Am liebsten noch Fax: Krankenhäuser sehen hohen Nachholbedarf bei Digitalisierung

Der Austausch von Patientendaten zwischen Arzt und Klinik läuft nicht so flüssig, wie es sein könnte. Es hakt bei der Vernetzung über gemeinsame Schnittstellen und Standards.

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Foto: dpa-Archiv

BINGEN. Das Gesundheitswesen hat nach Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft nach wie vor einen enormen Nachholbedarf in der Digitalisierung.

«Ärzte wollen am liebsten Faxe von den Krankenhäusern haben, das ist leider nach wie vor so», sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, bei einer Diskussionsrunde mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in Bingen am Rhein.

Als Hauptproblem nannte Gaß die Vernetzung im Gesundheitswesen über gemeinsame Schnittstellen und Standards bei Datenformaten. Schon vor mehr als 15 Jahren sei die elektronische Gesundheitsakte als Ziel ausgegeben worden. Damals sei die Euphorie groß gewesen, aber «wir sind heute nicht wirklich weiter». Problematisch sei insbesondere der Datenaustausch zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern – dabei liege gerade in der digitalen Abbildung der Behandlungskette der größte Wert für die Patienten.

Der Vorstandsvorsitzende des Koblenzer Unternehmens CompuGroup Medical, Frank Gotthardt, nannte den Ausbau der Infrastruktur, die Datensicherheit und die Interoperabilität, also die Gewähr für den ungehinderten Datenaustausch über unterschiedliche Systeme, als Hauptaufgaben der weiteren Digitalisierung im Gesundheitswesen. Bei der Übermittlung etwa von Laborbefunden gebe es noch zu viele unterschiedliche Dateiformate – hier seien gemeinsame Standards überfällig.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sieht die digitale Gesundheitsversorgung als wichtige Voraussetzung für die flächendeckende medizinische Betreuung auch auf dem Land. Dabei werde künftig die Telemedizin wichtige Aufgaben übernehmen.

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