Einschlagstopp wegen Klimawandel: Waldarbeiter fällen keine alten Buchen mehr

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Foto: dpa-Archiv

TRIER. Angesichts der massiven Waldschäden infolge des Klimawandels sollen Waldarbeiter im rheinland-pfälzischen Staatswald keine alten Buchen mehr fällen.

Dieser Einschlagstopp bis zum Ende der diesjährigen Vegetationsperiode solle dazu beigetragen, das Kronendach von Buchenwäldern möglichst geschlossen zu halten, teilte das Forstministerium in Mainz am Donnerstag mit. Sonneneinstrahlung und Hitzeeinwirkung auf die Bäume und das Waldökosystem sollten so verringert werden.

«Landesweit sieht man derzeit Buchen mit aufgeplatzter Borke durch Sonnenbrand, verfärbten Blättern oder sogar komplett kahle Bäume. Nicht alle dieser Bäume sind bereits abgestorben – doch eben davor wollen wir sie mit einem vorläufigen Fällstopp bewahren, damit der Wald weiterhin mit all seinen Leistungen für Mensch, Klima und Umwelt erhalten bleibt», erklärte Forstministerin Ulrike Höfken (Grüne).

Der Schutz gilt ihren Worten zufolge für mehr als 100 Jahre alte Buchen im Staatswald, die keine Gefahr für Menschen darstellen oder Baumnachwuchs oder lichtbedürftige Mischbaumarten bedrängen – und die zusammen ein vor Sonneneinstrahlung schützendes Kronendach bilden.

Fast jeder vierte Baum in Rheinland-Pfalz ist eine Buche. Gerade alte Exemplare dieser Baumart leiden laut Forstministerium unter Trockenheit – es fehle ihnen dann beispielsweise die Saugkraft, Wasser in große Höhen zu transportieren. Anders als etwa Eichen hätten Buchen auch nur eine dünne Borke: «Sie können daher schneller Sonnenbrand bekommen», ergänzte das Forstministerium. Dann könnten Fäulnispilze in das Holz eindringen und den Baum absterben lassen.

Waldarbeiter fällen dem Ministerium zufolge derzeit auch keine gesunden Fichten mehr. Der Holzmarkt ist wegen des vielen Schadholzes überlastet. Fichten werden den Angaben nach nur noch gefällt, «wenn sie vom Borkenkäfer angegriffen sind und von ihnen ein Ansteckungsrisiko für andere Bäume ausgeht».

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