Arbeitsmarkt im Saarland: Weniger Menschen arbeitslos als im Monat zuvor

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Schaltraum statt Fließband: In Fabriken – wie hier der Lebensmittelindustrie – übernehmen Computer immer mehr Arbeiten. Aber durch die Digitalisierung entstehen auch neue Arbeitsplätze, sagt die Gewerkschaft NGG – wenn Firmen rechtzeitig auf die Qualifizierung der Beschäftigten setzen.

Trotz Corona geht die Arbeitslosigkeit zurück. Allerdings sind noch deutlich mehr Menschen ohne Job als vor einem Jahr. Eine Kehrtwende ist nach Einschätzung der Arbeitsagentur noch nicht in Sicht.

Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im siebten Monat der Corona-Krise zurückgegangen. Insgesamt waren 39 900 Frauen und Männer im September ohne Job und damit 1900 oder 4,5 Prozent weniger als im August, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren allerdings deutlich mehr Menschen arbeitslos. Im September dieses Jahres waren 6500 Menschen mehr arbeitslos als im gleichen Monat 2019. Das entspricht einem Plus von 19,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote lag bei 7,5 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 7,8 Prozent und vor einem Jahr 6,2 Prozent. Insbesondere jüngere Menschen konnten im September die Arbeitslosigkeit beenden.

«Es ist noch zu früh, von einer Kehrtwende zu sprechen», sagte der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Walter Hüther. Bei der Entwicklung der nächsten Wochen spielten die Infektionszahlen und die davon abgeleiteten Konsequenzen eine maßgebliche Rolle.

Rund 2500 Frauen und Männer meldeten sich im September arbeitslos. Das waren 100 oder 3,5 Prozent weniger als im August. 3200 Arbeitslose fanden eine neue Erwerbstätigkeit, das waren 900 oder 37,2 Prozent mehr als im Vormonat. Die Unternehmen meldeten 2100 offene Arbeitsstellen – 300 oder 16,6 Prozent mehr als im August. Die meisten neuen Stellen gab es in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel. Insgesamt waren 3700 freie Arbeitsstellen gemeldet, 1600 oder 18,3 Prozent weniger als im August.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli (neuere Zahlen gibt es noch nicht) jedoch mit 384 100 Beschäftigten um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Im März und April hatten besonders viele Betriebe Kurzarbeit angezeigt: 10 500 Anzeigen für 139 100 Beschäftigte gingen ein. Im September wurden nur noch 80 Anzeigen für 2200 Arbeitnehmer gezählt. Erst drei Monate nach der Anzeige kann festgestellt werden, in welchem Umfang wirklich von der Kurzarbeit Gebrauch gemacht wurde. Im Juni waren es 5400 Betriebe mit 59 200 Beschäftigten. (dpa)

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