Pesics Jungs fordern Bulgaren – Länderspiel in der Arena

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TRIER. Wenn die deutsche Basketball-Nationalmannschaft am 5. September in der Trierer Arena gegen Bulgarien antritt, haben sie ein Heimspiel: Andreas Seiferth, Mathis Mönninghoff und Bastian Doreth von Bundesligist TBB Trier stehen im Kader von Bundestrainer Svetislav Pesic. Es geht um die Qualifikation zur Europameisterschaft 2013 in Slowenien. Doch damit nicht genug: Auch Maik Zirbes und Philip Zwiener tragen das Trikot mit dem Adler. Beide standen in der abgelaufenen Saison noch in Trierer Diensten. Arena-Geschäftsführer Wolfgang Esser hofft auf „mindestens 4000 Zuschauer“, sagt aber zugleich: „Wir wollen die Halle natürlich voll bekommen.“

Man ist in solchen Fällen mit Vokabeln wie „Auszeichnung“ oder auch „Ehre“ ja schnell bei der Hand. Dabei ist mit solch kaum steigerbaren Begriffen immer Vorsicht geboten. In diesem speziellen Fall allerdings nicht. Dass der Deutsche Basketball-Bund (DBB) zum dritten Mal nach 1989 und 2004 ein Länderspiel an die Mosel vergibt, ist tatsächlich eine Auszeichnung für die neue Qualität des Standortes Trier. Und heuer ist es kein Testspiel wie 1989 gegen Israel (90:99) oder 2004 gegen Estland (89:48). Heuer geht es gegen die Mannschaft vom Balkan um harte Punkte – Deutschland will zur Euro 2013 nach Slowenien.

Das neue, rundum positive Image, das Trier inzwischen in der Szene genießt, ist ganz eng mit einem Mann verbunden: Henrik Rödl. Der Europameister von 1993 formte in seinen zwei Jahren an der Mosel junge Spieler nach seinem Gusto. Maik Zirbes und Philip Zwiener, die beide unter dem Hessen aufblühten, sind aus dem Kader des DBB nicht mehr wegzudenken. Andreas Seiferth steigerte sich unter Rödl derart, dass Bundestrainer Svetislav Pesic auch den gebürtigen Berliner in die Auswahl berief. Mit Mathis Mönninghoff, dem Kapitän der U20-Nationalmannschaft, und Bastian Doreth wechselten zwei Kaderspieler zur neuen Saison nach Trier. Unter Rödl wollen sie sich den nächsten Schliff holen.

Der Hesse weiß um seine Strahlkraft in der Szene – und bleibt dennoch bescheiden. Von sich will er nicht sprechen, eher schon von seinem Vater-Sohn-Verhältnis zum Bundestrainer. Wenn er sagt, dass Pesic „eine ganz wichtige Person in meinem Leben ist, nicht nur als Trainer, sondern auch als Mensch“, klingt da nicht nur Respekt, sondern auch Zuneigung heraus. Pesic hätte Rödl gerne als Assistenten gehabt. Doch den Wunsch kann ihm der gebürtige Offenbacher noch nicht erfüllen. „Das ist mit meiner Aufgabe in Trier einfach nicht vereinbar, weil ich mich nicht zweiteilen kann und es auch nicht möchte.“

So wird Rödl seinem Freund und Förderer am 5. September die Hand drücken („Ich freue mich sehr, ihn wiederzusehen.“) und den größtmöglichen Erfolg wünschen. Dass Pesic genau der richtige Mann für die Verjüngung beim DBB ist, daran hat Rödl nicht den geringsten Zweifel. „Wenn jemand mit jungen Spielern umgehen und sie formen kann, dann ist es Svetislav.“ Der Serbe hat alles erreicht in seinem Basketball-Leben. „Er muss sich nichts mehr beweisen“, sagt Rödl denn auch. „Und dass er jetzt wieder als Bundestrainer angeheuert hat, zeigt, wie sehr ihn die Aufgabe reizt, mit diesem jungen Team zu arbeiten.“

Auch Mönninghoff ist voll des Lobes über Pesic. „Es macht einfach Spaß bei der Nationalmannschaft, weil die Chemie im Team stimmt.“ Da kann es der Neu-Trierer auch verkraften, dass er in diesem Sommer wegen der U20-Europameisterschaft, der A-Nationalmannschaft und der harten Saisonvorbereitung bei der TBB kaum Urlaub hatte. „Das steckt man weg, wenn alles passt.“

Zusammen mit dem Kollegen Seiferth kam Mönninghoff am Montag aus Köln, wo sich beide einem Medizincheck an der Sporthochschule unterzogen hatten, zur Presskonferenz in die Arena. „Müde? Ja, aber nur weil ich eben so lange Auto gefahren bin“, scherzte Seiferth. „Ansonsten bin ich topfit.“ Seine Berufung zur Nationalmannschaft sei für ihn „durchaus überraschend“ gekommen. Den Grund wusste sein Trainer. „Andreas hat in der letzten Saison einen großen Sprung gemacht und sich enorm entwickelt“, betonte Rödl. „Da ist es nur logisch, dass der Ruf irgendwann kommt.“

Seiferth, Mönninghoff und auch der dritte Trierer im Bunde, Bastian Doreth, sollen durch ihren Lokalkolorit dafür sorgen, dass die Arena am 5. September gegen Bulgarien ausverkauft ist. Philip Zwiener und Maik Zirbes machen aus dem Trio ein Trierer Quintett. „Ich rechne sie immer noch zu uns,. weil sie ja noch für keinen anderen Verein gespielt haben“, so Rödl, der ebenso wie Arena-Geschäftsführer Wolfgang Esser auf ein „volles Haus“ hofft.

Esser hofft ferner darauf, dass viele Luxemburger am Spieltag den Weg nach Trier finden werden. Schließlich spielt Pesics Mannschaft drei Tage vor dem Auftritt in Trier auch im Großherzogtum (2. September). Luxemburg ist ebenfalls Gegner der Deutschen in der Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft. „Wir peilen schon die Marke von 4000 Zuschauern an“, so Esser. „Aber natürlich dürfen es auch mehr sein, damit die Halle ausverkauft und Trier in aller Munde ist.“ 1500 Karten sind laut Esser bisher schon im Vorverkauf abgesetzt.

Für 19.15 Uhr ist der erste Sprungball in der Arena zwischen Deutschland und Bulgarien vorgesehen. Daran wird sich auch nichts ändern, weil eine Live-Übertragung im Fernsehen nicht geplant ist. „Es wird einen Live-Stream auf der Internet-Seite des DBB geben“, so Pressesprecherin Elisabeth Kozlowski. „Das ist dann unser Service für alle Fans, die an diesem Mittwochabend nicht nach Trier kommen können.“ (et)

TICKET-INFORMATIONEN BEI DER ARENA

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