Flugplatzrunden für Projektentwickler Frank Lamparski

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BITBURG. So schnell gibt Frank Lamparski nicht auf: Obwohl er weder die angekündigten asiatischen Geldgeber noch das versprochene Startkapital von 30 Millionen Euro vorweisen konnte, plant er weiter den Ausbau der Militär-Airbase zum großen Verkehrsflughafen. Die kommunalen Mitgesellschafter wollen aber eine ganz andere Nutzung als Energiepark.

Der Himmel über Rheinland-Pfalz scheint besonders luftig zu sein für hochfliegende Träume. Von den beiden großen Regionalflughäfen Hahn und Zweibrücken sowie von Speyer, Föhren und etlichen anderen Klein- und Kleinstflughäfen geht es für Mensch und Material ins Blaue. Rote Zahlen trotz staatlicher Förderung werden da bisweilen billigend in Kauf genommen.

Auf der ehemaligen US-Airbase Bitburg, die derzeit nur von wenigen Sportfliegern genutzt wird, soll zumindest für den Steuerzahler alles anders werden. Der luxemburgische Projektentwickler Frank Lamparski hatte rund zwei Jahre lang versprochen, Großinvestoren mit einem Volumen von mehreren hundert Euro zu holen, welche aus dem beschaulichen Verkehrslandeplatz einen internationalen Fracht- und Passagierflughafen machen wollten. Doch weder Geldgeber noch Startkapital in Höhe von 30 Millionen Euro tauchten am Horizont auf, so dass die derzeitigen kommunalen Flughafengesellschafter – der Eifelkreis Bitburg-Prüm und die Stadt Bitburg – aus dem Vorhaben ausstiegen und nun eine Nutzung als Energie- und Gewerbepark favorisieren, für die sie auch vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium Unterstützung erhalten. Allein: Frank Lamparski hat rund 40 Prozent der Flughafenanteile erworben und blockiert damit eine Satzungsänderung, welche eine Abkehr von der vorgeschriebenen fliegerischen Nutzung vollziehen könnte.

Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Billen (CDU), seit jeher ein Fan der Flughafenpläne, sieht sich an die fliegerische Nutzung gebunden und erläutert, dass Lamparski nach wie vor Investoren suche. Billen lässt offen, ob er dem Luxemburger zutraut, nun doch bald zahlungskräftige Investoren in das Eifeler Gutland zu locken: „Ich wünsche ihm viel Glück“, sagt er nur. Doch er lässt keinen Zweifel daran, dass er generell an das Konzept glaubt: „Bitburg ist für den Steuerzahler nicht vergleichbar mit dem Hahn oder Zweibrücken, da unser Flughafen entweder privat finanziert wird – oder gar nicht. Ein privater Unternehmer ist freier in seinen Entscheidungen und wird sowieso nur investieren, wenn er echte Gewinnaussichten hat.“ Auch ist er sicher, den verlorenen Glauben der Südeifeler in die Flughafenvision erneuern zu können, wenn die Argumente schlagkräftig genug sind. „Sobald jemand das Geld vorweist, ist auch wieder mit den Bürgermeistern zu reden und es wird einen erneuten Sinneswandel der Gremien und der Menschen hier geben. Denn das Ziel der fliegerischen Nutzung ist in den Köpfen fest verankert.“

Allerdings sei es wichtig, nicht nur Ankündigungen, sondern harte Fakten zu liefern. Das Szenario eines alternativen Energieparks sieht er kritisch: „Das braucht ebenso Investoren und Bankgarantien wie ein Flughafen. Andernfalls handelt es sich nur um politisch motivierte Polemik.“ Seiner Meinung nach ist die grüne Wirtschaftsministerin Evelyne Lemke, die eine Nutzung als integrierter Stoff- und Energiekreislaufpark zum Recycling von Abfall befürwortet, gar nicht zuständig und rede über das Projekt „wie eine Blinde von der Farbe“. Man darf weiterhin gespannt sein, welche Variante für das Areal realistisch ist – die Diskussionen gehen weiter, die konkreten Planungen noch nicht. (ak)

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