FC Kaiserslautern scheitert – SV Elversberg wird zum Pokalschreck

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Kaiserslauterns Trainer Boris Schommers hält die Hände vor das Gesicht. Foto: Torsten Silz/dpa

KAISERSLAUTERN/SPIESEN-ELVERSBERG. Für den 1. FC Kaiserslautern ist der DFB-Pokal in dieser Saison bereits Geschichte. Die Pfälzer scheitern im Elfmeterschießen an Regensburg. Im Saarland sorgt der SV Elversberg im DFB-Pokal für Schlagzeilen – mit einem Coup gegen den Kiezclub aus Hamburg.

FC Kaiserslautern – SSV Jahn Regensburg

Der hoch verschuldete Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat den erhofften Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals und damit wichtige Zusatzeinnahmen verpasst. Die Pfälzer unterlagen am Sonntag dem Zweitligisten SSV Jahn Regensburg mit 3:4 im Elfmeterschießen und schieden aus. Nach 120 Minuten hatte es vor fast leeren Rängen im Fritz-Walter-Stadion 1:1 (0:1, 1:1) gestanden.

FCK-Trainer Boris Schommers war trotz der Niederlage mit dem Auftritt seines Teams zufrieden: «In der ersten Halbzeit haben wir Sicherheit und Mut vermissen lassen. Ich habe der Mannschaft dann aber in der Pause gesagt, dass wir den Respekt ablegen müssen. Danach war es dann viel besser. Kompliment an mein Team. Man hat heute insgesamt keinen Klassenunterschied gesehen.»

Unter den Augen von 1954-Weltmeister Horst Eckel gingen die Regensburger bereits in der 4. Minute durch Albion Vrenezi in Führung, die Kevin Kraus (64.) nach dem Wechsel ausglich. In der Verlängerung sah Regensburgs Nicolas Wähling (92.) die Gelb-Rote-Karte. Kurz darauf traf Kraus erneut, doch der Treffer wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung des Schützen nicht anerkannt. «Ich habe das so gesehen, dass ich ganz klar nicht im Abseits stehe. Dass der Schiedsrichter das Tor nicht gegeben hat, ist ärgerlich», sagte der Innenverteidiger. «Wir hatten aber danach noch die eine oder andere Torchance, um das entscheidende Tor zu machen.»

Weil dies nicht gelang, ging es ins Elfmeterschießen. Im Duell vom Punkt hatten die Gäste die besseren Nerven. Zum Matchwinner für Regensburg avancierte Torwart Alexander Meyer mit zwei gehaltenen Schüssen. «Das ist extrem bitter. In der zweiten Halbzeit haben wir richtig guten Fußball gespielt und Regensburg in die eigene Hälfte gedrängt», sagte Kraus und resümierte: «Wir können aber trotz des Ausscheidens stolz auf unsere Leistung sein.»

Ähnlich sah es Schommers, der trotz des Ausscheidens viel Positives für die Saison in der 3. Liga mitnahm. «Wenn wir die heutige Leistung ab der zweiten Halbzeit von Beginn an auf den Platz bringen, werden wir in der Liga eine gute Rolle spielen», prophezeite der FCK-Coach. Am kommenden Freitag eröffnet der 1. FC Kaiserslautern mit einem Heimspiel gegen Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden die Drittliga-Spielzeit 2020/21.

SV Elversberg – FC St. Pauli

Die SV Elversberg hat sich als nächster DFB-Pokalschreck aus dem Saarland empfohlen. Mit einer famosen Leistung besiegte der Fußball-Regionalligist am Sonntag in der ersten Runde den Zweitliga-Club FC St. Pauli mit 4:2 (2:1). In der vergangenen Saison war der Landes-Rivale 1. FC Saarbrücken bis ins Halbfinale vorgestoßen, jetzt jubelte die Mannschaft von Trainer Horst Steffen nach ihrem Coup.

Erstmals seit 2010 stehen die Saarländer in der zweite Runden und dürfen sich über weitere Einnahmen in sechsstelliger Höhe freuen. Damals bezwangen sie Hannover 96 im Elfmeterschießen und scheiterten dann am 1. FC Nürnberg.

St. Pauli vermasselte mit einer desolaten Leistung das Pflichtspiel-Debüt seines neuen Trainers Timo Schultz. «Das war ein absolut verdienter Sieg für Elversberg. Der Gegner hat uns von Anfang an den Schneid abgekauft», sagte der 43-Jährige.

Kapitän Marvin Knoll war frustriert, weil seine Mannschaft in den 90 Minuten «eigentlich nie Zugriff auf das Spiel» hatte. Dabei hätte sein Führungstor in der 7. Minute dem Kiezclub eigentlich in die Karten spielen müssen. «Stattdessen haben wir total den Faden verloren», sagte er.

Elversberg ließ sich vor 500 Zuschauern auch nicht vom frühen Rückstand irritieren. Luca Schnellbacher (16.) und Patryk Dragon (26.) drehten die Partie. Ron Fellhauer köpfte das 3:1 (48.), dann traf erneut Schnellbacher (67.).

Der kombinationsstarke Viertligist stürzte St. Pauli von einer Verlegenheit in die nächste. Elversbergs Israel Suero Fernandez verschoss sogar noch einen Foulelfmeter (73.). Rico Benatellis Treffer zum 2:4 (78.) kam zu spät. So flog St. Pauli zum dritten Mal in vier Jahren zum Auftakt aus dem Pokal.

Für Elversberg geht am Mittwoch (19.00) erst einmal der Regionalliga-Alltag gegen den VfB Stuttgart II weiter. Am 22./23. Dezember steht die zweite Runde im DFB-Pokal an, die Auslosung ist am 18. Oktober.

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