Corona schiebt die Digitalisierung an – 1300 Tablets und 500 Notebooks für Trierer Schulen

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Foto: dpa-Archiv

TRIER. Kurzfristige Bestellung der Stadt: Dank einer Förderung von rund 740.000 Euro des Bundes und mit Unterstützung des Landes ordert die Stadtverwaltung Ende September 1292 Tablets und 510 Laptops für städtische Schulen. Der Stadtrat gab kurz vorher grünes Licht. Die Geräte sollen vor allem soziale Ungleichheiten bei der Schüler-Ausstattung ausgleichen, die spätestens durch den Lockdown deutlich zu Tage traten.

Dieser Aspekt spielt daher in der Liste mit den Voraussetzungen für die Vergabe der Geräte eine zentrale Rolle: Genannt werden soziale Bedürftigkeit, kein eigenes mobiles Endgerät, was wiederum wichtige Unterrichtsziele gefährdet, sowie ein positives pädagogisches Votum der jeweiligen Schule, deren Mitarbeiter den konkreten Bedarf vor Ort beurteilen können.

Die Verteilung der Endgeräte aus dem Sofortausstattungsprogramm geschieht nach folgendem Schlüssel: 33,8 Prozent für die Grundschulen, 41,5 an die Real- und Integrierten Gesamtschulen, 12,2 Prozent für die Gymnasien, 10,4 Prozent an die Berufsbildenden- und 2,2 Prozent an die Förderschulen. Wenn ein Kind von einer Schule in städtischer Trägerschaft zu einer anderen wechselt, kann es sein neues Gerät mitnehmen. Alle haben eine Kamera und können daher auch eingesetzt werden, wenn der Unterricht aus Platzgründen in verschiedenen Räumen stattfinden soll oder es sogar noch einmal zu Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie kommt. Insgesamt erhofft man sich von der Anschaffung einen deutlichen Modernisierungsschub für den Unterricht.

Stadt als Eigentümerin

Die neuen Geräte, die den Schülern überlassen werden, gehen in das Eigentum der Stadt als Schulträger über. Folgekosten durch Wartung und Updates müssen aus ihrem Haushalt finanziert werden. Mit der Bestellung zum 30. September ist nach Einschätzung des Amts für Schulen und Sport der Bedarf der Schulen immer noch nicht komplett gedeckt. Man geht aber immerhin vor einer Versorgung von rund 90 Prozent aus.

Vor dem Stadtrat hatte sich bereits der Steuerungsausschuss mit der Vorlage beschäftigt. Dabei waren noch Fragen einiger Ratsmitglieder aufgekommen, die das Amt für Schulen und Sport zwischen beiden Sitzungen beantwortet hatte. Die Neuanschaffungen werden im Rahmen einer Zusatzvereinbarung des seit einiger Zeit laufenden Digitalpakts des Bundes umgesetzt, bei dem die Stadt von der Förderung profitiert. Bei diesem Programm geht es auch um die Infrastruktur an den Gebäuden, also etwa die Anbindung an ein leistungsfähiges Netz und die WLAN-Anschlüsse.

5 KOMMENTARE

  1. Bei uns gab es früher Bücher, Kreide und Schiefertafel. Der Lehrer sagte:“ Wer ein „Sehr gut“ haben möchte muss besser sein als ich.“ Noch heute stelle ich mich mit meinem Wissen gerne gegen jeden Studenten auf. Früher sind wir noch durch frische Luft zur Schule gelaufen, heute können die Weicheier artikulieren wie ein Alter mit Nichts dahinter. Früher gab es 15 Monate Wehrdienst, heute Demo gegen das was uns beschützt hat. Weinen könnt ich, weinen…..

    • ja und wegen solchen „früher war alles besser“ Typen wie dir, die jeden technologischen Fortschritt ablehnen, weil „bei uns gab es früher Kreide und Schiefertafel“, ist Deutschland bei der Digitalisierung mittlerweile meilenweit abgehängt und muss sich hinter Ländern wir Rumänien oder Thailand einordnen. Tolle Leistung!

    • Früher gab es kein www und kein Google, keine Doku-Kanäle. Früher gab es Wissen nur vom Lehrer, vom Pastor oder aus den Meyers-Lexika. Heute erhalten bereits die Zehnjährigen das Wissen dieser Welt nach Bedarf binnen Sekunden jederzeit und überall per Sprachanfrage aus jedem Handy. Wenn man es nicht bis ins Detail versteht gibts gleich die Lernvideos auf youtube dazu.
      Was heutige Durchschnitts-Schüler in der Schule benötigen: Training in Lesen und Schreiben, Vermittlung von Lebenserfahrungen, IT-Know How, ethische Schulung, Fremdsprache und mathematisches Verständnis. Dazu ein paar Grundlagen in Bio, Physik und Chemie. Den Rest (Auswendiglern-Lehrstoff) kann man sich eigentlich sparen, da überall und jederzeit verfügbar.
      Die Zeiten ändern sich.

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