Klasse Arbeit – Trierer Hebammenzentrale wird sehr gut angenommen

0
Eine Hebamme hört die Herztöne eines Babys im Mutterleib ab. Foto: Uli Deck/ dpa-Archiv

TRIER. Schon 2014 gab es erste Überlegungen, wegen Engpässen und Lücken in der Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen durch Hebammen eine regionale Koordinierungsstelle einzurichten. Hintergrund der Probleme war vor allem, dass einige Hebammen wegen enorm gestiegener Versicherungsbeiträge ihre Arbeit aufgeben mussten. Nach der Entstehung eines Notdienstes durch engagierte Hebammen und eines Runden Tisch folgte im Januar 2019 die Eröffnung der regionalen Hebammenzentrale durch den Pro Familia, angebunden an deren Beratungsstelle in der Christophstraße. Das zunächst bis Ende 2021 gesicherte Projekt finanzieren das Land, die Stadtverwaltung und der Kreis Trier-Saarburg. Dabei geht es nicht um den Einsatz von Hebammen bei einer Geburt, sondern um die Vor- und Nachsorge.

Knapp 21 Monate nach dem Start stellten Claudia Heltmes und Lina Neitscher von Pro Familia eine erste Zwischenbilanz im Jugendhilfeausschuss vor. In dieser Zeit ist es gelungen, sechs Hebammen beim Wiedereinstieg in den Beruf oder nach einem Umzug in die Region zu begleiten. „Eine solche Nachvermittlung wird von den Familien sehr gut angenommen und bietet den Hebammen ein hohes Maß an Sicherheit durch rasch verfügbare passende Aufträge“, heißt es in der Zwischenbilanz. Es gibt eine regelmäßige Sprechstunde, die durchschnittlich 30 Minuten dauert. Dabei geht es unter anderem um Beschwerden in der Schwangerschaft, die Wochenbettbetreuung sowie die Beratung zum Stillen und die Beikost für die Kinder.

Zu den weiteren Aufgaben gehört die Vernetzung der Hebammen, die Vermittlung von Vertretungen für die Sprechstunde bei Ausfall- oder Urlaubszeiten sowie die Organisation von Fortbildungen. Insgesamt ist es nach Einschätzung von Heltemes gelungen, die Kapazitäten zu bündeln und effektiver einzusetzen sowie durch einen verstärkten fachlichen Austausch die Beratungsqualität zu erhöhen. Wegen Corona musste seit Mitte März die Sprechstunde in der Hebammenzentrale ausfallen. Es gab eine verstärkte Telefonberatung durch die Mitarbeiterinnen, vor allem aus dem Homeoffice. Bei den Anfragen der Schwangeren stieg die Nachfrage nach einer ambulanten oder außerklinischen Geburt. Ein Grund könnten Befürchtungen gewesen sein, sich in einer Klinik mit dem Virus anzustecken.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.