiv

Europas größter Billigflieger Ryanair streicht sein Flugangebot am Hunsrück-Airport Hahn weiter zusammen. Ohnehin sinkt hier die Zahl der Passagierflüge: Die Internetseite des Flughafens führte am Donnerstag nur noch zwei Passagier-Airlines auf, die den Hunsrück anfliegen: Ryanair und Wizz Air. Dennoch bietet laut dem Flughafen und nach eigenen Angaben auch Air Serbia noch eine Verbindung vom Hahn nach Nis in Serbien an. Vor einiger Zeit flogen noch vier Passagier-Airlines den Hunsrück an. Im Terminal ist nun entsprechend wenig los. Besser floriert das Frachtgeschäft am einstigen US-Militärflughafen Hahn. Er gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Mischkonzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen.

Wie am Donnerstag aus der Ryanair-Buchungsseite im Internet hervorging, bietet die irische Airline im kommenden Winter im Hunsrück bislang nur noch zehn Strecken an – vier davon mit zwei Flügen und sechs mit lediglich einem Flug pro Woche. Im vergangenen Winter war Ryanair noch zu 17 und im Winter 2018/19 sogar zu 29 Flugzielen von dem Airport gestartet. Kürzlich kündigte die Airline an, ihr gesamtes Flugangebot im Oktober und womöglich auch im Winter wegen der wechselnden Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie noch stärker zusammenzustreichen. Im Sommer hatte Ryanair im Streit um die Kürzung von Gehältern ihrer Beschäftigten gedroht, ihre Basis am Flughafen Hahn zu schließen, und damit für viel Aufregung gesorgt.

Neben Ryanair und Air Serbia fliegt auch Wizz Air den Airport Hahn in diesem Winter an. Die Fluggesellschaft Fly One kehrt laut dem Flughafen erst im Sommerflugplan 2021 wieder mit einem einzigen Flug nach Chisinau (Moldau) in den Hunsrück zurück. Die Shops im Terminal öffnen schon jetzt nicht mehr alle durchgehend. «Sie fokussieren auf die Abflugzeiten», teilt der Airport mit.

Tausende Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region hängen am Hahn, der auch auf das Frachtgeschäft setzt. Dieses wuchs von Januar bis August gemessen am Vorjahreszeitraum trotz der Corona-Krise um 32,2 Prozent auf 142 188 Tonnen, wie aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervorgeht. Der Hahn hat eine seltene Nachtflugerlaubnis. Zahlreiche andere deutsche Airports verbuchten im selben Zeitraum ein Minus im Frachtbereich. Die Zahl der Passagiere sank am Hahn währenddessen um 69,7 Prozent auf 321 367.

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.