Summ, Summ, Summ: Grundschüler aus der VG Konz eröffnen 1.350 Insektenhotels

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Präsentierten symbolisch die ersten von insgesamt rund 1.350 Insektenhotels, die im Raum Konz von den Grundschülern wie zum Beispiel Noah, Luzie, Jari und Frida aufgestellt werden. Von links: Jörn Patzak, Marco Oeffling, Michael Arens, Hartmut Schwiering, Alexander Kalmar, Joachim Weber. (Foto: David Kryszons/innogy Westenergie).

KONZ. Insekten im Großraum Konz dürfen sich ab sofort auf einen neuen Lebensraum freuen. Denn Wildbienen, Käfer und weitere Krabbeltiere erhalten ihr eigenes Zuhause. Für die summenden und brummenden Zeitgenossen werden sogar ganze 1.350 Hotels aufgestellt.

Doch noch sind die „Zimmer“ nicht bezugsfertig. Denn die neuen Behausungen müssen erst noch an allen Grundschulen und der Förderschule Don Bosco in der Verbandsgemeinde Konz im Unterricht zusammengebaut werden. Das Besondere: Die Schüler erhalten dabei innerhalb der nächsten Monate die Möglichkeit, einen Bausatz aus hochwertigem Holz zusammen zu setzen.

Das Projekt dient dabei der Umwelterziehung im Sachkundeunterricht und dem Erhalt der Artenvielfalt. Die Aktion ist eine Kooperation der ideengebenden Konzer-Doktor-Bürgerstiftung und vom Energieunternehmen innogy Westenergie. Das Vorhaben ist dabei deutschlandweit in diesem Umfang bislang einmalig zur Versorgung von Schülern in einer ganzen Region mit Insektenhotels. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 20.000 Euro und werden von innogy Westenergie getragen. Heute stellte Joachim Weber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz, die Initiative gemeinsam mit Vertretern aller beteiligten Projektpartner an der Grundschule St. Nikolaus in Konz vor.

„Wir alle, die auf unserer Erde leben, sind eine große Wohngemeinschaft. Es freut mich, dass wir mit diesem Umweltbildungsprojekt das Thema Nachhaltigkeit in der Verbandsgemeinde Konz weiter fördern können und dass sich die Schülerinnen und Schüler für die nützlichen Mitbewohner im Ökosystem stark machen können“, erklärte Bürgermeister Joachim Weber. Michael Arens, Leiter der Region Trier bei innogy, ergänzte: „Der Schutz des Klimas und die Bewahrung einer lebenswerten Umwelt spielen für Unternehmen wie innogy eine entscheidende Rolle. Als moderner Energieversorger und kommunaler Partner wollen wir auch in den Regionen einen Beitrag für eine nachhaltige Welt leisten und zum Teil der Lösung werden. Deswegen unterstützen wir das Aufstellen der Insektenhotels gerne.“

Die Idee zu diesem Projekt entwickelte Hartmut Schwiering, Stiftungsvorsitzender der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung, der es als einen besonderen Gewinn für alle Beteiligten betrachtet, dass erstmalig in Deutschland ein Umweltprojekt dieser Art umgesetzt wird. Denn auf diese Weise und mit der Unterstützung von innogy Westenergie können sich alle Grundschüler unserer Region innovativ, kreativ und kenntnisreich mit dem Erhalt der Insektenvielfalt in unserer Kulturlandschaft auseinandersetzen.

Mit der Anfertigung der Holzteile für den Bausatz hat innogy Westenergie dabei die Schreinerei der Justizvollzugsanstalt Wittlich beauftragt. Dadurch konnte die Wertschöpfung bei der Produktion der Einzelteile in der Region verbleiben. „Die Insektenhotels sind eine schöne Möglichkeit, die Themenfelder Erziehung, Artenschutz und Umweltbildung miteinander in Einklang zu bringen. Die Kinder erhalten so die Möglichkeit, die heimischen Insekten direkt an dem eigenen Insektenhotel zu beobachten, zu bestimmen und lernen die Zusammenhänge zwischen Insekten, Bestäubung und ihrem Lebensraum zu verstehen. Mit dem Projekt bringen wir das nachhaltige Thema Artenschutz an die Grundschulen der Region“, hob Jürgen Große, Geschäftsführer der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung, hervor.

Die Auslieferung der 1.350 Bausätze für die Insektenhotels ist an die insgesamt zehn Schulen in der Verbandsgemeinde Konz bereits erfolgt, so dass bald alle Schülerinnen und Schüler an der Fertigstellung der ersten Insektenhotels mitwirken können. Insgesamt können sich die Kinder an den Schulen St. Nikolaus und St. Johann in Konz sowie an den Grundschulen Konz-Könen, Oberemmel, St. Marien Nittel, St. Antonius Pellingen, Tawern, St. Marien Wasserliesch und St. Martin Wiltingen sowie an der Don Bosco-Schule Wiltingen auf das Zusammensetzen der Bausätze freuen.

Anschließend erläuterten die Projektpartner, wie der Bau eines Insektenhotels überhaupt funktioniert. Das Zuhause für Bienen & Co besteht aus einer sechseckigen Grundfläche aus Holz, welche die Schüler im Unterricht verleimen. Anschließend sollen die Kinder Holzteile mit vielen vorgefertigten Öffnungen in unterschiedlichen Durchmessern einsetzen, so dass sich allerlei Insekten in den Zimmern wohlfühlen können. Wohnen können dort nämlich unter anderem Käfer, Florfliegen, Ohrwürmer, Marienkäfer und natürlich Wildbienen, von denen es rund 570 Arten gibt.

„Wir hoffen, dass in den Insektenhotels möglichst viele verschiedene Arten einziehen, damit die Kinder eine ganze Menge über heimischen Insekten lernen können. Darüber hinaus behandeln wir das Thema Klima- und Artenschutz selbstverständlich auch umfangreich im Unterricht. Man spürt bei den Schülern bereits viel Neugier auf das Projekt und auf die Insektenhotels“, stellte Alexander Kalmar, Schulleiter der Grundschule St. Nikolaus, fest. Sein Kollege Thomas Kürwitz, Schulleiter der Grundschule St. Johann, erläuterte zum künftigen Standort der Insektenhotels: „Diese können später bei den Schülern zuhause aufgehängt und studiert werden. Alternativ stellen wir aber auch gerne einen Platz an der Schule beziehungsweise im Wald bereit“.

Man darf übrigens gespannt sein, welche Insekten als erstes in die neuen Unterkünfte der Kinder einziehen. Das werden viele Schüler natürlich ganz genau von ihren Klassenzimmerfenstern beobachten können und hoffen dabei bereits auf ganz viele brummende und summende Hotelgäste.

1 KOMMENTAR

  1. Super Aktion.
    Schon ein einzelnes Insektenhotel bringt einen kleinen Beitrag zum Artenschutz. Bei der Menge ist der Effekt natürlich ungleich größer. Schön finde ich auch, dass Grundschulkinder sich hier kreativ einbringen und die Zusammenhänge in der Natur auf spielerische Weise lernen.

    Viele Grüße,
    Torsten

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