Wegen Aussetzung der Antrags-Pflicht? Weniger Firmen- und Privatinsolvenzen in Rheinland-Pfalz

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Symbolbild; dpa

Die Zahl der Firmen- und Privatinsolvenzen in Rheinland-Pfalz ist im ersten Halbjahr 2020 gesunken. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems vom Montag beantragten 355 Unternehmen ein Insolvenzverfahren. Das waren fast zwei Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Die Zahl der Anträge von Verbrauchern in Rheinland-Pfalz lag mit 1226 im ersten Halbjahr 2020 um fast elf Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Mit den beantragten Unternehmensinsolvenzen gerieten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres den Angaben zufolge 2927 Arbeitsplätze in Gefahr. Das Volumen der voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger habe sich auf fast 253 Millionen Euro belaufen. Durchschnittlich habe damit jedes der Insolvenz beantragten Unternehmen gut 712 270 Euro Schulden.

Das Bundeskabinett hatte kürzlich beschlossen, die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, bis Jahresende ausgesetzt zu lassen, falls die Überschuldung eines Unternehmens Folge der Corona-Krise ist. Die Lockerungen waren im März zunächst bis September eingeführt worden, um eine Pleitewelle zu verhindern. Dabei war zunächst auch die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags auch wegen Zahlungsunfähigkeit ausgesetzt worden. Diese zweite Ausnahme fällt nun weg, für zahlungsunfähige Unternehmen greift die Verlängerung der Sonderregel also nicht.

Bei den Verbraucherinsolvenzen beliefen sich die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger laut dem Statistischen Landesamt auf gut 51 Millionen Euro. Jeder dieser Verbraucher war damit im Schnitt mit rund 41 840 Euro verschuldet.(dpa)

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